Sverige Fotboll
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Mjällby BK siegt eiskalt in Jönköping - Pauleta zeigt, wie's gemacht wird

Es war ein frostiger Januarabend in Jönköping, aber auf dem Rasen des Stadsparksvallen glühte der Ball - zumindest dann, wenn Mjällby BK seine Füße im Spiel hatte. 16.000 Zuschauer sahen am 4. Spieltag der 1. Liga Schweden ein 0:2 aus Sicht der Gastgeber Jönköping BK, das so klar war wie die Luft über dem Smålandsee.

Von Beginn an schien Mjällby mehr Lust auf Fußball zu haben. Schon nach sieben Minuten prüfte Rui Gutierre, der flinke Portugiese auf dem rechten Flügel, den Heimkeeper Logan Sinclair mit einem satten Schuss. "Ich wollte einfach sehen, ob er wach ist", grinste Gutierre später. Sinclair war wach - aber das blieb an diesem Abend wohl das Beste, was man über Jönköpings Defensivleistung sagen konnte.

Jönköping versuchte, mit gepflegtem Kurzpassspiel den eigenen Rhythmus zu finden, doch wirklich gefährlich wurde es selten. Alain Barbier, der 33-jährige Rechtsaußen, sorgte in der sechsten und dreißigsten Minute für die besten Chancen der Hausherren - beide Male verfehlte er das Tor um wenige Zentimeter. "Ich hab mir geschworen, das Ding heute zu treffen", fluchte Barbier nach dem Spiel, "aber anscheinend hatte das Tor was dagegen."

Dann kam die 31. Minute - und mit ihr der Moment, in dem Mjällby das Spiel endgültig an sich riss. Carlos Pauleta, der alte Fuchs im linken Mittelfeld, schlug einen butterweichen Pass in den Strafraum. Rui Gutierre nahm den Ball direkt, halb Volley, halb Kunstwerk - 0:1. Die Jönköpinger Abwehr schaute zu, als hätten sie Eintritt bezahlt. Trainer Lasse Fredericson von Mjällby klatschte an der Seitenlinie, als habe seine Mannschaft gerade die Meisterschaft gewonnen. "Wir haben das genau so trainiert. Na gut, fast so", lachte er später.

Nach der Pause kam Jönköping mit etwas mehr Elan aus der Kabine. Eskil Johnsson holte sich in der 53. Minute eine gelbe Karte ab - vielleicht ein Versuch, wenigstens im Foulspiel Akzente zu setzen. Währenddessen blieb Mjällby cool, spielte weiter ruhig und präzise, als wäre das 0:1 nur eine Zwischenstation.

In der 59. Minute fiel dann die endgültige Entscheidung. Nach einem Eckball von Gabriel Holmqvist landete der Ball bei Carlos Pauleta - und der 35-Jährige machte, was 35-Jährige eben machen: Er schob die Kugel mit stoischer Ruhe ins lange Eck. 0:2, und der Drops war gelutscht. "Ich dachte mir: Wenn ich den jetzt nicht reinmache, höre ich auf", grinste Pauleta nach der Partie - und man glaubte ihm fast, dass er ernsthaft drüber nachgedacht hatte.

Danach verwaltete Mjällby das Ergebnis mit der Routine einer Mannschaft, die genau weiß, wann Schluss mit lustig ist. Insgesamt 16 Torschüsse verbuchten die Gäste - fast dreimal so viele wie Jönköping (6). Auch im Ballbesitz hatte Mjällby mit 52,4 Prozent leicht die Nase vorn. Die Statistik war eindeutig, und der Spielverlauf bestätigte sie: Mjällby kontrollierte, Jönköping reagierte.

Ein Lichtblick für die Gastgeber: Torwart Sinclair, der trotz der zwei Gegentore mehrfach stark parierte. In der 87. Minute rettete er gegen den unermüdlichen Gutierre, der auf einen Hattrick spekulierte. "Ich hab ihn kommen sehen", sagte Sinclair, "aber leider kam er zu oft."

Nach dem Abpfiff standen die Spieler von Jönköping in kleinen Grüppchen beisammen, als würden sie gemeinsam das Rätsel lösen wollen, wie man eigentlich Tore schießt. Trainer - dessen Name im Spielbericht unterging wie die Spielfreude seiner Mannschaft - wirkte ratlos. "Wir müssen ruhiger bleiben, wenn’s Richtung Tor geht", murmelte er, während Fredericson auf der anderen Seite schon vom "besten Auswärtsspiel der Saison" sprach.

Ein bisschen Sarkasmus darf erlaubt sein: Wenn Jönköping so weitermacht, wird das mit dem Torjubel bald zur vergessenen Kunstform. Aber immerhin - das Publikum blieb bis zum Schluss, und als Ferdinand Sundström in der 93. Minute noch einmal abzog, hielt der Atem des Stadions kurz an. Der Ball ging drüber. Sinngemäß der Abend in einem Schuss.

Am Ende jubelte Mjällby verdient, abgeklärt und ein bisschen überlegen. Zwei Tore, drei Punkte, viel Selbstvertrauen. Jönköping hingegen muss sich fragen, ob man Spiele auch gewinnen kann, ohne das Tor zu treffen.

Oder, wie es der junge Verteidiger Gabriel Holmqvist trocken formulierte: "Wir wollten einfach nicht verlieren. Und das hat erstaunlich gut funktioniert."

Ein kalter Abend, ein klarer Sieg - und eine Lektion in Effizienz. Fußball kann so einfach sein, wenn man ihn spielen lässt.

05.03.643987 22:30
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