Dagbladet Sport
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Lyngby BC zerlegt Vedbäk BK - Van Ranst führt königsblaues Feuerwerk an

Wer um 20:30 Uhr im Vedbäk-Stadion noch hoffte, das Flutlicht würde wenigstens das Ergebnis aufhellen, wurde bitter enttäuscht. 12.500 Zuschauer sahen, wie Lyngby BC am 15. Spieltag der 1. Liga Dänemark mit chirurgischer Präzision einen 4:0-Auswärtssieg einfuhr - und Vedbäk BK in der zweiten Halbzeit komplett auseinandernahm.

Dabei begann alles so harmlos. Vedbäk hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), kombinierte gefällig, und Trainer Adrien Gallioux wirkte an der Seitenlinie noch siegessicher, als er seinem Assistenten zuraunte: "Wir müssen nur das erste Tor machen, dann kippt das Spiel." - Nun, das Tor fiel. Dummerweise auf der anderen Seite.

Doch zunächst verlief die erste Hälfte torlos. Der junge Vedbäk-Verteidiger Ignacio Guerrero sah früh Gelb (6.), nachdem er den flinken Jannick Fiedler nur mit einem beherzten Griff stoppen konnte. "Ich habe ihn kaum berührt", protestierte Guerrero - und grinste dabei so schief, dass selbst der Schiedsrichter kurz die Mundwinkel zuckte. Lyngbys Vicente Chalana revanchierte sich mit einem rustikalen Einsteigen und kassierte in der 18. Minute ebenfalls Gelb. Kurz darauf folgte Teamkollege Gudmund Bundgaard mit derselben Farbe - Lyngby sammelte Karten, Vedbäk Ballbesitz. Tore? Fehlanzeige.

Nach der Pause änderte sich das Bild radikal. Lyngby-Coach Hans Kellershoff hatte offenbar den richtigen Ton getroffen. "Ich sagte den Jungs: Wenn ihr schon nicht schön spielt, dann wenigstens effizient", lachte er später auf der Pressekonferenz. Die Spieler nahmen ihn beim Wort.

In der 62. Minute war es Elias Van Ranst, der nach feiner Vorarbeit von Marwin Menzel zum 1:0 traf. Ein Schuss, trocken, präzise, und plötzlich war es mucksmäuschenstill in Vedbäk. Nur Lyngbys Bank tobte - und Kellershoff klatschte wie ein Mann, der wusste, dass das nur der Anfang war. Zehn Minuten später legte Van Ranst nach, diesmal bedient von Routinier John Marshal. 2:0 - und Vedbäk brach auseinander wie ein schlecht geklebtes Lego-Haus.

"Wir waren eigentlich noch im Spiel", meinte Vedbäks Kapitän Thomas Mortensen resigniert. "Aber dann haben sie uns einfach überlaufen. Wie im Training, nur dass wir die Hütchen waren."

Lyngby spielte sich jetzt in einen Rausch. In der 79. Minute revanchierte sich Van Ranst bei seinem Sturmpartner Fiedler: Pass in den Lauf, Fiedler zieht ab - 3:0. Vedbäks junger Keeper Arvid Andersson streckte sich vergebens. Die Zuschauer, viele mit blau-weißen Schals, begannen an diesem Punkt, über frühe Abgänge nachzudenken.

Der Schlusspunkt gehörte dann John Marshal, der in der 93. Minute einen butterweichen Pass des eingewechselten 18-jährigen David Frost zum 4:0 vollendete. Eine Szene wie aus dem Lehrbuch: jung legt auf, alt trifft. "Ich wollte eigentlich querlegen", gab Frost nachher lachend zu, "aber John hat gebrüllt wie ein Löwe. Da hab ich mich nicht getraut, was anderes zu machen."

Vedbäk versuchte tapfer gegenzuhalten - neun Torschüsse, ein paar halbgefährliche Szenen von Custodio und Devenpeck, dazu zwei Gelbe Karten (Guerrero und Fernandes) und jede Menge Frust. Doch Lyngby war an diesem Abend schlicht zu kaltblütig. 22 Schüsse auf das Tor, fast alle mit Wucht und Zielstrebigkeit.

Während Adrien Gallioux nach Abpfiff mit gesenktem Kopf in Richtung Kabine trottete ("Das war keine Lehrstunde, das war ein Fernstudium in Demut", murmelte er), feierten die Gäste ausgelassen. Van Ranst, der Doppeltorschütze, wurde mit Sprechchören bedacht und winkte in die Kurve. "Manchmal läuft’s einfach", sagte er und grinste. "Und heute lief’s für uns - und für Vedbäk eher rückwärts."

So steht Lyngby BC nach diesem 4:0-Erfolg glänzend da - effektiv, eingespielt, mit einem Stürmer in Galaform. Vedbäk hingegen muss dringend über seine Defensive nachdenken. Ballbesitz ist schön, aber Tore sind bekanntlich das, was auf der Anzeigetafel zählt.

Und so ging ein kühler Januarabend in Vedbäk zu Ende mit vier Treffern, drei Gelben Karten und einer Erkenntnis: Wer zu lange den Ball streichelt, bekommt von Lyngby irgendwann den Spielplan um die Ohren gehauen.

10.07.643987 14:28
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
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