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Ein Freitagabendspiel, Flutlicht über dem Stadion an der Saarner Straße, 4.238 Zuschauer auf den Rängen, und am Ende ein einziger Treffer, der alles entschied: VfB Speldorf schlägt Gerda GFC Berlin mit 1:0. Es war kein Spektakel, aber eines jener Spiele, über die man beim Bier danach sagt: "Hauptsache gewonnen." Von der ersten Minute an war klar, dass Speldorf an diesem 34. Spieltag der Regionalliga A den Heimvorteil nutzen wollte. Bereits nach 60 Sekunden prüfte Klaus Lux den Berliner Keeper Bernd Krieger mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 18 Speldorfer Versuchen auf das Tor. "Ich dachte mir, wenn wir früh draufhalten, kippt das Ding auf unsere Seite", sagte Lux später mit einem Grinsen, das mehr "endlich" als "zufrieden" verriet. Die Berliner hielten dagegen, fast stoisch. Mit 49,7 Prozent Ballbesitz und neun Torschüssen waren sie keineswegs chancenlos. Peter Wolf, der zentrale Mittelfeldmotor von Gerda, brachte in der 55. Minute den Ball gefährlich flach aufs Eck, doch Speldorfs Torwart Stephan Ahrens war im Flug und hielt spektakulär. Auf der Tribüne rief ein älterer Fan: "Der Ahrens hat Spiderman gefrühstückt!" - und es klang nicht ganz falsch. Das Spiel selbst wogte hin und her, taktisch erstaunlich ähnlich: Beide Teams agierten ausgewogen, weder besonders defensiv noch risikofreudig. Kein Pressing, kein bedingungsloses Anrennen - eher ein Schachspiel im Mittelfeld, mit gelegentlichen Explosionen. Marko Zimmer auf Speldorfs linker Seite war einer der Aktivposten, versuchte es gleich mehrfach (4., 25., 39., 69., 89. Minute), haderte aber immer wieder mit seiner Präzision. "Ich hätte heute auch auf zwei Tore schießen können - und beide knapp vorbeigezirkelt", sagte er sarkastisch nach Abpfiff. Nach einer zähen ersten Halbzeit (0:0) setzte sich das Muster fort: Speldorf suchte die Lücke, Berlin lauerte. Doch dann, in der 82. Minute, kam der Moment, der den Abend entschied. Finn Römer behauptete den Ball auf links, zog die Berliner Abwehr auf sich und legte quer. Klaus Lux rauschte heran, nahm Maß - und diesmal zappelte das Netz. 1:0. Das Stadion explodierte, und Lux rannte jubelnd in Richtung der Heimkurve, wo jemand ein Banner mit der Aufschrift "Lux leuchtet immer spät!" hochhielt. "Ich hab’ Finn nur zugerufen: ’Mach ihn heiß!’ - und er hat geliefert", beschrieb Lux später lachend die Szene. Römer konterte trocken: "Wenn Klaus den nicht macht, kündige ich ihm die Freundschaft." Danach wurde es noch einmal hektisch. In der 83. Minute verletzte sich Speldorfs Rechtsverteidiger Luis Röder unglücklich bei einem Zweikampf und musste vom Platz - für ihn kam Luke Lankford. Trainer Müller (der Name bleibt ungenannt, aber seine Gestik verriet alles) fluchte an der Seitenlinie, bevor er sich wieder fing. "Wir haben heute mit Herz gespielt, aber auch mit einem kleinen Defibrillator neben der Bank", witzelte er später. Kurz darauf sah Manfred Zander Gelb, weil er einen Berliner Konter mit einem beherzten Griff ans Trikot stoppte. "Taktisches Foul", nannte er es. "Notbremse light", meinte der Schiri. Die Berliner warfen in der Schlussphase alles nach vorn, aber ihre Angriffe verpufften. Robin Marx schoss in der 86. Minute noch einmal gefährlich, doch Ahrens blieb unüberwindbar. Als der Schlusspfiff ertönte, atmete Speldorf kollektiv durch - und Berlin wirkte, als hätte man gerade einen Bus verpasst, der nur alle fünf Wochen fährt. Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen: 50,2 Prozent Ballbesitz für Speldorf, 49,8 für Berlin. Die bessere Zweikampfquote (54 zu 46 Prozent) und die klareren Chancen gaben jedoch den Ausschlag. "Wir haben’s nicht clever genug ausgespielt", ärgerte sich GFC-Kapitän Peter Wolf. "Und ehrlich gesagt: Der Ahrens war heute ein Albtraum." Der Abend endete, wie er begonnen hatte - mit einem Flutlicht, das auf müde, aber glückliche Gesichter schien. Speldorf feierte den knappen, aber verdienten Sieg, Berlin schlich vom Platz, als wäre die Saison schon zu Ende. Oder, wie es ein Speldorfer Fan an der Stadionwurstbude formulierte: "Schön war’s nicht, aber wichtig. Und wenn’s wieder so läuft, nehmen wir auch nächste Woche ein hässliches 1:0." Manchmal reicht ein Lux-Moment, um eine ganze Nacht zu erhellen. 18.10.643993 12:08 |
Sprücheklopfer
Heute habe ich sicher so viel Unterstützung wie Leonid Breschnew früher bei den Sowjet-Wahlen!
Jan-Aage Fjörtoft nachdem er das Siegtor gegen Bayern München geschossen hatte