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Ein kühler Januarabend, 28.999 Zuschauer im Stadion von Larissa - und ein Spiel, das niemanden kaltließ. AU Larissa besiegte Atromitos mit 4:2 (2:2) in einer Partie, die alles bot: Tore, Gelbe Karten, fliegende Flanken und einen verletzten Stürmer in der Nachspielzeit. Trainer Bernard Dietz grinste nach Schlusspfiff: "So viel Chaos auf dem Platz hatte ich lange nicht - aber es war unser Chaos." Atromitos begann forsch, wie ein Team, das vergessen hatte, dass Auswärtsspiele eigentlich schwer sind. In der 19. Minute belohnte sich der Gast: Daniel Celine netzte nach feinem Zuspiel von Nevio de Almeida trocken ein - 0:1. Larissas Keeper Javi Ximenes sah dem Ball lange nach, als überlege er, ob er ihn noch einholen könnte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", meinte er später mit einem Achselzucken. Doch Larissa wäre nicht Larissa, wenn sie nicht mit temperamentvollem Offensivfußball antworteten. Nur neun Minuten später zog Arne Karl aus halblinker Position ab - mit freundlicher Vorarbeit von Timon Katsouranis - und traf zum 1:1. Das Stadion vibrierte, die Fans sangen, als ginge es um die Meisterschaft. Und kaum war der Jubel verklungen, legte Mirko Kranjcar in der 32. Minute nach: 2:1. Der junge Kroate hatte sein Zielwasser offenbar in der Kabine gefunden. "Ich habe einfach draufgehalten. Manchmal will der Ball auch mal rein", sagte er trocken. Doch Atromitos hatte noch nicht genug. Kurz vor der Pause, in der 45. Minute, entwischte Heinz Kroll der Larissa-Abwehr und stellte mit einem satten Schuss den 2:2-Pausenstand her. Trainer Michael Graf tobte an der Seitenlinie, nicht wegen des Tores, sondern wegen der Defensivarbeit zuvor: "Wir verteidigen wie beim Kindergeburtstag - alle rennen zum Ball, keiner zum Gegner." Nach dem Seitenwechsel schien Larissa beschlossen zu haben, dass genug gefeiert wurde. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff rauschte Rechtsverteidiger Simeon Kamaras energisch nach vorn, bekam den Ball von Altmeister Orestis Athanasiadis serviert und drosch ihn humorlos in die Maschen - 3:2. Ein Tor, das so unerwartet kam, dass selbst der Stadionsprecher kurz stotterte. Von da an kontrollierte Larissa das Geschehen. Zwar hatte Atromitos mit Humberto Ferreira und Celine noch einige gefährliche Abschlüsse, aber die Gastgeber wirkten entschlossener. In der 75. Minute machte erneut Kranjcar den Deckel drauf - nach einem präzisen Pass von Katsouranis. 4:2. Die Fans jubelten, als hätte jemand Freibier angekündigt. Statistisch untermauert war der Sieg deutlich: 17 Torschüsse zu 8, 50,4 Prozent Ballbesitz, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Larissa war einfach wacher, gieriger, vielleicht auch ein bisschen frecher. Natürlich blieb es nicht ganz friedlich: Vier Gelbe Karten verteilte der Schiedsrichter, zwei pro Team. Besonders Timon Katsouranis, der in der 69. Minute verwarnt wurde, nahm’s gelassen. "Ich wollte nur den Rasen testen", grinste er nach einem robusten Tackling. Atromitos versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, wechselte frische Kräfte ein - Orestis Diakos kam für den müden Isidoro Beto, und später ersetzte Achilleas Agritis den abgekämpften Salpingidis. Doch das Spiel kippte nicht mehr. In der 92. Minute verletzte sich Daniel Celine bei einem letzten verzweifelten Sprint. Während er vom Platz geführt wurde, applaudierten selbst die Larissa-Fans. Nach dem Abpfiff zeigte sich Trainer Dietz zufrieden: "Wir haben offensiv gespielt, riskiert - und diesmal hat es sich ausgezahlt." Kollege Graf dagegen suchte nach Worten: "Vier Tore zu kassieren ist nie schön. Aber wenigstens haben wir zwei gemacht. Man muss ja positiv bleiben." Und so endete ein Spiel, das in der ersten Halbzeit ein offener Schlagabtausch war und in der zweiten zu einer Demonstration der Effizienz wurde. AU Larissa klettert mit diesem Sieg in der Tabelle weiter nach oben, während Atromitos wohl noch ein paar Tage über seine Abwehr nachdenken wird. Ein älterer Fan murmelte beim Verlassen des Stadions: "Früher war Larissa defensiver - aber wer will das schon sehen?" Tja, an diesem Abend wollte das wirklich keiner. Endstand: AU Larissa - Atromitos 4:2 (2:2). Ein Spiel wie ein griechischer Kaffee: stark, heiß - und mit ordentlich Bodensatz. 11.07.643987 17:51 |
Sprücheklopfer
Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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