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Volos, 23. Januar 2026 - Es war ein Abend, an dem 20.000 Zuschauer im Panthessaliko-Stadion von Volos erst Seufzer und dann Jubelrufe von sich gaben. Niki Volos besiegte Ilisiakos nach anfänglichem Rückstand mit 3:1 (0:1) und zeigte dabei, dass man auch mit einem "BALANCED"-Taktikplan ganz schön offensiv werden kann - zumindest, wenn ein Aristodimos Katranas in Spiellaune ist. Die Partie begann mit einer gehörigen Portion Nervosität auf beiden Seiten. Schon in der ersten Minute zog Ilisiakos-Youngster Enrico Vitale mutig ab - direkt auf den Keeper. "Ich wollte gleich mal zeigen, dass wir nicht nur zum Anschauen gekommen sind", grinste der 18-Jährige später. Und tatsächlich: Die Gäste spielten so forsch, wie ihr Trainer Alex Alex es angekündigt hatte. "Wir wollten mutig auftreten, lange Bälle, frühe Abschlüsse - das war der Plan." Der Plan ging zunächst auf. Nach 28 Minuten setzte Vitale nach feinem Zuspiel von Roger Lessard ein Zeichen, das sich in der Anzeigetafel niederschlug: 0:1. Der Teenager jubelte mit ausgestreckten Armen, während die Heimfans noch überlegten, wer da eigentlich gerade getroffen hatte. "Ich hab kurz überlegt, ob das erlaubt ist, so früh schon zu führen", witzelte Ilisiakos-Kapitän Jacques Prudhomme. Niki Volos, bis dahin eher kontrolliert und mit 54 Prozent Ballbesitz auf Sicherheit bedacht, wachte erst nach dem Gegentor richtig auf. Die Gastgeber suchten ihr Heil in Kombinationen über den linken Flügel - und fanden es. Besonders Avraam Saravakos, ein 30-jähriger Dauerläufer mit der Geduld eines Uhrmachers, zog die Fäden. "Avraam hat heute den linken Flügel in eine Einbahnstraße verwandelt", lobte Teamkollege Pattrick Seifert nach der Partie. Nach der Pause zeigte sich die Wende. In der 58. Minute fiel endlich der Ausgleich, fast wie im Drehbuch: Saravakos flankte, Katranas stieg in den Himmel von Volos und köpfte wuchtig zum 1:1 ein. Das Stadion bebte. "Ich hab nur die Haare des Gegners gespürt - dann war der Ball drin", lachte Katranas mit zerzauster Mähne. Ilisiakos wirkte kurz geschockt, hatte aber durchaus Chancen. Ein Distanzschuss von Jakob Söderberg in der 53. Minute war gefährlich, doch Torwart Orestis Koudas parierte sicher. Danach jedoch gehörte das Spiel klar den Gastgebern. Katranas, nun völlig entfesselt, legte in der 68. Minute nach - wieder nach Vorarbeit von Saravakos. 2:1, und die Tribünen verwandelten sich in ein blau-weißes Meer der Erleichterung. "Manchmal läuft’s einfach", sagte Katranas später und zuckte mit den Schultern. "Ich habe nur das gemacht, was der Trainer immer sagt: den Ball ins Tor schießen." Ein simpler, aber wirksamer Rat. Ilisiakos suchte in der Schlussphase den Ausgleich mit offenem Visier. Das Team von Coach Alex Alex blieb offensiv, aber zunehmend unorganisiert. In der 84. Minute besiegelte Saravakos selbst das Schicksal der Gäste: Nach Zuspiel von Seifert traf er flach ins rechte Eck - 3:1. Die Entscheidung. "Das war die Belohnung für viel Laufarbeit", meinte Saravakos, der kurz darauf noch Gelb sah - wohl für übertriebenen Jubel oder Übermut, je nach Sichtweise. Auch Verteidiger Valantios Lymperopoulos wurde in der Nachspielzeit verwarnt, offenbar, weil er beim Zeitspiel die Geduld des Schiedsrichters testete. Statistisch war es eine ausgeglichene Partie: Beide Teams kamen auf 14 Torschüsse, die Zweikampfquote pendelte sich bei rund 50 Prozent ein. Doch die Effizienz sprach klar für Volos. "Wir hatten das Spiel im Griff, auch wenn es zwischendurch anders aussah", resümierte Niki-Coach - dessen Name die Datenbank verschluckt hat, aber dessen Lächeln Bände sprach. Bei Ilisiakos sah das anders aus. Trainer Alex Alex wirkte nachdenklich: "Wir haben gut angefangen, aber nach dem 1:1 sind wir in uns zusammengefallen wie ein schlecht gebackener Kuchen." Ein kleines Drama gab es auch am Rande: In der 73. Minute sah der 18-jährige Gudbrand Dahl Gelb, nachdem er offenbar meinte, er könne mit dem Ellenbogen das Spielgerät besser stoppen als mit dem Fuß. "Ich lerne noch", meinte er später entschuldigend. Als der Schlusspfiff ertönte, tanzten die Spieler von Niki Volos ausgelassen, die Fans sangen, und selbst die Sonne von Thessalien schien kurz durch die abendliche Wolkendecke. Fazit: Niki Volos zeigte Moral, Katranas bewies Torinstinkt, Saravakos spielte wie ein Dirigent. Und Ilisiakos? Die müssen lernen, dass ein gutes Anfangskapitel noch keinen Roman gewinnt. Oder, wie Katranas es beim Verlassen des Stadions formulierte: "Manchmal braucht’s nur einen Kopfball, um den Tag zu retten." 30.09.643987 18:54 |
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Ich brauche Spieler, die auf dem Platz die Rute raus holen.
Matthias Sammer