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Lyngby BC siegt eiskalt - Verloese scheitert am eigenen Mut

12500 Zuschauer im Verloese Park sahen am Samstagabend ein Spiel, das man wohl am besten unter die Kategorie "gut gemeint, aber schlecht umgesetzt" einordnen darf. Der FC Verloese wollte, Lyngby BC konnte - und das Ergebnis von 0:2 (0:0) spricht Bände.

Dabei begann alles so hoffnungsvoll. Trainer des Heimteams, dessen Name an diesem Abend nicht laut durchs Stadion hallte, hatte seine Mannschaft auf Offensive eingestellt. "Wir wollten mutig auftreten", erklärte er nach der Partie mit einem gequälten Lächeln. Und mutig traten sie auf - zumindest bis zum gegnerischen Strafraum. Dann allerdings bekam der Ball kalte Füße.

In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Acht Torschüsse für Verloese, neun für die Gäste - das klang nach Action, sah aber eher nach Sparflamme aus. Besonders Esben Olsson, der erfahrene Linksaußen, versuchte in der 10. Minute per Distanzschuss, Lyngbys Torwart Edvin Brodersen zu überraschen. Der aber blieb cool wie ein dänischer Wintermorgen.

Halvor Brodersen und Arvid Therkildsen prüften ebenfalls den Keeper, doch Lyngbys Defensive stand kompakt. Auf der anderen Seite ließ Damian Granados bereits in der 26. Minute seine Klasse aufblitzen, als er sich rechts durchsetzte und aus spitzem Winkel abzog - Verloeses Torhüter Peter Ravn musste sich ordentlich strecken. "Da dachte ich, der Ball ist schon drin", gestand Granados später mit einem Grinsen.

Nach 45 Minuten stand es 0:0 - und das war auch gerecht. Verloese hatte mehr Elan, Lyngby mehr Ruhe. Dann kam die 50. Minute, und mit ihr der Bruch im Spiel der Gastgeber.

Lyngby kombinierte sich über rechts nach vorn, Granados legte quer, und Robert Aagaard schob eiskalt ein. 1:0 für die Gäste, mitten ins Herz der Verloeser Offensive. "Wir haben genau das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten: geduldig bleiben und dann zuschlagen", erklärte Lyngbys Trainer Hans Kellershoff später trocken.

Verloese versuchte zu antworten - mit Kampf, Herz und etwas Verzweiflung. David Rincon zog zweimal ab, einmal in der 47. und noch einmal in der 76. Minute, doch Brodersen im Gäste-Tor blieb unbezwingbar. Als dann in der 78. Minute auch noch Esben Olsson verletzt vom Platz musste, schien das Schicksal endgültig entschieden. Ersatzmann Rafael Matamoros kam zwar mit frischem Elan, aber auch er fand kein Durchkommen.

Lyngby blieb seiner Linie treu: defensiv sicher, im Angriff präzise. In der Nachspielzeit setzten sie noch einen drauf - und ausgerechnet Innenverteidiger Jorge Derlei traf nach Ecke von Damian Granados zum 2:0-Endstand (90.). "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", lachte Derlei nach dem Spiel, "und plötzlich war ich Stürmer."

Die Zahlen unterstreichen den Eindruck: 52 Prozent Ballbesitz für Lyngby, fast ausgeglichene Zweikampfquote (50,2 zu 49,8 Prozent), aber die entscheidende Effizienz auf Seiten der Gäste.

"Wir haben das Spiel nicht verloren, weil wir schlecht waren", murmelte Verloese-Kapitän Adriano Antolinez in die Mikrofone, "sondern weil Lyngby einfach das gemacht hat, was wir hätten machen sollen - Tore schießen."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Hoffnung. Trainer Kellershoff indes blieb bescheiden: "Zwei Tore aus neun Schüssen - das ist Effizienz, aber auch Glück. Beim nächsten Mal kann das anders laufen."

Beim nächsten Mal, das hofft man in Verloese, läuft es tatsächlich anders. Vielleicht mit weniger Mut und mehr Zielwasser. Vielleicht auch einfach mit einem Tor - irgendwann.

Denn eines steht fest: Mut allein schießt keine Tore. Und manchmal reicht ein kühler Kopf aus Lyngby, um den heißblütigen Offensivdrang eines Heimteams in bittere Realität zu verwandeln.

So endete ein Abend, der für Lyngby BC drei Punkte brachte - und für Verloese die Erkenntnis, dass Offensivgeist ohne Abschlussqualität ungefähr so nützlich ist wie ein Regenschirm im Sturm.

Das Publikum ging nach 90 Minuten in die kalte Nacht hinaus - ein bisschen enttäuscht, ein bisschen stolz, und ganz sicher um eine Erfahrung reicher: Fußball ist eben kein Wunschkonzert, schon gar nicht in der 1. Liga Dänemark.

24.10.643987 01:57
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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