Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

Lungskile SK kämpft sich nach 1:3-Pausenrückstand zu wildem 3:3 zurück

Ein eisiger Januarabend, Flutlicht, 12.500 Zuschauer mit Wollmützen - und ein Fußballspiel, das keiner so schnell vergessen wird: Lungskile SK und Ersboda BK trennten sich am 20. Spieltag der 1. Liga Schweden mit einem spektakulären 3:3 (1:3). Wer in der Halbzeit schon aufstand, um den Glögg nachzufüllen, verpasste eine der stürmischsten Aufholjagden, die das Stadion an der Westküste seit Jahren gesehen hat.

Ersboda BK begann, als hätten sie Koffein statt Blut in den Adern. Nach elf Minuten klingelte es erstmals: Adam Hoskins drückte die Hereingabe von Mikael Uggla trocken über die Linie - 0:1. Lungskile wirkte verdutzt, als hätte jemand den Anpfiff verschlafen. Und Ersboda machte weiter. In der 18. Minute nutzte Julio Sancho einen blitzschnellen Flankenwechsel von Kevin Engel und erhöhte auf 2:0.

"Da sahen wir mehr nach Eishockey als nach Fußball aus", knurrte Lungskiles Keeper Kassandros Domazos später.

Kurz darauf schien die Partie endgültig entschieden - doch da war ja noch Sigfrid Dahlin. Der flinke Linksaußen traf in der 20. Minute nach schöner Vorarbeit von Filip Berglund zum 1:2. Die Fans sprangen auf, die Felle schienen vielleicht doch noch nicht davonzuschwimmen. Aber kurz vor der Pause setzte Julio Sancho noch einen drauf: Nach Vorarbeit des jungen Asier Quaresma hämmerte er den Ball zum 1:3 ins Netz. Halbzeit, Pfiffe, Ratlosigkeit.

In der Kabine muss Trainer und Namensvetter-Philosoph Ivar Pettersson - nein, nicht der Spieler, sondern der Trainer (zumindest inoffiziell) - die richtigen Worte gefunden haben. "Ich habe gesagt: Jungs, wir spielen hier nicht Schach, sondern Fußball. Also bewegt euch!", berichtete er nach dem Spiel mit einem Grinsen.

Und siehe da: Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, stand es 2:3. Wieder Dahlin, diesmal nach präzisem Zuspiel von Mittelfeldmotor Ivar Pettersson (dem Spieler, nicht dem Trainer). 47 Minuten auf der Uhr, das Stadion tobte.

Nun war Ersboda plötzlich das Team, das schwamm. Trotz stärkerer Zweikampfquote (53 Prozent) verloren sie ihren Rhythmus, Lungskile übernahm das Kommando, hatte mehr Ballbesitz (55,8 Prozent) und schob sich Angriff um Angriff nach vorn. In der 57. Minute dann der Ausgleich: Linksverteidiger Herbert Larsson fasste sich ein Herz, zog nach einem Pass von Peter Wendt aus gut 25 Metern ab - und traf. 3:3.

"Ich wollte eigentlich flanken", gestand Larsson später lachend. "Aber wenn der Ball den Torwinkel küsst, sagst du natürlich, das war Absicht."

Das Spiel blieb wild. Jean Piccard prüfte Ersbodas Torwart Jesper Karlson mehrfach, während Kevin Engel auf der Gegenseite die Latte traf. Trainer Piel Juergen von Ersboda stand an der Seitenlinie und gestikulierte, als wolle er den Ball persönlich in den Sechzehner tragen. "Das war ein verrücktes Spiel. Wir hätten gewinnen können, aber am Ende müssen wir froh sein, dass wir nicht verlieren", seufzte er.

Seine Mannschaft hatte zwar mehr Torschüsse (16 zu 9), doch die Präzision blieb in der zweiten Hälfte auf der Strecke. Dazu kamen zwei Gelbe Karten: Alfred Abelson sah sie nach einem rustikalen Einsteigen (38.), Carl Nuno in der Nachspielzeit - vermutlich, um seine Sammlung zu vervollständigen.

Die Schlussphase war ein einziges Nervenflattern. Lungskile drängte, doch Ersboda konterte gefährlich. In der 89. Minute rutschte Berglund knapp am Ball vorbei, und kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab. Die Spieler fielen sich in die Arme, einige wirkten, als hätten sie gerade einen Marathon hinter sich.

"Das war nichts für schwache Herzen", meinte Sigfrid Dahlin, zweifacher Torschütze und Mann des Abends. "Zur Pause dachte ich, wir kriegen heute richtig einen mit. Aber dann haben wir einfach angefangen, Fußball zu spielen."

Selbst die Fans, die in der ersten Halbzeit noch "Wacht auf, Lungskile!" skandierten, spendeten stehende Ovationen.

Ersboda, trotz des Remis weiter im Mittelfeld der Tabelle, zeigte phasenweise begeisternden Offensivfußball, verlor aber in der Defensive die Ordnung. Lungskile hingegen bewies Moral und einen Hauch Wahnsinn - eine Kombination, die an diesem frostigen Abend für ein 3:3 reichte, das sich wie ein kleiner Sieg anfühlte.

Oder wie es Trainer Juergen nachdenklich formulierte, während er in den Schneematsch vor der Trainerbank starrte: "Wenn man drei Tore schießt und nicht gewinnt, hat man entweder Pech - oder gegen Lungskile SK gespielt."

Ein Fazit mit Schmunzelfaktor, das die 12.500 frierenden, aber glücklichen Zuschauer sicher unterschreiben würden.

07.09.643987 17:31
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Jens Jeremies erinnert mich an den jungen Lothar Matthäus.
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