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Kreuzberger Wahnsinn: Sieben Tore, ein Platzverweis und ein Sieg mit Herz

49568 Zuschauer im ausverkauften Kreuzberger Stadion bekamen am Samstagabend ein Spiel serviert, das mehr Drama bot als so mancher Tatort. Am Ende jubelte der FC Kreuzberg nach einem wilden 4:3 (2:2) gegen den FC Gladbeck - und Trainer Atze Matze grinste, als hätte er gerade den Jackpot geknackt. "Ich hab’ irgendwann aufgehört zu zählen", lachte er nach dem Abpfiff, "hauptsache, wir haben am Ende mehr Tore als die anderen."

Dabei sah es zu Beginn gar nicht danach aus. Gladbeck startete, als hätte jemand die Schnellvorlauftaste gedrückt: In der 2. Minute traf Francisco Gallardo nach Vorarbeit von Kevin Schreiner - und nur drei Minuten später legte Javier Antunes das 0:2 nach. Kreuzbergs Abwehr wirkte da noch im Winterschlaf, und Torhüter Arne Henkel starrte ungläubig auf seine Vorderleute. "Ich dachte, das ist ein Traum. Leider kein schöner", murmelte er später.

Doch dann kam die berühmte Kreuzberger Wut. Thijmen Van Antwerp, der bullige Mittelstürmer, drosch in der 18. Minute den Ball nach Vorlage von Gerard Ganesvoort humorlos ins Netz. 1:2 - und plötzlich war wieder Leben in der Bude. In der 38. Minute folgte der Ausgleich: Ignacio Arrieta wuchtete den Ball nach feinem Zuspiel von Ion Stancu ins Eck. 2:2, und das Stadion bebte. "Da hat’s kurz in meinem Trommelfell geknackt", grinste ein Fan auf der Tribüne, "aber so klingt Liebe."

Nach der Pause ging’s weiter im Chaos-Takt. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, da stand es schon 2:3 - Kevin Schreiner traf für Gladbeck (48.), diesmal nach Vorarbeit von Jake Boyd. Kreuzbergs Trainer Atze Matze warf daraufhin seine Kappe in den Rasen, brüllte Richtung Linienrichter und rief später lachend: "Ich wollte eigentlich nur testen, ob die Kappe fliegt. Sie fliegt."

Doch Kreuzberg wäre nicht Kreuzberg, wenn sie sich davon hätten entmutigen lassen. In der 65. Minute zirkelte Ingo Cabrero den Ball nach Pass von Wouter Van der Elst ins lange Eck - 3:3! Nur sechs Minuten später folgte der Siegtreffer: Innenverteidiger Stephan Burkhardt, frisch eingewechselt für den müden Routinier McGowan, köpfte nach Flanke von Stancu zum 4:3 ein. Der Ball zappelte im Netz, Burkhardt breitete die Arme aus, als wolle er sagen: "Ich kann auch Sturm!"

Danach wurde’s ruppig. Gladbecks Milan Obradovic sah erst Gelb (3.), dann Gelb-Rot (82.) - er hatte offenbar beschlossen, das Spiel mit einer farblichen Sammlung zu beenden. "Ich hab den Ball gespielt", beteuerte er in der Mixed Zone, "leider war der Ball hinter dem Gegner." Trainer El Comandante, sonst nicht für Zurückhaltung bekannt, presste die Lippen zusammen: "Wir wollten heute Fußball spielen, kein Rugby. Leider haben wir beides bekommen."

Statistisch fiel das Spiel fast ausgeglichen aus: 17 Torschüsse für Kreuzberg, 13 für Gladbeck, Ballbesitz 52 zu 48 Prozent. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Es war ein Abend, an dem Emotionen wichtiger waren als Präzision, an dem jeder Fehlpass mit einem kollektiven Aufstöhnen und jeder Treffer mit einem ekstatischen Jubel beantwortet wurde.

In der 75. Minute sorgte noch eine kuriose Szene für Schmunzeln: Kreuzbergs Keeper Arne Henkel wurde ausgewechselt - nicht verletzt, sondern "wegen Nervenschonung", wie Matze augenzwinkernd erklärte. Ersatzmann Maurizio Squillace feierte sein Liga-Debüt und hielt in den letzten Minuten alles fest, was auf ihn zuflog. "Ich hatte kalte Hände, jetzt nicht mehr", witzelte er nach dem Spiel.

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich Spieler, Fans und der halbe Stadtteil in den Armen. 4:3 - ein Ergebnis, das mehr nach Straßenfußball als nach Bundesliga klang. "Das war Kreuzberger Fußball pur", sagte Kapitän Van Antwerp, "laut, wild, und nie langweilig."

Auch Gladbeck hatte seinen Anteil an diesem Spektakel. Francisco Gallardo, der Torschütze des ersten Treffers, grinste trotz Niederlage: "Wenn du in der zweiten Minute triffst und am Ende trotzdem verlierst, weißt du, dass du Teil einer guten Geschichte warst."

Und so endete ein Abend voller Emotionen, Karten und Tore mit einem Lächeln auf fast allen Gesichtern. Nur El Comandante verschwand wortlos im Kabinengang - wahrscheinlich, um seine Taktiktafel zu befragen, was da eigentlich schiefgelaufen war.

Kreuzberg hingegen feierte bis spät in die Nacht. Die Fangesänge hallten noch durch die Straßen, als Trainer Matze zum Abschied rief: "Wir spielen zwar chaotisch, aber wenigstens unterhaltsam!" Recht hat er.

23.07.643987 07:54
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Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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