La Nacion
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Luque tanzt, 2 de Mayo taumelt - ein 4:0 mit Donnerhall

In Luque war an diesem Samstagabend kaum ein Platz frei. 43.500 Zuschauer drängten sich auf den Rängen, als Club General Luque UD 2 de Mayo mit 4:0 abfertigte - und das mit einer Leichtigkeit, die irgendwo zwischen Fußballlehrstunde und Kabarett pendelte. "Wir wollten gleich zeigen, wer hier das Licht anmacht", grinste Trainer Rolando Rolando nach dem Spiel und konnte sich dabei kaum das Lachen verkneifen.

Schon nach zwei Minuten knallte es das erste Mal: Wouter Roemer, der Rechtsaußen mit der Dynamik eines Schnellzugs, jagte den Ball nach Vorarbeit von Vincent Hennessy unter die Latte. Die Gäste wirkten noch im Begrüßungsmodus. "Ich schwöre, ich hab den Ball nicht mal kommen sehen", gab UD-Torhüter Xavi Hernando später entwaffnend ehrlich zu.

Luque blieb im Offensivmodus, fast schon übermütig. Die Taktik des Heimteams: offensiv, ausgewogen, aber mit klarer Lust am Risiko. 2 de Mayo dagegen versuchte es mit "ausgewogenem" Spiel - eine Beschreibung, die laut Statistikprogramm wohl auch für eingeschlafene Katzen gelten dürfte.

In der 34. Minute kam dann der zweite Streich. Pascal Lee, eigentlich linker Verteidiger, stürmte nach vorn, nahm einen Pass von Billy Onnington auf und schlenzte den Ball ins lange Eck. Die Fans tobten, und Lee selbst zeigte eine Jubelpose, die irgendwo zwischen Ballett und Breakdance lag. "Ich wollte einfach mal wissen, wie sich ein Stürmer fühlt", sagte er später trocken.

Kaum hatten sich die Gäste sortiert, klingelte es schon wieder. Eine Minute später, 35. Minute - Leandro Suero schloss nach Vorlage von Julian Celis ab. 3:0. Das Stadion bebte, und 2 de Mayo-Trainer Nurullah Sahin starrte fassungslos auf sein Notizbuch, als suche er darin nach einer Gebrauchsanweisung für Wunder.

Die erste Halbzeit endete mit einem Bild, das alles sagte: Luques Keeper Laurent Bonnaire wärmte sich durch Hampelmänner, weil ihm schlicht langweilig war. 14 Torschüsse hatte sein Team am Ende, die Gäste kamen auf sieben - und auch diese waren eher Alibiaktionen als echte Gefahr.

Nach der Pause versuchte 2 de Mayo, mit drei frischen Kräften (Usai, Bischoff und Collantes) das Ruder herumzureißen. Doch es blieb beim Versuch. Stattdessen setzte Luque noch einen drauf: In der 55. Minute legte Rechtsverteidiger Alejandro Eximeno quer, und Julian Celis traf trocken zum 4:0. Celis, der Mann des Spiels, kommentierte später: "Ich dachte erst, er will zurückspielen - dann war der Ball plötzlich bei mir. Na ja, man muss ja was draus machen."

Danach schaltete Luque in den Verwaltungsmodus. Die Fans skandierten Spieler-Namen, die Sonne ging unter, und UD 2 de Mayo sehnte wohl nur noch den Schlusspfiff herbei. In der 81. Minute sah Eximeno Gelb, was er mit einem Schulterzucken quittierte: "Wenigstens war ich mal im Mittelpunkt." Bei 2 de Mayo erwischte es in der 89. Minute Julio Vazques ebenfalls mit Gelb - Symbol einer Partie, in der die Gäste meistens einen Schritt zu spät kamen.

Kurz vor Schluss gab es noch Aufregung um eine Verletzung von Leandro Suero, der humpelnd vom Platz musste. Trainer Rolando reagierte pragmatisch: "Er hat gesagt, er braucht ’ne Pause - ich hab gesagt, gönn dir." Gabriel Houghton kam für ihn und durfte immerhin noch die letzten Minuten im gleißenden Jubel erleben.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen - 52,9 Prozent Ballbesitz für Luque, 47,1 für 2 de Mayo - doch wer’s gesehen hat, weiß: Diese Zahlen lügen ein bisschen. Denn Luque spielte, als hätten sie doppelt so viele Beine.

Nach dem Abpfiff wurde gefeiert, als hätte man gerade die Copa gewonnen. "Das war nicht nur ein Sieg", sagte Kapitän Hennessy in der Mixed Zone, "das war eine Botschaft." Trainer Sahin nickte später resigniert: "Ja, die Botschaft war deutlich."

Ein 4:0, das in Erinnerung bleibt - nicht, weil es knapp war, sondern weil es zeigte, wie elegant ein Team Fußball spielen kann, wenn alles passt. Und wie gnadenlos ehrlich dieses Spiel ist, wenn man auf der anderen Seite steht.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, muss man Eintritt zahlen, nur um General Luque beim Spaßhaben zuzusehen."

- Ende einer Lehrstunde in Gelb und Blau.

30.03.643994 11:23
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