Diarios de Futbol
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Nullnummer mit Feuer: Real Caracas und Leon Chalaco trennen sich 0:0

Ein 0:0 kann vieles sein - langweilig, taktisch, gerecht oder einfach nur ein Festival der vergebenen Chancen. Das, was sich am Sonntagabend im Estadio Metropolitano von Caracas abspielte, war wohl eine Mischung aus allem. 38.866 Zuschauer sahen zwei Mannschaften, die Tore hätten schießen können, aber wohl lieber an ihrer Schusspräzision für nächste Woche arbeiten wollten.

"Wenn man zwölfmal aufs Tor schießt und der Ball trotzdem nicht reingeht, fragt man sich irgendwann, ob das Tor kleiner geworden ist", grinste Real-Trainer Eiko Henke nach dem Spiel mit Galgenhumor. Seine Mannschaft hatte durchaus Gelegenheiten: Schon in der 5. Minute prüfte Carlos Panero den Gastkeeper Nelio Fortunio mit einem satten Schuss von rechts. Fortunio, 24 Jahre jung und mit den Reflexen eines Flummis ausgestattet, fischte den Ball spektakulär aus dem Winkel.

Leon Chalaco, unter der Leitung von Coach Ricardo Valdivia, antwortete prompt - in der 13. Minute prüfte Corey Fairchild den Real-Schlussmann Sergio Cortes. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", sagte Fairchild später, "aber Cortes’ Handschuh war da, wo eigentlich nur noch die Hoffnung war."

Das Mittelfeldduell zwischen Xavi Eusebio und Ivan Figo - nein, nicht der Echte, aber fast so ehrgeizig - wurde zum Herzstück des Spiels. Beide ackerten, grätschten und verteilten Bälle, als hinge ihr Leben davon ab. Eusebio sah in der 61. Minute Gelb, nachdem er Figo etwas zu leidenschaftlich vom Ball trennen wollte. "War alles fair", meinte Eusebio trotzig, "er hat ja schließlich noch beide Beine."

Real Caracas hatte in der ersten Hälfte ein leichtes Übergewicht an Chancen (7:5 Torschüsse bis zur Pause), doch Chalaco hielt mit mehr Ballbesitz dagegen - am Ende standen 55 Prozent auf dem Statistikzettel der Gäste. Es war, als hätten sich beide Teams still darauf geeinigt: "Ihr dürft den Ball behalten, wir dürfen draufhauen."

Der junge Daniel Gebhardt kam zur zweiten Hälfte für den abgekämpften Laurent Lenentine. Kaum auf dem Platz, setzte der 21-Jährige in der 79. Minute ein Ausrufezeichen: ein Schuss aus 18 Metern, der hauchdünn über die Latte strich. Trainer Henke schüttelte lachend den Kopf: "Ich hab ihm gesagt, geh rein und mach was Verrücktes - aber dass er gleich das Tornetz abmontiert, war nicht der Plan."

Auch Francisco Gallardo blieb der Unglücksrabe des Abends. Dreimal zog er in aussichtsreicher Position ab (15., 78., 89.), dreimal landete der Ball entweder im Fangzaun oder in Fortunios Armen. "Ich hätte lieber Dart gespielt", murmelte er nach dem Abpfiff, "da trifft man wenigstens manchmal das Ziel."

Leon Chalaco war keineswegs untätig: Paul Masse und Jean-Pierre Pelletier sorgten in der zweiten Halbzeit mehrfach für Herzklopfen bei den Heimfans. In der 51. Minute rettete Cortes erneut glänzend gegen Fairchild, der bereits die Arme zum Jubel gehoben hatte. "Ich habe kurz überlegt, ob ich einfach feiern soll, obwohl er gehalten hat", gab der Stürmer später lachend zu.

Beide Trainer blieben ihrer Linie treu: Keine wilden taktischen Experimente, kein übertriebenes Pressing - beide Teams setzten auf "Balanced", wie es die Statistik trocken ausdrückt. Praktisch bedeutete das: viel Mittelfeldgeplänkel, einige schöne Pässe, und jede Menge "Beinahe-Momente".

In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. Nach einer Ecke in der 86. Minute kam Linksverteidiger Pierre Silvestre zum Schuss - sein Versuch wurde vom eigenen Mitspieler abgefälscht. "Ich wollte eigentlich reinschießen, nicht reinrennen", meinte Silvestre grinsend.

Als Schiedsrichter Alvarez schließlich abpfiff, atmeten beide Seiten durch. Null Tore, aber viel Schweiß und Staub - Caracas präsentierte sich kämpferisch, Chalaco clever.

"Ein Punkt ist ein Punkt", resümierte Leon-Trainer Valdivia trocken. "Wir hätten gewinnen können, aber ehrlich gesagt - Real hätte das auch."

Und so bleibt dieses 0:0 eines jener Spiele, über die man am nächsten Tag in der Kantine sagt: "Da war mehr drin." Für die Fans gab’s immerhin Spannung, Emotion - und das beruhigende Gefühl, dass Fußball auch ohne Tore faszinieren kann.

Oder, wie es ein Fan auf den Rängen treffend formulierte: "Wir haben nichts gesehen - aber wir haben es gern gesehen."

09.09.643990 21:53
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Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler
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