El Mercurio
+++ Sportzeitung für Chile +++

Nullnummer mit Drama: Dragones Iquique und Atletico Serena trennen sich 0:0

Ein Fußballspiel ohne Tore kann langweilig sein - muss aber nicht. Beim 0:0 zwischen den Dragones Iquique und Atletico Serena am 7. Spieltag der 1. Liga Chile war zwar kein Ball im Netz, dafür aber jede Menge los auf dem Rasen, auf der Bank und auf den Tribünen. 12.500 Zuschauer sahen eine Partie, die alles hatte - außer den berühmten letzten Zentimeter Zielgenauigkeit.

Schon in der ersten Minute deutete sich an, dass Atletico Serena mit Feuer starten wollte. Luís Mocana prüfte Iquiques Keeper Adriano Gomez mit einem satten Schuss aus der Distanz - ein Vorgeschmack auf einen Abend voller Halbchancen. "Ich wollte gleich zeigen, dass wir da sind", sagte Mocana später, bevor er in der 80. Minute mit Gelb-Rot vom Platz flog. Ironie des Schicksals, könnte man sagen, denn der rechte Mittelfeldspieler war bis dahin einer der Aktivposten seiner Mannschaft.

Dragones Iquique, angefeuert von einem enthusiastischen Publikum, antwortete früh: Mario Canalejas zog in der sechsten Minute ab, doch Serene-Keeper Vincent Garcia parierte sicher. Später, in der 31. Minute, war es Sergio Arrieta, der sich auf links durchtankte und knapp vorbeizielte. "Ich dachte, das Ding sei schon drin", lachte Arrieta nach dem Spiel. "Aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Die Statistiken zeigen, dass beide Teams durchaus bemüht waren, das Zählbare zu produzieren: je acht Torschüsse, ein nahezu ausgeglichenes Ballbesitzverhältnis (48 zu 52 Prozent), und Zweikampfquoten, die auf Messers Schneide lagen. Man könnte sagen: zwei Spiegelbilder in verschiedenen Trikots.

Atletico Serena suchte sein Glück vor allem über die Flügel, wo der junge Vitor Tiago (20) immer wieder für Tempo sorgte. In der 18. Minute zwang er Gomez zu einer Glanzparade - eine der besten Szenen der ersten Halbzeit. Danach wurde es hitziger: In der 12. Minute sah Innenverteidiger Carlos Hernan Gelb, nachdem er Arrieta etwas zu deutlich gezeigt hatte, dass Verteidiger nicht zum Kuscheln auf dem Platz stehen.

Nach der Pause blieb das Bild ähnlich. Dragones Iquique wollte, Atletico Serena konterte. In der 54. Minute schoss Nelson Almeida aus spitzem Winkel - Garcia lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Das Publikum tobte, während Trainer Diego Malek an der Seitenlinie wild gestikulierte. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen ruhig bleiben", erzählte Malek hinterher, "aber das ist im Stadion von Iquique so leicht wie Tango tanzen auf einem Trampolin."

In der Schlussphase wurde die Partie noch einmal dramatisch. Mocana, bereits verwarnt, leistete sich in der 77. Minute eine weitere Gelbe Karte und sah kurz darauf Gelb-Rot. "Ich schwöre, ich wollte nur den Ball!", rief er noch, als er Richtung Kabine stapfte. Sein Trainer verzog das Gesicht: "Er ist jung. Und manchmal spielt er, als hätte er zwei Herzen und keinen Kopf."

Doch selbst in Überzahl schaffte es Iquique nicht, den entscheidenden Treffer zu setzen. Arrieta schoss in der 86. Minute knapp vorbei, Canalejas prüfte Garcia noch einmal in der 89. Minute, aber der Torwart blieb fehlerlos. Auf der Gegenseite versuchte der 19-jährige Matias Maniche in der Nachspielzeit sein Glück - Gomez parierte reaktionsschnell.

Nach dem Schlusspfiff schüttelten sich beide Teams fair die Hand, aber die Gesichter erzählten Geschichten von verpassten Chancen. "Ein Punkt ist besser als gar keiner", meinte Iquiques erfahrener Stürmer Jacob Musgrave mit einem Schulterzucken. Sein Trainer - der sich während des Spiels mehrmals demonstrativ auf seinen Notizblock setzte - kommentierte trocken: "Wir haben gezeigt, dass wir Tore verhindern können. Jetzt müssen wir noch lernen, welche zu schießen."

So blieb es beim 0:0, einem jener Ergebnisse, die in der Tabelle kaum auffallen, aber auf dem Platz jede Menge Emotionen freisetzen. Atletico Serena wird den Platzverweis von Mocana ebenso analysieren wie die Dragones ihre verpassten Gelegenheiten.

Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, hörte man einen Zuschauer auf der Tribüne sagen: "Wenn sie so weitermachen, gewinnen sie bald - vielleicht 1:0." Das Publikum lachte, und man hatte das Gefühl, dass in Iquique selbst ein torloses Remis noch genug Stoff für Geschichten liefert.

07.04.643987 21:20
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