Dagbladet Sport
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Lyngby BC und Brönshöj BK liefern sich ein wildes 2:2

Es war einer dieser Abende, an denen 31.479 Zuschauer im Lyngby Stadion schon nach wenigen Minuten wussten: Hier wird’s turbulent. Vier Tore in einer Halbzeit, Chancen im Minutentakt, ein verletzter Innenverteidiger und ein Trainer, der nach dem Abpfiff mehr Fragen als Antworten hatte - das 2:2 zwischen Lyngby BC und Brönshöj BK war ein dänisches Fußballdrama in Reinform.

Lyngby begann wie aus der Kanone geschossen. Schon in der ersten Minute prüfte Jannick Fiedler den Brönshöj-Keeper Dag Bentsen. Fiedler, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, jeden Ball selbst zu verwandeln, schoss im Laufe der Partie gefühlt auf alles, was sich zwischen Mittellinie und Elfmeterpunkt befand - 25 Torschüsse verzeichnete Lyngby insgesamt, ein Drittel davon ging auf sein Konto.

In der 13. Minute aber war es der Jüngste, der für die frühe Führung sorgte: Der 18-jährige David Frost, frisch aus der Jugend, traf nach Vorarbeit von John Marshal zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Frost nach Abpfiff schüchtern. "Der Ball war schneller im Netz, als ich gucken konnte."

Doch Brönshöj reagierte - und wie. In der 26. Minute war es Jörn Lorentzen, der nach einem langen Ball von Innenverteidiger Ruben Eriksen den Ausgleich erzielte. Nur zwei Minuten später legte Malte Svensson nach, eiskalt nach Vorlage ebenjenes Lorentzen. Zwei Tore in zwei Minuten, und plötzlich stand es 2:1 für die Gäste. "Da haben wir kurz vergessen, dass Verteidigen auch zum Spiel gehört", knurrte Lyngby-Coach Hans Kellershoff später.

Aber Lyngby wäre nicht Lyngby, wenn sie sich nicht mit stilvoller Sturheit zurückmelden würden. In der 37. Minute zirkelte Javier Segura den Ball nach feinem Zuspiel von Robert Aagaard in den Winkel - 2:2! Ein Tor, das selbst den sonst so stoischen Kellershoff von der Bank aufspringen ließ. "Das war Kunst", lobte er. "Kurz dachte ich, Javier malt da oben ein Gemälde in den Winkel."

Nach diesem atemlosen ersten Durchgang schien beiden Mannschaften klar: Ein bisschen Ruhe könnte nicht schaden. Doch Lyngby wollte mehr. Sie hatten den Ball zu 53 Prozent, drückten, schossen, rannten - und trafen nicht mehr. Fiedler, Van Ranst, Juul - sie alle probierten es, aber Brönshöjs Torhüter Bentsen verwandelte sich in der zweiten Hälfte in eine Mischung aus Katze und Betonwand. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich auf dem Boden lag", lachte er später.

Im Gegensatz dazu blieb Brönshöj in der zweiten Halbzeit taktisch brav: ausgewogen, solide, kein Pressing. Sie lauerten, verteidigten - und profitierten von Lyngbys wachsender Verzweiflung. Als dann in der 74. Minute Lyngbys Innenverteidiger Caio Nene verletzt raus musste, wurde es kurz unruhig. Der eingewechselte Aslaug Marcussen brachte zwar Stabilität, aber auch eine Gelbe Karte kurz vor Schluss, als er einen Konter der Gäste resolut - um nicht zu sagen rustikal - stoppte.

Die Schlussphase war ein einziges Anrennen der Gastgeber. Fiedler feuerte in der 77. Minute erneut aufs Tor, Van Ranst scheiterte in der 89. Minute um Zentimeter. Das Publikum hielt die Luft an, Trainer Kellershoff kaute nervös an seinem Kugelschreiber, und selbst der Linienrichter wirkte, als würde er lieber nicht pfeifen müssen.

Doch das 2:2 blieb bestehen. Ein Ergebnis, das sich nach mehr anfühlte - für Lyngby nach zu wenig, für Brönshöj nach einem kleinen Coup. "Wenn du 25 Mal aufs Tor schießt und zweimal triffst, brauchst du wahrscheinlich ein Zielwasser-Abo", witzelte Lyngbys Kapitän John Marshal nach dem Spiel.

Brönshöjs Trainer - der sich im offiziellen Bericht bescheiden anonym hielt, aber an der Seitenlinie mit dem Charme eines Mathematiklehrers dirigierte - grinste breit: "Wir haben gewusst, dass Lyngby gerne Fußball spielt. Wir haben beschlossen, sie spielen zu lassen - aber das Ergebnis mitzunehmen."

Am Ende reichte es also für beide zu einem Punkt, für die Zuschauer zu 90 Minuten voller Emotionen und für die Reporter zu einer Geschichte, die sich fast von selbst schrieb.

Und als die Lichter im Stadion ausgingen, murmelte ein Fan auf der Tribüne: "Wenn das unentschieden war, will ich gar nicht wissen, wie ein Sieg aussieht."

Vielleicht das schönste Fazit eines Spiels, das alles hatte - außer einen Sieger.

10.07.643987 14:28
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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