Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Niki Volos schießt Atromitos in die Ratlosigkeit

Es war ein lauer Freitagabend in Athen, als 23.606 Zuschauer im Stadion von Atromitos zusammenkamen - in der Hoffnung auf ein unterhaltsames Spiel ihres Teams gegen Niki Volos. Unterhaltsam wurde es tatsächlich, allerdings nur für die Gäste. Am Ende stand ein klares 0:2, das den Abend für Trainer Michael Graf und seine Mannschaft zu einer langen, nachdenklichen Nacht machte.

Dabei begann alles mit einem Paukenschlag. Kaum hatte Schiedsrichter Papadopoulos das Spiel angepfiffen (gerade mal die fünfte Minute war angebrochen), zappelte der Ball schon im Netz von Atromitos. Jewgraf Grigorenko, der 34-jährige Strippenzieher im Mittelfeld von Niki Volos, zog aus gut 20 Metern ab - ein trockener Schuss, halbhoch, unhaltbar für Jannis Lee im Tor der Gastgeber. "Ich dachte, Avraam würde flanken", lachte Grigorenko später, "aber dann hat der Ball einfach das Richtige getan."

Atromitos versuchte daraufhin, Ordnung in das Chaos zu bringen. Trainer Graf gestikulierte an der Seitenlinie, als wolle er das Spiel mit den Händen in die gegnerische Hälfte schieben. Seine Mannschaft hatte zwar mehr Ballbesitz (56 Prozent laut Statistik), aber das war auch schon die einzige Zahl, die für sie sprach. Kein einziger Torschuss aufs gegnerische Tor - null! Das ist nicht nur selten, das ist fast schon Kunst.

Während Atromitos den Ball wie eine heiße Kartoffel weiterreichte, spielte Niki Volos schnörkellos nach vorne. 21 Torschüsse, davon zwei, die zählten - die Gäste traten auf, als hätten sie etwas zu beweisen. Besonders auffällig war Stamatis Karras, der rechte Mittelfeldspieler, der unermüdlich die Linie entlang sprintete. In der 74. Minute belohnte er sich selbst, als er einen feinen Pass von Linksverteidiger Aigefs Venizelos aufnahm und trocken ins lange Eck abschloss. 0:2, die Entscheidung.

"Das war ein Spiel nach unserem Geschmack", grinste Niki-Trainer Petros Mavridis nach dem Abpfiff. "Wir wollten offensiv auftreten, mutig sein - und ehrlich gesagt, Atromitos hat es uns leicht gemacht." Seine Mannschaft hatte von Beginn an mit einer offensiven Grundordnung gespielt, was sich auch in der Taktikanalyse zeigte: offensiv, sicher im Abschluss, kein übermäßiges Pressing - einfach cleveres, kontrolliertes Angriffsspiel.

Auf der anderen Seite wirkte Trainer Graf nach Spielende wie ein Mann, der gerade entdeckt hatte, dass seine Kaffeemaschine keinen Strom hat. "Wir hatten den Ball, aber keine Ideen", knurrte er. "Vielleicht sollten wir das nächste Mal üben, auch mal aufs Tor zu schießen." Ein Reporter fragte, ob der defensive Ansatz zu vorsichtig gewesen sei. Graf antwortete sarkastisch: "Defensiv? Wir hatten 56 Prozent Ballbesitz. Das Problem war, dass wir den Ball nicht wussten, wofür man ihn benutzt."

Der Frust entlud sich in der 68. Minute, als Linksverteidiger Diego Pelegrin nach einem übermotivierten Einsteigen die Gelbe Karte sah - sinnbildlich für einen Abend voller Krampf statt Kampf.

Niki Volos dagegen spielte den Rest der Partie mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die wusste, dass sie alles unter Kontrolle hatte. Der 18-jährige Galaktion Tsigas durfte in der Schlussphase noch ran und sorgte mit einem frechen Distanzschuss fast für das 0:3. "Er wollte sich wohl eintragen in die Statistik", schmunzelte Kapitän Grigorenko.

Als der Schlusspfiff ertönte, blieb nur die Frage, wie Atromitos es geschafft hatte, so viel Ball zu haben und doch so wenig damit anzufangen. Vielleicht war es einfach einer jener Abende, an denen der Fußball seine ironischste Seite zeigt.

"Wir werden uns neu aufstellen", versprach Graf zum Abschied, "und beim nächsten Mal schießen wir wenigstens einmal aufs Tor - das wäre ja schon ein Fortschritt."

Für Niki Volos hingegen war es ein Abend zum Genießen. Zwei Tore, drei Punkte, 21 Abschlüsse und die Erkenntnis, dass man auch ohne Pressing und großes Spektakel souverän gewinnen kann.

Und so verließen 23.606 Zuschauer das Stadion - die einen kopfschüttelnd, die anderen mit einem zufriedenen Lächeln. Fußball kann grausam sein, aber manchmal eben auch herrlich einfach: Wer trifft, gewinnt. Und wer nicht schießt, verliert.

18.03.643994 21:12
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