El Colombiano
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Les Milionaros retten späten Punkt gegen kämpferisches Atletico Cucuta

Ein lauer Januarabend in Bogotá, 50.251 Zuschauer im Estadio El Dorado - und ein Spiel, das all das bot, was einen Fußballabend zwischen "verdammt knapp" und "unfreiwillig komisch" ansiedelt. Am Ende trennten sich Les Milionaros und Atletico Cucuta 2:2, ein Ergebnis, das wohl beiden Trainern ein paar graue Haare mehr beschert hat.

Von Beginn an bestimmten die Hausherren das Geschehen. Offensive Ausrichtung, 52 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - Rodrigo Rodriguez ließ seine "Millos" mit Schwung anlaufen. Schon in der 2. Minute prüfte Damian Miro den gegnerischen Keeper Asier Domingos, der mit einer Flugeinlage à la Superheld den Ball aus dem Winkel fischte. Acht Minuten später rauschte ein Schuss von Juan Dominguez nur haarscharf vorbei, die Fans hielten kollektiv den Atem an.

In der 28. Minute war es dann soweit: Dimas Ximenes tankte sich über links durch, flankte butterweich - und Miro nickte den Ball zum 1:0 ein. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass der Ball mich findet", grinste der Stürmer danach. Tat er. Und wie. Das Stadion bebte, und Trainer Rodriguez riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Bis zur Pause kontrollierte Les Milionaros das Spiel, aber wer den Fußball kennt, weiß: Kontrolle ist ein scheues Tier. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, drehte sich das Blatt. Atletico-Trainer Felix Eckball hatte in der Kabine offenbar den richtigen Ton getroffen - oder einfach den Kaffee besonders stark gebrüht. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon verteidigt, dann wenigstens mit Würde!", lachte er später.

In der 47. Minute brachte Joan de Vivar eine präzise Flanke in den Strafraum, Felipe Albentosa stieg höher als alle anderen und köpfte zum 1:1 ein. Nur acht Minuten später setzte sich der eingewechselte Agustin Gutierre nach Zuspiel von Silvestre Ruiz durch und traf zum 1:2. Plötzlich lag Atletico vorn - und die Heimfans rieben sich die Augen.

"Wir waren einfach nicht wach", schimpfte Rodriguez nach dem Spiel. "Vielleicht hätten wir in der Halbzeit weniger Mate trinken sollen." Tatsächlich wirkten seine Spieler kurzzeitig wie in Trance, während Cucuta plötzlich angriffslustig und bissig war.

Doch Les Milionaros wäre nicht Les Milionaros, wenn sie nicht doch noch eine Antwort parat hätten. Der 18-jährige Juan Godinez, bislang eher als jugendlicher Wirbelwind bekannt, sorgte in der 71. Minute für den Ausgleich. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Humberto Moutinho nahm er den Ball gekonnt mit, drehte sich um seinen Gegenspieler - und traf eiskalt ins lange Eck. 2:2! "Ich hab einfach gemacht, was mein Opa mir immer gesagt hat: Wenn du zweifelst, schieß!", erzählte Godinez, die Stimme noch zitternd vor Adrenalin.

Das Stadion explodierte, und plötzlich glaubte jeder wieder an den Sieg. Miro hatte in der 89. Minute noch einmal die große Chance, doch sein Schuss aus 16 Metern war so zentral, dass Domingos fast beleidigt wirkte, ihn halten zu müssen. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab.

Ein Spiel mit zwei Gesichtern: Les Milionaros dominant, aber fahrig; Atletico Cucuta kämpferisch, aber anfällig. Die Statistik sprach klar für die Gastgeber - doppelt so viele Torschüsse, besserer Zweikampfwert (53 %) - doch am Ende stand nur ein Punkt.

Einige Nebengeräusche durften auch nicht fehlen: Nevio Olazabal sah in der 77. Minute Gelb, weil er offenbar glaubte, dass Trikotziehen olympisch geworden sei. In der Schlussphase humpelten gleich zwei Akteure vom Platz - Alfred Abelson bei Cucuta und Amaury Pacos bei den Milionaros. Letzterer wurde von Roger Delmas ersetzt, der nach dem Abpfiff murmelte: "Ich kam rein, um das Spiel zu drehen, und drehte mich erstmal im Kreis."

Trainer Felix Eckball zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: "Wir wollten nicht verlieren - das hat geklappt. Alles andere war Bonus." Rodriguez hingegen summte missmutig in Richtung Kabine: "Wenn man 16 Schüsse braucht, um zwei Tore zu machen, dann sollte man vielleicht mal Zielübungen mit geschlossenen Augen machen."

So endete ein Abend, der alles hatte: Tempo, Tore, Taktik - und ein bisschen Chaos. Ein Spiel, das keiner so richtig gewonnen, aber auch keiner so richtig verloren hat.

Und irgendwo in Bogotá summt jetzt vielleicht noch ein Fan: "Ein Punkt ist besser als kein Punkt." Selbst wenn es sich anfühlt, als hätte man gerade zwei liegen lassen.

10.04.643987 01:42
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