El Colombiano
+++ Sportzeitung für Kolumbien +++

Les Milionaros zünden Feuerwerk - 5:0 gegen America Pereira

Wer am Sonntagabend im Stadion von Bogotá saß, durfte sich über ein Lehrstück in Sachen Offensivfußball freuen - zumindest, wenn er ein Herz für Les Milionaros hat. 49.944 Zuschauer erlebten beim 24. Spieltag der 1. Liga Kolumbien, wie die Hausherren America Pereira mit 5:0 (2:0) aus dem Stadion schossen. Es war ein Abend, an dem Amaury Pacos fast allein ein Kleeblatt an Toren pflückte - und die Gäste wohl am liebsten schon zur Halbzeit in den Bus gestiegen wären.

Von Beginn an machten die Milionaros klar, wer hier die Millionen Ideen im Kopf hatte. Schon nach drei Minuten prüfte Pacos den gegnerischen Keeper Leandro Vazques mit einem strammen Schuss - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Pereira zeigte sich zwar bemüht, doch ihre zwei kümmerlichen Torschüsse im gesamten Spiel reichten kaum, um Torhüter Vitor da Costa auch nur ins Schwitzen zu bringen.

In der 33. Minute brach das Unheil für die Gäste dann endgültig über sie herein: Amaury Pacos, nach feiner Vorarbeit von Juan Dominguez, zog von links in die Mitte und jagte den Ball ins lange Eck. 1:0. Pereira schaute zu, als hätte jemand die Pausetaste auf ihrer Fernbedienung gedrückt. "Ich hab’ den Ball nur getroffen, wie ich’s im Training immer versuche - diesmal hat’s halt gepasst", grinste Pacos nach dem Spiel, bescheiden wie ein Stürmer, der genau weiß, dass er heute die Hauptrolle spielte.

Neun Minuten später legte Nevio Couto nach. Wieder war Dominguez der Vorlagengeber, der mit einem weiten Pass die Abwehr Pereira’s so mühelos zerschnitt wie ein Chirurg mit dem Skalpell. Couto blieb cool, 2:0 - Halbzeit.

Trainer Rodrigo Rodriguez von den Milionaros ging beim Pausentee angeblich lachend durch die Kabine und meinte: "Jungs, spielt einfach so weiter, als würdet ihr gegen Trainingshütchen spielen." Und tatsächlich: Seine Mannschaft tat genau das.

Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff das 3:0 - wieder Pacos, wieder Dominguez als Assistgeber. Pereira verteidigte zu diesem Zeitpunkt mit der Körpersprache einer Schulklasse kurz vor Ferienbeginn. In der 58. Minute durfte Pacos erneut jubeln, sein drittes Tor, das 4:0. Dominguez, der an vier Treffern beteiligt war, bekam später von seinem Trainer ein Schulterklopfen und den scherzhaften Kommentar: "Wenn du so weitermachst, schreib ich dich als Co-Trainer ein."

Die Gäste aus Pereira fanden keine Antworten. Ihre "balancierte" Taktik wirkte wie ein unausgewogenes Rezept: viel Ballgeschiebe, wenig Geschmack. Nur zwei Schüsse auf das Tor - das sagt alles. Und als ob das Spiel nicht schon übel genug verlief, sammelte America in der Schlussphase noch Karten wie Souvenirs: Vier Gelbe, eine Gelb-Rote. Rechtsverteidiger Joseph Baskin flog in der 86. Minute vom Platz, nachdem er zuvor schon verwarnt worden war. Sein Gesichtsausdruck beim Abgang? Eine Mischung aus Ärger und Erleichterung.

Das Sahnehäubchen setzte Damian Miro in der Nachspielzeit. In der 91. Minute traf er nach Vorlage von Vitorino Barbosa zum 5:0-Endstand. Die Fans erhoben sich, die Welle rollte, und Pereira wirkte plötzlich ganz klein auf diesem großen Rasen. "Wir wollten wenigstens ein Ehrentor", murmelte Pereira-Kapitän Felix Dietrich nach dem Spiel, "aber die Milionaros haben uns einfach keinen Raum zum Atmen gelassen."

Statistisch gesehen war es eine Machtdemonstration: 24 Torschüsse zu 2, 51 Prozent Ballbesitz, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und das ohne übermäßiges Pressing. Rodriguez ließ offensiv spielen, aber ohne blindes Anrennen. Eine Art kontrolliertes Feuerwerk, das jederzeit explodieren konnte - und fünfmal explodierte.

Nach Abpfiff klatschten die Fans minutenlang, während Pacos mit dem Spielball in der Hand Richtung Tribüne winkte. "Ich nehme den Ball mit nach Hause", lachte er, "meine Katze wird sich freuen - sie liebt runde Dinge."

Trainer Rodriguez fasste es trocken zusammen: "Das war heute Spaßfußball mit Struktur. Wenn wir so weitermachen, müssen die Gegner bald Eintritt zahlen, um uns zu sehen."

Für America Pereira dagegen bleibt nur die Hoffnung, dass der nächste Gegner weniger Lust auf Spektakel hat. Denn an diesem Abend in Bogotá war klar: Les Milionaros spielten, Pereira schaute zu - und die Tore fielen fast von selbst.

Ein sarkastisches Fazit am Rande: Wenn man in 90 Minuten nur zweimal aufs Tor schießt, sollte man vielleicht überlegen, ob man nicht lieber Curling spielt - da darf man wenigstens öfter ran.

23.10.643987 20:07
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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