Athlitiki Icho
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Kretisches Feuer über Athen - OFE Kreta zerlegt Chaidari FC mit 3:0

Es war ein Samstagabend, an dem sich 27.000 Zuschauer im Stadion von Chaidari auf einen heißen Tanz in der griechischen 1. Liga eingestellt hatten - sie bekamen ihn, allerdings nur von einer Mannschaft. OFE Kreta, angetrieben von einem glänzend aufgelegten Mittelfeldmotor Niklas Reiter und einem eiskalten Flügelduo, nahm Chaidari FC nach einer torlosen ersten Halbzeit regelrecht auseinander. Am Ende stand ein 0:3 (0:0), das so deutlich war, wie es klingt - auch wenn die Gastgeber optisch lange mithielten.

Dabei hatte es gar nicht so schlecht begonnen für Chaidari. Trainer Giannis Petralis (so nennen ihn die Fans, auch wenn er an diesem Abend lieber anonym geblieben wäre) sah sein Team mit 52 Prozent Ballbesitz und durchaus ansprechenden Kombinationen in der ersten Hälfte. Marios Apostolakis zog im Mittelfeld die Fäden, Minos Kyrastas prüfte früh Kretas Keeper Marios Ioannou mit einem satten Distanzschuss (11.), und kurz vor der Pause hatte Savvas Fotopoulos sogar die Führung auf dem Fuß. Doch der Ball wollte einfach nicht rein.

"Wir spielen schön, aber eben nicht erfolgreich", murmelte ein Fan auf der Tribüne, während er seine Sonnenblume drehte - vielleicht eine Anspielung auf Chaidaris notorische Ineffizienz. Elf Torschüsse standen am Ende zu Buche, aber kein einziger fand den Weg ins Netz.

Ganz anders OFE Kreta. Trainer Jeff Johnson hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, aggressiv im Zweikampf (drei Gelbe Karten sprechen eine deutliche Sprache) und mit einem klaren Plan: Druck, Tempo, Tore. Nach 66 Minuten platzte der Knoten. Jose Couto, der junge Portugiese auf dem linken Flügel, zog nach einem klugen Pass von Reiter nach innen und traf trocken zum 0:1. Der Jubel war so laut, dass selbst der Linienrichter kurzzeitig die Fahne vergaß.

Nur zwölf Minuten später war es wieder Couto, diesmal nach Vorlage des quirlig spielenden Blagoj Karaslawow. Mit einem Haken ließ er seinen Gegenspieler Fyssas aussteigen und schlenzte den Ball in den Winkel - 0:2, und das Stadion wurde still. "Ich habe einfach nur gespürt, dass der Moment gekommen war", grinste Couto nach dem Abpfiff. "Und dann habe ich geschossen, als wäre ich auf dem Schulhof."

Chaidari taumelte, Kreta witterte Blut. Drei Minuten später war es Guillermo Yanez, der den Deckel draufmachte. Wieder war Reiter der Ausgangspunkt, wieder sah Chaidaris Defensive nur zu. Yanez fackelte nicht lange und drosch das Leder in die Maschen - 0:3 (81.). "Da war der Stecker gezogen", meinte Johnson später trocken. "Wir wussten, dass Chaidari irgendwann auseinanderfällt, wenn wir dranbleiben."

Bemerkenswert: Trotz des klaren Ergebnisses hatte Chaidari mehr Ballbesitz und spielte laut Statistik sogar die saubereren Pässe. Doch Kreta war schlicht gnadenlos effizient. 18 Torschüsse, davon drei Treffer - das ist Champions-League-Quote. Auch die Einwechslung des 17-jährigen Sami Khedira (nein, keine Namensverwandtschaft, sondern tatsächlich ein talentierter Grieche aus der Kretischen Jugend) in der 82. Minute war ein nettes Detail: Johnson gönnte ihm die letzten Minuten, als Zeichen für die Zukunft.

Auf der anderen Seite stand Chaidaris Kapitän Stelios Samaras nach dem Spiel mit leerem Blick in der Mixed Zone. "Wir hatten sie in der ersten Halbzeit. Und dann… keine Ahnung, dann war plötzlich alles leer", sagte er, während er sich das Trikot über den Kopf zog. Trainer Petralis, sichtlich bemüht, Fassung zu bewahren, meinte: "Der Fußball ist manchmal ungerecht. Aber heute war er einfach ehrlich."

Jose Couto wurde wenig überraschend zum Mann des Spiels gewählt. Zwei Tore, ein ständiger Unruheherd, jugendliche Leichtigkeit gepaart mit eiskalter Präzision. "Ich hatte Spaß", sagte er und lachte. "Und wenn ich Spaß habe, wird’s gefährlich."

Am Ende blieb den Fans von Chaidari nur der Applaus für den Gegner. OFE Kreta zeigte, dass sie mehr als nur Sonne und Strand zu bieten haben - nämlich feurigen, zielstrebigen Fußball.

Und während die Spieler in Richtung Kabine verschwanden, rief ein älterer Zuschauer vom Oberrang: "Nächstes Mal spielen wir auch mit Toren, nicht nur mit Ballbesitz!" Ein Satz, der wohl den Abend besser zusammenfasst als jede Statistik.

21.03.643990 11:52
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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