// Startseite
| La Nacion |
| +++ Sportzeitung für Paraguay +++ |
|
|
|
Ein 0:0 kann langweilig sein - muss es aber nicht. Beim Duell zwischen Luna America und Club General Luque am 5. Spieltag der 1. Liga Paraguay wurde aus der torlosen Partie ein abendfüllendes Drama mit 18:5 Torschüssen, einer Gelb-Roten Karte und jeder Menge vertaner Chancen. 12.500 Zuschauer im Estadio Luna sahen ein Spiel, das man am besten mit "abwechslungsreich, aber ergebnislos" überschreiben könnte. Schon in der dritten Minute schien Luna America den Ton angeben zu wollen: Pau Vaz zog von links ab, der Ball zischte knapp am rechten Pfosten vorbei. "Ich wollte zeigen, dass wir nicht nur zuschauen", grinste er später. Das war’s dann aber fast schon mit der Herrlichkeit der Gastgeber. Danach übernahm Club General Luque das Kommando - und zwar so deutlich, dass man sich fragte, ob Luna America vergessen hatte, dass man auf beiden Seiten Tore schießen darf. Paul Mayer war der umtriebigste Mann auf dem Platz. Der 29-jährige Flügelstürmer prüfte Heimkeeper Ramon Conceicao gleich fünfmal, unter anderem in der 9., 30., 44. und 45. Minute - und jedes Mal flog der Ball irgendwo hin, nur nicht ins Netz. "Ich hätte heute auch mit einem Medizinball schießen können, das Ergebnis wäre dasselbe gewesen", knurrte Mayer nach dem Schlusspfiff. Zur Halbzeit stand es 0:0 - und das war schmeichelhaft für Luna America. 45,7 Prozent Ballbesitz, fünf kümmerliche Torschüsse und eine Abwehr, die mehr wackelte als stand. Innenverteidiger Mario Mendez wurde zum Sinnbild des Abends: Erst sah er Gelb (71.), dann Gelb-Rot (87.). Dazwischen schrie er so laut über einen Freistoßpfiff, dass selbst die Ersatzspieler auf der Tribüne kurz zusammenzuckten. "Ich hab doch nur laut geatmet", verteidigte er sich mit unschuldigem Blick. Währenddessen drehte General Luque weiter auf. Cedric Van Gheem prüfte Conceicao dreimal, Guillermo Gelmirez drehte gefühlt jeden Eckball selbst in den Strafraum und Vincent Hennessy zog aus der zweiten Reihe ab, als wolle er den Ball in den Orbit befördern. 18 Schüsse aufs Tor - ein Wert, der normalerweise für zwei Spiele reicht. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. Trainer Rolando Rolando (ja, so heißt er wirklich) rang nach dem Spiel mit Worten: "Wir haben alles gemacht außer das, was zählt." Sein Team spielte offensiv, kombinierte kurz und schnell, suchte über die Flügel - die Statistiken sagten es deutlich: 54 Prozent Ballbesitz, 55,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Aber eben null Tore. Und Luna America? Trainername unbekannt, dafür aber eine Taktik wie aus der Steinzeit: offensiv auf dem Papier, defensiv in der Praxis. "Unsere Offensive ist ein Konzept in Entwicklung", meinte Mittelfeldmotor Aitor Sorribas mit einem schiefen Lächeln. Seine Schüsse in der 16. und 38. Minute waren immerhin so etwas wie kreative Versuche, den Ball in Bewegung zu halten. Als Schiedsrichter Gomez nach 90 Minuten abpfiff, wirkte das 0:0 fast wie ein Sieg für Luna America. Mit zehn Mann und einer Abwehr in Panikstimmung hielten sie gegen einen Gegner stand, der wohl selbst bei einem Elfmeterschießen noch daneben geschossen hätte. Im Kabinengang sagte Torwart Ramon Conceicao, der Held des Abends: "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich fliegen musste. Vielleicht sollte ich Bonusmeilen kriegen." Ein Reporter fragte, ob er Angst gehabt habe, dass Luque doch noch trifft. "Angst? Nein. Ich hatte eher Mitleid." Auch der Stadionsprecher hatte Humor: "Danke für 90 Minuten Spannung - und keine Tore." Das Publikum lachte und applaudierte. Am Ende bleibt: ein Punkt für Luna America, zwei verschenkte für Club General Luque - und ein Abend, an dem der Fußball mal wieder bewies, dass man auch ohne Treffer ins Schwitzen geraten kann. Oder, wie Rolando Rolando es trocken formulierte: "Manchmal ist 0:0 schlimmer als eine Niederlage. Heute war so ein Tag." Und wer weiß - vielleicht wird in der nächsten Partie ja sogar das Tor getroffen. Die Fans hätten es sich redlich verdient. Bis dahin bleibt die Erkenntnis: Fußball ist eben nicht nur ein Spiel der Tore, sondern manchmal auch eins der verpassten Gelegenheiten. 06.03.643987 07:48 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet