La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Luque stiehlt Asunción den Abend - Porteno wacht zu spät auf

Manchmal sind Fußballspiele wie schlechte Romane: Man weiß schon nach zehn Minuten, wie’s ausgeht, doch man liest tapfer bis zum Ende. So ähnlich dürfte sich der 12. Spieltag der 1. Liga Paraguay für die 31.788 Zuschauer im Estadio Porteno angefühlt haben. Club General Luque gewann bei Porteno Asuncion mit 2:1 (2:0) - und das, obwohl die Gastgeber mehr Ballbesitz, mehr Pässe und wahrscheinlich auch mehr Verzweiflung hatten.

Es waren kaum 15 Minuten gespielt, da hatte der Gast aus Luque bereits zweimal getroffen. Erst zimmerte Stephane Caron in der 13. Minute den Ball trocken ins Netz - nach einem überraschend präzisen Zuspiel von Innenverteidiger Julian Mingo, der wohl selbst verblüfft war, dass er plötzlich als Spielmacher glänzte. Eine Minute später legte Georges Blanqui nach, bedient vom flinken Rechtsverteidiger Alejandro Eximeno. 2:0 - und auf den Rängen wurde es kurz so still, dass man den Eisverkäufer im Oberrang husten hörte.

"Wir waren einfach noch im Aufwärmen", murmelte Portenos Trainer später, während er seine Wasserflasche eindrückte. Namen wollte er keinen nennen - aber die Körpersprache seiner Abwehr sprach Bände.

Dabei hatte Porteno Asuncion in den Statistiken die Nase vorn: 54,5 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse, eine Passquote, die in der Theorie schön aussieht. Nur: Fußball wird nicht in Excel gewonnen. Luque schoss 17-mal aufs Tor und traf eben zweimal - früh, entschlossen, eiskalt.

"Wir wussten, dass sie hinten gern den Ball laufen lassen", grinste Luques Coach Rolando Rolando nach Abpfiff. "Also haben wir ihnen den Spaß verdorben." Ein Satz, der so lapidar klingt, wie seine Mannschaft spielte - direkt, gradlinig, effektiv.

Porteno kam erst nach der Pause in Schwung. In der 52. Minute war es der junge Nevio Bertran, der nach Vorarbeit von Routinier Jannis Greiner endlich den Bann brach. Ein Schuss wie ein Stoßseufzer: kräftig, aber spät. 1:2 - Hoffnung keimte auf, kurzzeitig. Die Fans erwachten, man hörte wieder Gesänge, und plötzlich glaubte selbst der Stadionsprecher an ein Wunder.

Doch Luque ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Was folgte, war ein Lehrbeispiel in kontrollierter Defensive. Der eingewechselte David Simard brachte frische Luft ins Mittelfeld, während Keeper Laurent Bonnaire mit stoischer Ruhe zwei gefährliche Schüsse von Robin Keller entschärfte. "Ich hab ihn kommen sehen", sagte Bonnaire später, "und dachte: Der trifft höchstens den Kameramann."

Porteno drückte, rannte, warf alles nach vorn - sogar Rechtsverteidiger Harvey Henderson, der zuvor Gelb gesehen hatte, wagte sich in Strafraumnähe. Doch Luque verteidigte mit einer Mischung aus Pragmatismus und Zynismus, die man nur bewundern kann, wenn man nicht auf der Tribüne der Heimmannschaft sitzt.

In der 81. Minute versuchte es Bertran erneut - diesmal strich der Ball haarscharf am Pfosten vorbei. Und als Mario Mendoza in der Nachspielzeit aus 18 Metern abzog, hielt das Stadion den Atem an. Aber Bonnaire war wieder da, pflückte den Ball runter, als wäre es ein Apfel im Garten.

Nach Abpfiff stand Portenos Kapitän Alain Leblanc mit leerem Blick auf dem Rasen. "Wir dürfen uns nicht so früh ausknocken lassen", meinte er. "Zwei Tore in 15 Minuten - das ist kein Pech, das ist Schlamperei." Ein Satz, der vermutlich auch auf den Kabinenwänden hängen wird.

Luque dagegen feierte ausgelassen. Blanqui tanzte mit Caron im Mittelkreis, und Trainer Rolando versprach den Spielern "ein Abendessen auf meine Rechnung - aber nur, wenn keiner über die Statistik redet".

Unterm Strich: Porteno Asuncion hatte mehr vom Spiel, Luque mehr vom Ergebnis. Das nennt man Effizienz - oder, wie ein alter Kollege mal sagte: "Der Ball ist rund, aber Punkte sind eckig - und die nimmt man mit."

Ein augenzwinkerndes Fazit? Vielleicht dieses: Wer zwei Tore in 14 Minuten kassiert und dann 76 Minuten lang auf den Ausgleich hofft, sollte weniger über Pech und mehr über Pünktlichkeit reden.

26.05.643987 11:07
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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