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Es war ein lauer Februarabend in Volos, aber auf dem Rasen brannte die Luft. 20.000 Zuschauer im Panthessaliko-Stadion erlebten ein Spiel, das weniger von technischer Raffinesse als von purer Leidenschaft lebte. Am Ende stand ein 1:1 zwischen Niki Volos und OFE Kreta - ein Ergebnis, das keiner Seite so recht schmecken wollte, aber irgendwie beiden gerecht wurde. Von Beginn an zeigte Kreta, dass sie nicht zum Ouzo-Trinken ans Festland gekommen waren. Schon in der ersten Minute prüfte Fedon Amanatidis den Heimkeeper Theofanis Samaras - ein Warnschuss, der noch folgenlos blieb. Doch Volos wirkte überrascht, fast schläfrig. "Wir haben den Bus wohl noch im Kopf gehabt", murmelte später Linksverteidiger Aigefs Venizelos, während er sich die Stutzen überzog. Kreta spielte mutig, offensiv, mit starkem Flügelspiel und einem aggressiven Pressing, das Niki Volos kaum Luft zum Atmen ließ. In der 22. Minute fiel dann die logische Konsequenz: Duarte Caneira setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte scharf nach innen, und Guillermo Yanez drosch das Leder kompromisslos ins Netz. 0:1 - verdient, deutlich, eindrucksvoll. "Ich hab einfach den Instinkt gehabt", grinste Yanez hinterher, "und ein bisschen Glück, dass der Ball nicht die Eckfahne traf." Volos, taktisch eher auf Balance und Sicherheit bedacht, reagierte spät. Die erste Halbzeit endete mit einem leisen Pfeifkonzert, das mehr nach Enttäuschung als nach Ärger klang. Trainer Jeff Johnson von Kreta dagegen war zufrieden: "Wir wollten hoch stehen, Tempo machen - das war unser Plan. Leider haben wir vergessen, das zweite Tor zu schießen." Nach dem Seitenwechsel brachte Kreta mit dem 17-jährigen Alexandros Eleftherakis frischen Wind in die Spitze. Der Youngster zeigte keine Angst, rannte jedem Ball nach und zwang Samaras in der 68. Minute zu einer Glanztat. Doch mit zunehmender Spieldauer kippte das Momentum. Volos, angetrieben von den heimischen Fans und einem unermüdlichen Joshua Wyler auf der rechten Seite, fand endlich den Mut, selbst nach vorne zu spielen. Der Ausgleich bahnte sich an - und in der 77. Minute explodierte das Stadion. Wyler zog von rechts in den Strafraum, legte quer, und Makis Lymperopoulos vollendete eiskalt. 1:1! "Ich wusste, dass Makis da steht", sagte Wyler später. "Na ja, eigentlich hab ich einfach blind reingespielt - aber er war halt da." Kreta versuchte zu antworten, stellte auf Flügelangriffe um, warf in den letzten zehn Minuten alles nach vorne - inklusive des jungen Eleftherakis, der gleich zweimal gefährlich auftauchte. Doch das Glück war aufgebraucht. Stattdessen kassierte Bruno Sterling noch Gelb für ein rustikales Einsteigen, und Theagenis Lekkas sah ebenfalls Gelb, als er Pattrick Seifert unsanft stoppte. Ein bitterer Moment kam in der 62. Minute: Kreta musste Jose Couto verletzt vom Platz nehmen - der junge Außenverteidiger Leandros Eleftherakis, 17 Jahre alt, kam zu seinem Debüt. "Mir war ein bisschen schlecht vor Aufregung", gab er später zu, "aber nach dem ersten Zweikampf ging’s." Statistisch war Kreta überlegen: 12 Torschüsse gegenüber nur 5 von Volos, dazu leicht unterlegener Ballbesitz (49 zu 51 Prozent) - ein Zahlenbild, das die offensive Ausrichtung der Gäste unterstreicht. Aber Fußball bleibt eben kein Rechenexempel. Nach Abpfiff standen sich die Spieler erschöpft, aber respektvoll gegenüber. "Das war ein gerechtes Unentschieden", meinte Volos-Kapitän Lymperopoulos. "Wir haben in der ersten Hälfte geschlafen, aber wir sind aufgewacht - besser spät als nie." Trainer Johnson dagegen haderte: "Wir hatten genug Chancen, um zwei Spiele zu gewinnen. Vielleicht sollte ich meinen Jungs verbieten, so schön zu kombinieren und stattdessen einfach draufzuhalten." Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - und einem Hauch Wehmut, dass aus diesem intensiven Abend nicht mehr als ein Punkt wurde. Am Ende blieb die Erkenntnis: Wer Kreta unterschätzt, wird nass - und wer zu spät aufwacht, rettet gerade noch das Nötigste. Ein 1:1, das mehr Geschichten erzählt, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Und irgendwo auf der Tribüne seufzte ein alter Fan von Volos: "Wenn wir die erste Halbzeit weglassen, gewinnen wir das Ding locker." Vielleicht tut Niki Volos gut daran, beim nächsten Spiel einfach fünf Minuten früher aufzuwachen. 10.06.643990 13:23 |
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