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Es war ein Abend, an dem ein Mann die Schlagzeilen quasi mit dem rechten Fuß schrieb: Guy Larocque, der flinke Franzose auf der rechten Seite, traf dreimal und machte das Stadion der Greenstars GSC zum Tollhaus. 55.650 Zuschauer erlebten, wie ihre Mannschaft gegen Estella Roha einen 3:0-Sieg einfuhr - und das, obwohl die Gäste phasenweise mehr Ballbesitz hatten. Aber Ballbesitz gewinnt eben keine Spiele, Tore schon. Schon in der ersten Halbzeit war zu spüren, dass da etwas in der Luft lag - wenn auch zunächst nur der Geruch von kaltem Abendregen und leicht verbrannten Bratwürsten. Greenstars-Coach Ostkurve Berlin (ja, so heißt er wirklich) brüllte an der Seitenlinie unentwegt Anweisungen: "Mehr Druck, mehr Mut!", während seine Spieler reihenweise Chancen ausließen. Vor allem Jerome Bostwick hatte offenbar ein Dauerabo auf den Torwart der Gäste, Mario Soverato, abgeschlossen - fünf Schüsse in Halbzeit eins, kein Treffer. "Ich hab gezielt, ehrlich", grinste Bostwick später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Estella Roha, technisch sauber und mit mehr als 53 Prozent Ballbesitz, versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Miguel Canton prüfte früh den Keeper Laurent Boulanger, und Humberto del Rio tänzelte an der Strafraumkante, als wolle er einen Tanzwettbewerb gewinnen. Doch die Greenstars standen kompakt, griffig in den Zweikämpfen - Tacklingquote 56 Prozent - und lauerten auf ihre Chance. Nach einer torlosen ersten Halbzeit ging es mit einem lauten "Jetzt aber!" in Durchgang zwei. Und das "Jetzt aber!" nahm Guy Larocque offenbar wörtlich. In der 47. Minute nahm er eine butterweiche Flanke von Henri Monroe direkt ab - 1:0. Das Stadion explodierte, und Trainer Berlin riss die Arme hoch, als hätte er selbst getroffen. "Wir wussten, dass wir Geduld brauchen", sagte er später mit einem Augenzwinkern. "Und dass Guy irgendwann keine Lust mehr hat, daneben zu schießen." Sechs Minuten später wieder Larocque. Diesmal nahm er sich den Ball selbst, zog von rechts rein und schlenzte ihn mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der schon weiß, dass er heute Abend der Held sein wird - 2:0. Die Gästefans verstummten, Soverato schaute konsterniert, und Larocque riss jubelnd die Fäuste in die Luft. "Ich hatte einfach Spaß", meinte der Doppeltorschütze nach dem Spiel. "Und wenn’s läuft, dann läuft’s." Estella Roha versuchte danach, sich aufzubäumen. Miguel Canton schoss in der 69. Minute nochmal gefährlich, doch Boulanger reagierte blitzschnell. "Den hab ich gerochen", sagte der Keeper später grinsend. Viel mehr kam von den Gästen nicht - zu ideenlos, zu brav. In der 73. Minute folgte der endgültige Knockout: Wieder Larocque. Diesmal war Didier Hoskins der Vorbereiter, der das Leder elegant in den Lauf des Franzosen steckte. Larocque blieb cool, schob ein - 3:0. Das Publikum sang, die Tribüne bebte. Der Rest war Schaulaufen. In der 89. Minute durfte Torwart Jay Dunn noch zu seinem Debüt rein, und Youngster Leon Cochran bekam ein paar Minuten, die er wohl nie vergessen wird. Estella Roha kassierte noch eine Gelbe durch Linksverteidiger Jorge Fontàs - aus Frust, aus Verzweiflung, vielleicht auch einfach, weil’s so ein Abend war. Trainer Amaury Martins (der sich in der Mixed Zone wortkarg zeigte) murmelte nur: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Manchmal ist Fußball grausam." Die Statistik sagte am Ende: 18:6 Torschüsse für Greenstars, 46 zu 54 Prozent Ballbesitz, aber eben 3:0 Tore. Und das ist, was zählt. Trainer Ostkurve Berlin war nach dem Spiel bester Laune: "Ich hätte Guy am liebsten gar nicht ausgewechselt - der war heiß wie Frittenfett. Aber irgendwann müssen auch Legenden mal duschen." Larocque selbst stand mit dem Ball unter dem Arm in der Kabine und grinste: "Den nehm ich mit. Vielleicht kommt er ja ins Museum." Ein Abend also, an dem Effizienz Fußballgeschichte schrieb. Greenstars GSC zeigte, dass Leidenschaft und Zielstrebigkeit manchmal mehr wert sind als Ballstafetten und Prozente. Oder, wie es ein Fan beim Rausgehen formulierte: "Estella hatte mehr Ball, wir hatten mehr Spaß." Und wer weiß - vielleicht erzählt man in Berlin eines Tages vom "Larocque-Spiel". Drei Tore, ein Abend, eine Stadt im Freudentaumel. 14.05.643987 15:23 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet