Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Magdeburg tanzt Dynamo aus: 3:0-Gala beim Flutlichtfest

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Dynamo-Spieler vielleicht ihr Navi falsch programmiert hatten. 49.478 Zuschauer im ausverkauften Magdeburger Stadion sahen jedenfalls eine Heimelf, die von der ersten Minute an klarmachte, dass sie heute auf der Überholspur unterwegs ist. Und Dresden? Nun ja - sie standen zumeist im Stau.

Schon in der 14. Minute nahm das Schicksal seinen Lauf. Rechtsverteidiger Carlo Rinaldi hatte sich in die gegnerische Hälfte verirrt, flankte in den Strafraum, und Uwe Funk, der Name ist Programm, zündete ein Feuerwerk: Direktabnahme, Tor, 1:0. "Ich dachte, der haut den ins Fangnetz", grinste Trainer Daniel Stoll später, "aber Uwe hat wohl andere Pläne gehabt." Funk selbst kommentierte trocken: "War Absicht. Meistens jedenfalls."

Dynamo versuchte, die Ordnung zu halten, doch kaum hatten sie sich neu sortiert, klingelte es schon wieder. In der 21. Minute tanzte Torsten Weis an der linken Seite seinen Gegenspieler schwindelig und legte quer auf Jörg Blume. Der schloss flach ab - 2:0. Blume ballte die Fäuste, Weis jubelte mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Unglauben pendelte. "Torsten hat mich so schön bedient, da hätte sogar unser Zeugwart getroffen", witzelte Blume hinterher.

Von Dresden kam bis dahin wenig. Zwar hatten die Sachsen mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber Ballbesitz ist bekanntlich kein Wert an sich - zumindest nicht, wenn der Ball ständig im eigenen Drittel hin- und hergeschoben wird. Einziger Lichtblick: Xabi Gome prüfte Magdeburgs Keeper Oscar Aldecoa in der 16. und 36. Minute, doch der spanische Schlussmann parierte souverän.

Kurz vor der Pause folgte dann der endgültige Knockout. Der 21-jährige Karsten Maass, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, spielte plötzlich den feinen Techniker. Seine Flanke landete punktgenau bei Luis Wegener, der das 3:0 markierte (44.). "Ich hab Karsten angebrüllt, er soll flanken. Dass er mich sogar trifft, war die Überraschung des Abends", lachte Wegener nach dem Spiel.

Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabine - und, man glaubt es kaum, auch wieder hinaus. Denn nach der Pause passierte im Prinzip: nichts mehr. Magdeburg verwaltete, Dresden versuchte zu verwalten, was längst nicht mehr zu verwalten war. Die Gäste wirkten wie eine Mannschaft, die zwar den Ball, aber nicht die Idee hat. Trainer Dynamo Dresden (ja, der Name ist wirklich Programm) stapfte nach dem Abpfiff mit verschränkten Armen vom Platz. "Wir wollten ruhig bleiben, aber Magdeburg war einfach giftiger. Und unsere Chancenverwertung war, sagen wir, poetisch unpräzise."

Die Statistik sah am Ende fast schmeichelhaft aus: 10:5 Torschüsse für Magdeburg, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, 51 Prozent Ballbesitz für Dresden. Eine dieser Zahlen, die nur aufzeigt, dass Fußball eben nicht auf Excel entschieden wird.

In der Schlussphase wurde es immerhin noch ein bisschen ruppig. Carlo Rinaldi kassierte kurz vor der Pause Gelb, Marvin Link in der Nachspielzeit ebenso - ein Zeichen dafür, dass Magdeburg den Abend kämpferisch zu Ende brachte. "Das war kein Frust, das war Leidenschaft", erklärte Link, während ihm der Schweiß noch von der Stirn tropfte.

Auf den Rängen hingegen herrschte pure Euphorie. Die Fans sangen, Trommeln dröhnten, Bierbecher flogen - und irgendwo in der Kurve soll ein älterer Herr gerufen haben: "Das war Fußball, Kinder, nicht dieses Ballgeschiebe aus dem Internet!"

Magdeburgs Coach Daniel Stoll fasste es am besten zusammen: "Wir wollten defensiv stabil stehen und über die Flügel Nadelstiche setzen. Ich denke, drei Stiche haben gereicht." Man konnte ihm den Stolz ansehen. Seine Elf hatte die taktische Marschroute - defensive Grundordnung, stark über die Außen - nahezu lehrbuchhaft umgesetzt.

Und Dresden? Sie warfen in der Schlussphase alles nach vorne, aggressiver, mit Pressing, mit Herz - aber ohne Fortune. Aldecoa musste zwar noch einmal gegen Kai Stein ran (48.), doch auch der Versuch verpuffte.

Am Ende blieb es beim 3:0 - ein Ergebnis, das so klar war wie der Unterschied in der Entschlossenheit. Magdeburg feierte, Dresden analysierte.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, fasste es ein Fan auf der Tribüne treffend zusammen: "Manchmal ist Fußball eben einfach gerecht."

Oder, um es mit Uwe Funk zu sagen: "Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und heute lief’s - sogar für mich."

Ein Abend, der in Magdeburg noch lange nachhallen dürfte - und in Dresden vermutlich noch länger wehtut.

07.03.643994 04:17
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich freue mich, meine ehemaligen Spieler später irgendwo auf der Welt wiederzutreffen. Oder in der Schweiz.
Köbi Kuhn, Nationaltrainer Schweiz
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager