Dagbladet Sport
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Lyngby überrascht Midtjylland - Van Ranst trifft, Bruun glänzt vergeblich

Es war ein kalter Januarabend in Herning, aber die 20.000 Zuschauer in der MCH Arena dürften kaum gefroren haben. Zu hitzig, zu wild, zu aufregend war das, was der SC Midtjylland und Lyngby BC am 9. Spieltag der dänischen Superliga boten. Am Ende jubelten die Gäste - 3:2 hieß es nach 94 turbulenten Minuten, in denen Lyngby die klaren Ballbesitzvorteile der Hausherren schlicht ignorierte und stattdessen gnadenlos effektiv agierte.

Schon nach einer Viertelstunde setzte Elias Van Ranst das erste Ausrufezeichen. Der bullige Mittelstürmer, der aussieht, als könne er auch ohne Ball einen Verteidiger umrennen, nutzte die erste echte Gelegenheit eiskalt. Aus 16 Metern zimmerte er den Ball ins lange Eck - 0:1. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gab Midtjyllands Keeper Bjarke Danielsen später mit einem gequälten Lächeln zu. War er nicht.

Nur acht Minuten später folgte der nächste Nackenschlag: Bodil Graversen, Lyngbys zentrale Schaltstelle, zog aus dem Rückraum ab, nachdem Robert Aagaard klug abgelegt hatte. 0:2 - und die Heimfans rieben sich die Augen. "Da haben wir uns kurz wie Statisten gefühlt", murmelte Mittelfeldmann Vicente Galan nach dem Spiel.

Midtjylland reagierte mit Wut im Bauch. Der 18-jährige Sören Bruun, der schon vor der Partie als "unser junger Wilder" angekündigt wurde, zeigte in der 42. Minute, warum. Nach feinem Zuspiel von Christer Bak nahm er den Ball elegant mit und vollendete trocken - 1:2. Der Anschlusstreffer, der das Stadion plötzlich wieder zum Leben erweckte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Bruun später in die Mikrofone. "Und diesmal ist er auch mal reingegangen."

Zur Pause schien alles offen, doch Lyngby-Coach Hans Kellershoff blieb seinem Plan treu. Er brachte zur zweiten Hälfte zwei frische Offensivkräfte - Bjarke Juul und Jannick Fiedler - und setzte damit das nächste Ausrufezeichen. "Wir wollten Midtjylland nicht atmen lassen", erklärte Kellershoff nach dem Spiel. "Defensiv bleiben, aber im richtigen Moment zustechen."

Gesagt, getan. In der 56. Minute passte Graversen erneut klug in die Gasse, Johann Fuchs war zur Stelle und traf zum 1:3. Es war Lyngbys 15. Schuss aufs Tor - und der dritte Treffer. Effektivität, die jedem Lehrbuch zur Ehre gereicht hätte.

Doch Midtjylland gab sich nicht geschlagen. Nur eine Minute später wieder Bruun - wieder Bak als Vorbereiter - und wieder drin. 2:3, das Stadion bebte, und der Teenager aus der eigenen Jugend wurde endgültig zum Hoffnungsträger des Abends. "Wenn der Junge so weitermacht, muss ich meinen Platz räumen", witzelte der erfahrene Gustav Asmussen.

Danach war es ein Spiel auf ein Tor - allerdings auf das falsche. Midtjylland hatte 57 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse und gefühlt 90 Prozent der Emotionen, doch Lyngby verteidigte mit allen Mitteln. Manchmal mit Glück, manchmal mit Foul. In der 60. Minute sah Rechtsverteidiger Gudmund Bundgaard Gelb, in der Nachspielzeit musste Simon Poulin nach einer roten Karte runter. "Ein Missverständnis", behauptete er später. Die TV-Bilder widersprachen höflich, aber deutlich.

"Ich weiß nicht, ob wir das verdient haben, aber manchmal muss man das Glück erzwingen", sagte Kellershoff mit einem breiten Grinsen. Sein Gegenüber, Midtjyllands Trainer - der sich nach Abpfiff lieber wortlos in die Kabine verzog - dürfte das anders sehen.

Am Ende stand ein 3:2-Auswärtssieg, der Lyngby BC wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Van Ranst, Graversen und Fuchs trugen sich in die Torschützenliste ein, während Midtjylland trotz engagiertem Auftritt leer ausging. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, mehr Struktur, aber eben auch mehr Pech. Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne treffend formulierte: "Wir spielen schön, die schießen Tore."

Und so reiste Lyngby mit drei Punkten und einem leicht ramponierten Innenverteidiger zurück nach Hause, während Midtjylland über vergebene Chancen und junge Hoffnungsträger grübelte. Vielleicht tröstet sie der Gedanke, dass Sören Bruun an diesem Abend endgültig in der Liga angekommen ist.

"Ich will einfach Spaß haben und Tore schießen", sagte der 18-Jährige, als er nach Spielende vor den Fans applaudierte. Mit diesem Motto kann man verlieren - aber wenigstens mit Stil.

25.05.643987 04:37
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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