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Kreuzberger Herz, Stuttgarter Stahl - ein Abend voller Emotionen

Es war einer jener Berliner Abende, an denen der Himmel tief hing und die Luft nach Bratwurst, Bier und leiser Hoffnung roch. 59.000 Zuschauer drängten sich im Kreuzberger Stadion, als der FC Kreuzberg am 5. Spieltag der 1. Liga Deutschland den VFL Stuttgart empfing. Es sollte ein Spiel werden, das alles bot - Leidenschaft, Drama, und einen Verteidiger, der seine Gelbsucht zu wörtlich nahm.

Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Schon in der vierten Minute zwang Joel Valentine den Stuttgarter Keeper Gabriel Greenwald zu einer ersten Glanzparade. "Ich wollte nur mal testen, ob er wach ist", grinste der Kreuzberger Stürmer später. Wach war Greenwald - und blieb es auch, denn der FC Kreuzberg drückte. Minute 14, Minute 15 - Velazquez, Alvar, sie schossen aus allen Lagen, als hätten sie eine Wette laufen, wer den Ball zuerst auf die Obertribüne befördert.

Doch dann, in Minute 37, explodierte das Stadion. Ingo Cabrero, der flinke Linksaußen der Kreuzberger, bekam die Kugel in halblinker Position, ließ den Innenverteidiger aussehen wie einen Verkehrshütchen-Test und zimmerte den Ball mit links ins lange Eck - 1:0! Trainer Atze Matze sprang an der Seitenlinie so hoch, dass selbst die vierte Reihe kurz zusammenzuckte. "Endlich belohnt sich die Mannschaft", rief er jubelnd Richtung Ersatzbank.

Aber Stuttgart wäre nicht Stuttgart, wenn sie nicht binnen Minuten das Ruder herumreißen könnten. Nur sechs Minuten nach dem Rückstand kam Ernesto Vaz auf der linken Seite durch, flankte butterweich in den Strafraum, und Henry Prentiss wuchtete den Ball per Kopf zum 1:1-Ausgleich (43.). "Ich hab ihn nur mit den Haarspitzen erwischt", sagte Prentiss hinterher und grinste, "aber das reicht, wenn man gutes Shampoo benutzt."

Noch ehe die Kreuzberger ihre Schockstarre abgelegt hatten, kam der nächste Nackenschlag: Maxim Tillman, zentral, 18 Meter vor dem Tor - Pass von Vaz, ein kurzer Haken, ein trockener Schuss - 1:2 (44.). Zwei Tore in zwei Minuten, und das Spiel war gedreht. Die Stuttgarter jubelten mit stoischer Professionalität, während Kreuzbergs Abwehr kollektiv die Hände hob, als wollte sie den Videobeweis persönlich anrufen.

Nach der Pause wurde das Spiel ruppiger. Der Wind drehte, der Ton ebenso. Michael Ludwig, Kreuzbergs linker Verteidiger, sammelte in der 55. Minute sein erstes Gelb - und in der 61. gleich das zweite. Gelb-Rot, Abgang. "Ich dachte, das erste wäre schon vergessen", murmelte er später zerknirscht. Von da an war Kreuzberg in Unterzahl, und das Spiel kippte endgültig in Richtung der Gäste.

Die Stuttgarter rotierten clever, Trainer Venni Mislintat brachte den jungen Uwe Schubert kurz vor der Pause und später Miguel Nani für den müden Joshua Rausch. "Wir wollten das Tempo hochhalten", erklärte Mislintat - was man auch tat: Stuttgart kam auf 13 Torschüsse, Kreuzberg auf deren sieben. Der Ballbesitz sprach mit 53 zu 47 Prozent knapp für die Gäste, aber das genügte.

In der Schlussphase versuchte Atze Matze noch einmal alles, wechselte den jungen Galindo und den robusten Burkhardt ein. Doch die Zeit lief gegen ihn, und die Nerven spielten nicht mehr mit. Nelson Velazquez, der Rechtsverteidiger, ließ sich in der 88. Minute noch eine Gelbe Karte zeigen - Symbol für Kreuzbergs Frust.

"Wir haben uns selbst geschlagen", knurrte Matze nach Abpfiff. "Zehn Minuten Unaufmerksamkeit, und du bist in dieser Liga erledigt."
Venni Mislintat dagegen lächelte nur milde: "Wir haben Charakter gezeigt. Und Ernesto hatte heute wohl drei Lungenflügel." Vaz, der zweifache Vorlagengeber, nickte bescheiden. "Ich wollte einfach Spaß haben - und Henry trifft ja sowieso, wenn er Hunger hat."

Das Publikum verabschiedete die Spieler mit Applaus - nicht weil das Ergebnis passte, sondern weil sie wussten, dass die Kreuzberger alles gegeben hatten. Nur eben nicht immer das Richtige.

Und so endete ein intensiver Fußballabend mit 1:2 (1:2). Stuttgart nimmt drei Punkte mit nach Hause, Kreuzberg bleibt mit viel Stolz, aber wenig Zählbarem zurück - und einer Verteidigung, die sich wohl noch ein paar ernste Worte anhören muss.

"Wir stehen wieder auf", versprach Ingo Cabrero zum Abschied. "Notfalls mit Pflaster auf der Seele."

Ein Satz, der in Kreuzberg vermutlich noch lange nachhallen wird - zumindest bis nächsten Samstag, wenn der Ball wieder rollt und alle glauben, diesmal läuft’s wirklich anders.

06.03.643987 09:08
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