Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Larissa fegt Ilisiakos mit 5:2 vom Platz - Tsiklitiras in Galaform

Wenn 27.173 Zuschauer an einem kühlen Januarabend in Larissa ihre Plätze einnehmen, ahnen die wenigsten, dass sie Zeuge eines kleinen Offensivspektakels werden. AU Larissa schlägt den tapferen, aber überforderten Ilisiakos mit 5:2 - und das Ergebnis schmeichelt den Gästen fast noch.

Schon nach sieben Minuten war klar, wohin die Reise geht. Innenverteidiger Astianax Theodoridis, der offenbar kurzzeitig vergessen hatte, dass er kein Mittelstürmer ist, rauschte nach einer Ecke von Arne Karl heran und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. "Ich wollte eigentlich nur stören", grinste der Torschütze später, "aber dann war der Ball halt drin."

Larissa spielte von Beginn an mit offenem Visier - ganz im Sinne ihres Trainers Bernard Dietz, der nach dem Spiel trocken meinte: "Wer defensiv anfängt, hat schon verloren. Und wer offensiv anfängt, kann wenigstens schön verlieren - oder eben so wie heute." Tatsächlich legten seine Offensivleute nach Belieben nach. In der 22. Minute kombinierte sich der 20-jährige Aimilios Tziolis über links durch, legte quer, und Vrasidas Tsiklitiras schob zum 2:0 ein. Nur fünf Minuten später revanchierte sich Tziolis, als er nach Vorarbeit von Arne Karl selbst traf - 3:0 nach nicht einmal einer halben Stunde.

Die Gäste aus Athen wirkten zu diesem Zeitpunkt wie Touristen in einer fremden Stadt: beeindruckt, aber orientierungslos. Immerhin gelang ihnen kurz vor der Pause durch den jungen Enrico Vitale ein Lebenszeichen. Der 18-Jährige verwertete eine Hereingabe von Roger Lessard zum 3:1. Lessard allerdings sah kurz darauf Gelb - wohl auch aus Frust, dass er mehr gelaufen war als der Rest seiner Mannschaft zusammen.

In der Kabine muss es bei Ilisiakos-Trainer Alex Alex laut geworden sein. Gleich drei Wechsel zur Pause - und ein Versuch, das Ruder herumzureißen. Doch Larissa hatte an diesem Abend einfach zu viel Lust auf Fußball. Nach knapp einer Stunde traf erneut Tsiklitiras, diesmal nach feinem Zuspiel von Tziolis. Der 32-Jährige, sonst bekannt für etwas eigensinnige Dribblings, zeigte sich mannschaftsdienlich - und eiskalt vor dem Tor. "Ich habe einfach geschossen, weil Aimilios so laut ’Jetzt!’ gerufen hat", witzelte er später.

Zehn Minuten später kam Ilisiakos noch einmal kurz ins Spiel. Der gerade eingewechselte Andres Mendoza, mit 18 Jahren kaum älter als die Stadionwurst, nutzte einen Stellungsfehler in Larissas Abwehr und traf zum 4:2. Doch wer glaubte, hier entstehe noch Spannung, wurde sofort eines Besseren belehrt: Nur eine Minute danach stellte - natürlich - Tsiklitiras nach Vorlage des frisch eingewechselten Marco Caneira den alten Abstand wieder her. 5:2, der Hattrick komplett, und das Stadion sang sich die Kälte aus den Knochen.

Statistisch gesehen war Larissa in allen Belangen überlegen: 56,8 Prozent Ballbesitz, 10 Torschüsse gegenüber 6 der Gäste, eine Zweikampfquote von 53 Prozent. Doch Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte bestand aus Spielfreude, Selbstvertrauen und einer Prise jugendlicher Frechheit - vor allem von Tziolis, der mit 20 Jahren spielte, als sei er schon ein alter Stratege. "Ich wollte einfach Spaß haben", meinte er hinterher. "Und wenn Tsiklitiras vorne alles reinmacht, ist das ja leicht."

Ilisiakos dagegen wirkte wie eine Band ohne Rhythmus: bemüht, aber ohne Taktgefühl. Trainer Alex Alex versuchte es mit Humor: "Wir haben heute fünf Tore gesehen - leider nur zwei davon von uns. Aber immerhin haben wir nie aufgegeben."

In der Schlussphase ließ Larissa den Ball laufen, als wollten sie demonstrieren, dass auch Kurzpassspiel eine Kunstform sein kann. Der junge Ersatzmann Stelios Firos durfte noch ein paar Minuten schnuppern und bekam von Trainer Dietz später ein anerkennendes Kopfnicken: "Er hat sich wenigstens nicht verlaufen da draußen."

Als Schiedsrichter Kostas Papadopoulos schließlich abpfiff, war die Stimmung ausgelassen. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Tsiklitiras mit dem Spielball unter dem Arm lächelnd in die Kabine trottete.

Ein Abend, der zeigte, dass Offensivfußball manchmal doch gewinnt - und dass Larissa auf dem besten Weg ist, sich in der griechischen Liga ganz oben festzusetzen.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein größeres Stadion - oder mehr Taschentücher für die Gegner."

16.06.643987 16:05
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
Toni Polster über seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager