Diarios de Futbol
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Nullnummer mit 17 Torschüssen - Natal ABC verzweifelt an Concepcions Betonmauer

Manchmal erzählt das nackte Ergebnis nicht einmal die halbe Wahrheit. UD Concepcion und Natal ABC trennten sich am Dienstagabend in der Challenger League-Gruppenrunde mit einem unscheinbaren 0:0 - doch wer im Estadio Municipal de Concepcion saß, wird dieses torlose Remis so schnell nicht vergessen. 12 500 Zuschauer sahen eine Partie, in der die Gäste aus Natal schossen, rannten und rackerten, während die Hausherren verteidigten, blockten und beteten.

Schon nach zwei Minuten donnerte Oleg Bosacki den ersten Ball auf das Tor von Lennert Schelfaut. Es sollte der Auftakt zu einer wahren Dauerbeschallung werden. Natal ABC verzeichnete bis zum Abpfiff 17 Torschüsse - 16 mehr als der Gastgeber. "Ich dachte irgendwann, der Ball ist verhext", stöhnte Filipe Viana, der allein fünfmal den Abschluss suchte und jedes Mal am glänzend reagierenden Torwart oder an einem Verteidigerbein scheiterte.

Trainer Jimm Baum hatte seine Elf offensiv eingestellt, fast schon waghalsig. "Wir wollten Concepcion von Beginn an hinten reindrücken - und das haben wir auch geschafft. Nur das Tor hat gefehlt", sagte er nach dem Schlusspfiff und zog eine Augenbraue hoch, als müsse er sich selbst an die Realität gewöhnen. Seine Mannschaft spielte auf Angriff, ging aggressiv in die Zweikämpfe (die Statistik bescheinigt Natal 59,7 Prozent gewonnene Tacklings) und versuchte es aus allen Lagen.

UD Concepcion dagegen wirkte, als hätte Trainer Benjamin Merkel die Devise ausgegeben: "Hinten dicht, vorne vielleicht ein Wunder." Mit 43,8 Prozent Ballbesitz und nur einem einzigen Schuss aufs Tor - abgegeben von Routinier Dimas Pacos in der 49. Minute - war das Konzept klar defensiv. Merkel nahm’s mit Humor: "Wir wollten heute zeigen, dass man auch ohne Ball Spaß haben kann."

Der Spaßfaktor war allerdings eher einseitig verteilt. Natal ABC rannte an, während Concepcion tief stand - manchmal so tief, dass selbst der Torwart Teil der Fünferkette schien. In der 30. Minute prüfte Sergio Meireles den Keeper mit einem strammen Schuss aus 20 Metern, kurz darauf scheiterte Viana doppelt innerhalb von drei Minuten. Der Ballbesitz pendelte sich bei 56 Prozent für die Gäste ein, doch das Tor blieb wie vernagelt.

"Ich habe selten so ein Spiel gesehen, in dem die eine Mannschaft alles versucht und die andere trotzdem jubelt", grinste ein Zuschauer auf der Tribüne, während hinter ihm jemand rief: "Das ist Betonfußball mit Herz!"

Nach der Pause änderte sich kaum etwas. Natal ABC blieb im Vorwärtsgang, Concepcion verteidigte mit allem, was Beine hatte. Baum brachte in der 60. Minute den jungen Christiano Martins und Bruno Couto - frisches Blut für die Flügel. Die Wechsel belebten das Spiel, aber nicht das Ergebnis. Martins’ Schuss in der 75. Minute rauschte knapp vorbei, und in der 83. Minute verzog Viana erneut.

Die Gastgeber wechselten ebenfalls: Bailey Abrial und Isidoro Ordonez kamen in der 65. Minute für Stephan Ziegler und den routinierten Nuno Pinto. Die Teenager - beide erst 17 - warfen sich tapfer in jeden Zweikampf. "Ich habe noch nie so viel Gras gefressen", japste Abrial hinterher mit einem Lächeln, das mehr Stolz als Müdigkeit verriet.

Es blieb turbulent bis in die Nachspielzeit. Carlos Ze Castro schoss in der 96. Minute aus spitzem Winkel - Schelfaut war wieder zur Stelle. Kurz darauf sah Concepcions Bernard Metzger noch Gelb, weil er beim Zeitspiel zu offensichtlich die Uhr suchte. Merkel verteidigte seinen Youngster: "Mit 18 Jahren darf man die Uhr ruhig mal bewundern."

Am Ende stand ein 0:0, das für Natal ABC wie eine Niederlage schmeckte und für Concepcion wie ein kleiner Pokalsieg. Der eine Punkt könnte in der Gruppenrunde noch wichtig werden, auch wenn Baum sich damit kaum trösten ließ: "Wir haben 90 Minuten lang auf ein Tor gespielt - der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht braucht er einen Kompass."

Statistisch war es eine klare Sache: 17 Torschüsse zu 1, 56 Prozent Ballbesitz zu 44, fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe. Doch Fußball wird nun mal nicht auf dem Papier entschieden. Und so feierten die Fans von UD Concepcion ihre Mannschaft nach Abpfiff, als hätte sie gerade das Endspiel gewonnen.

"Wenn man so jung ist wie unsere Jungs, fühlt sich jedes 0:0 wie ein 1:0 an", fasste Trainer Merkel zusammen. Dann zwinkerte er und fügte hinzu: "Vor allem, wenn der Gegner 17 Mal aufs Tor schießt und trotzdem nichts trifft."

Vielleicht war das Spiel kein Leckerbissen für Ästheten - aber es war ein Lehrstück in Sachen Leidenschaft, Disziplin und gepflegter Ironie. Denn in Concepcion weiß man jetzt: Auch ein torloses Remis kann sich anfühlen wie ein Triumph, wenn man 90 Minuten lang dem Unvermeidlichen trotzt - und der Ball einfach nicht ins Netz will.

06.06.643987 18:58
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