El Colombiano
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Last-Minute-Drama in Neiva: Opita Huila verschenkt Sieg gegen UD Bucaramanga

Es war ein Spiel, das man in Neiva noch eine Weile diskutieren wird - und zwar nicht nur an den Theken. 40.000 Zuschauer im Estadio Guillermo Plazas Alcid erlebten beim 21. Spieltag der 1. Liga Kolumbien ein 2:2 zwischen Opita Huila und UD Bucaramanga, das alles bot: Traumtore, späte Dramatik und einen jungen Verteidiger, der sich nach doppeltem Gelb selbst um den Applaus brachte.

Dabei fing alles so harmonisch an. Huila spielte mit Schwung, Bucaramanga mit Geduld - und dann kam Mattias Larsson. Der Rechtsverteidiger, sonst eher für rustikale Grätschen als für filigrane Ballkunst bekannt, traf in der 21. Minute aus dem Nichts. Nach einem präzisen Zuspiel von Nevio Baiao rauschte Larsson heran, setzte zum Schuss an - und plötzlich lag der Ball im Netz. "Ich habe einfach mal draufgehalten", grinste er hinterher. "Ich wusste gar nicht, dass ich das kann."

Der Treffer gab Huila Rückenwind. Kurz vor der Pause hätte Humberto Aguas beinahe nachgelegt, scheiterte aber an Finlay Linney, der im Tor der Gäste einen Glanztag erwischte. Mit 7 Torschüssen blieb Huila insgesamt deutlich unter Bucaramangas 15, doch zur Pause stand es 1:0 - Effizienz schlägt Statistik, dachte man sich im weiten Rund.

Nach der Pause legte Huila sogar nach. In der 51. Minute war es Sebastien Deyaert, der nach einem erneuten Zuspiel von Baiao auf 2:0 stellte. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch: Flügel, Pass, Abschluss - und die Fans tobten. "Da dachte ich, das Ding ist durch", gestand Trainer Ancelotti später mit einem Schmunzeln, "aber Fußball ist kein Mathematikunterricht."

Denn ab der 60. Minute kippte das Spiel zusehends. Bucaramanga, angetrieben von den unermüdlichen Mittelfeldmotoren Galindo und Nani, schnürte die Gastgeber ein. Die Gäste hatten zwar nur knapp mehr Ballbesitz (51 Prozent), aber sie machten daraus mehr. Und dann kam Bernardo Tristan - ein Name, den die Huila-Abwehr wohl noch in den Albträumen hören wird.

69. Minute: Tristan bekommt den Ball von Pascal Letourneur, zieht an, ein Haken, ein Schuss - Anschlusstreffer. Plötzlich war wieder alles offen. "Ich habe ihm zugerufen: ’Mach was!’ Und er hat’s gemacht", lachte Letourneur hinterher.

Huila wackelte, versuchte, das Ergebnis zu verwalten. Doch dann kam die 85. Minute, und Lionel Mendivil, der junge Linksverteidiger, übertrieb es mit dem Einsatz. Nach zwei Gelben Karten durfte er früher duschen. "Er ist jung, er will zeigen, dass er da ist", verteidigte ihn Kapitän Iniguez, "leider war er da - ein bisschen zu sehr."

Und so kam, was kommen musste. In der 88. Minute flankte der 19-jährige Ruben Martinez von rechts, und wieder war es Tristan, der zur Stelle war. 2:2 - der Ausgleich, die späte Erlösung für Bucaramanga. Die Gäste, inzwischen mit vollem Offensivmodus und Pressing bis zum letzten Atemzug, hatten sich den Punkt redlich verdient.

"Ich sagte den Jungs: ’Wenn schon verlieren, dann wenigstens mit Stil’", verriet Papa Ancelotti anschließend augenzwinkernd. "Aber sie haben sich entschieden, gar nicht zu verlieren - gefällt mir noch besser."

Opita Huila dagegen stand mit leeren Händen da, obwohl sie eigentlich alles im Griff hatten. Trainer (dessen Name man an diesem Abend besser nicht erwähnte, um sein Nervenkostüm zu schonen) verschwand wortlos in den Katakomben. Ein Mitarbeiter murmelte nur: "Er wollte noch prüfen, ob die Uhr wirklich 90 Minuten hatte."

Statistisch gesehen war das 2:2 gerecht: Huila mit weniger Schüssen, aber besserer Chancenverwertung; Bucaramanga mit mehr Initiative, aber zu spät wach geworden. Beide Teams zeigten eine ausgeglichene taktische Linie - bis Huila nach der Rot-Gelben Karte die Ordnung verlor.

Am Ende blieb das Gefühl, dass beide Mannschaften gewonnen und verloren hatten. Huila, weil sie zwei Punkte verspielten. Bucaramanga, weil sie zwei Tore aufholen mussten, um überhaupt einen zu bekommen.

"Wenn du 2:0 führst und 2:2 spielst, ist das wie ein Kuss auf die Wange, wenn du eigentlich auf die Lippen zielst", fasste Larsson die Stimmung zusammen - charmant, ehrlich und ein bisschen bitter.

Das Publikum verabschiedete die Spieler mit Applaus, vermutlich auch, weil man wusste: So ein Spiel ist der Grund, warum man Fußball liebt - und manchmal hasst.

Und irgendwo in der Kabine von Bucaramanga soll Ancelotti leise gesungen haben. Nicht aus Schadenfreude - sondern, weil selbst ein Unentschieden manchmal wie ein Sieg schmeckt.

19.09.643987 02:36
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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