Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta trotzt Olympiokos ein 2:2 ab - Drama in der 88. Minute

Ein lauer Winterabend auf Kreta, 39.722 Zuschauer im Stadion und zwei Teams, die sich nichts schenken wollten: OFE Kreta und Olympiokos trennten sich am 24. Spieltag der griechischen Superliga mit einem 2:2 - ein Ergebnis, das beiden irgendwie weh tat, aber keinem so richtig half.

Das Spiel begann, wie Kreta-Trainer Jeff Johnson später trocken bemerkte, "mit einem Schlag ins Gesicht - und das gleich doppelt: früh und unerwartet". Denn Olympiokos legte los wie die Feuerwehr. Kaum hatten die Zuschauer sich ihre Sitzkissen zurechtgerückt, da zappelte der Ball schon im Netz. In der 5. Minute nutzte Asimakis Nafpliotis eine Unachtsamkeit in der Kretischen Hintermannschaft, zog von links in den Strafraum und traf eiskalt - 0:1. Die Vorlage kam ausgerechnet von Innenverteidiger Tasos Zagorakis, der offenbar beschlossen hatte, sich an diesem Abend als Spielmacher zu versuchen.

Doch Kreta schüttelte sich nur kurz. Mit 19 Torschüssen über die Partie hinweg war klar, wer hier das Heft in der Hand halten wollte. Besonders Rechtsverteidiger Fernando Longas zeigte, dass Außenverteidiger heutzutage nicht nur verteidigen. In der 26. Minute stürmte er nach vorn, spielte einen Doppelpass mit Markos Kirastas und drosch den Ball humorlos unter die Latte - 1:1. Longas grinste danach in Richtung Trainerbank: "Ich hab’s ihm doch gesagt, ich kann das auch offensiv."

Olympiokos, das laut Taktikanalyse durchgehend auf Offensive und starkes Pressing setzte, verlor danach etwas den Zugriff. Dennoch blieb das Team von Dirk Reichmann gefährlich. "Wir sind ein bisschen zu gerne nach vorne gelaufen", gab der Coach später zu, "aber das liegt in unserer DNA - wir sind keine Buchhalter."

Nach der Pause schien Olympiokos wieder das Kommando zu übernehmen. In der 57. Minute war es der junge Paris Xanthis, der - erneut nach Vorlage des omnipräsenten Zagorakis - zur erneuten Führung traf. Ein Schuss mit der Präzision eines Architekten, flach ins Eck, keine Chance für Keeper Kian Boutin. Reichmann ballte die Faust, Johnson schüttelte den Kopf.

Doch das Spiel war längst nicht entschieden. Kreta setzte alles auf eine Karte, stellte auf Offensive um, schickte frische Kräfte nach vorn. Nach dem Wechsel in der 64. Minute kam Felipe Jemez für den erschöpften Christou und brachte neuen Schwung. Die Gastgeber gewannen mehr Zweikämpfe (56 Prozent) und belagerten den Strafraum der Gäste - mal elegant, mal mit der Brechstange.

Und dann kam die 88. Minute. Der Moment, in dem selbst die Souflaki-Verkäufer kurz die Grills vergaßen. Markos Kirastas, der schon beim ersten Tor aufgelegt hatte, flankte butterweich von links, Minos Theodoridis stieg hoch und köpfte zum 2:2 ein. Das Stadion vibrierte, Johnson riss die Arme hoch und schrie Richtung Himmel: "Das ist Kreta, Baby!" - zumindest behaupteten das später einige euphorisierte Fans.

Olympiokos wirkte geschockt, brachte in der Nachspielzeit kaum noch etwas zustande. Ein letzter Fernschuss von Diogenis Karagounis - dem 19-jährigen Linksverteidiger, der zuvor Gelb gesehen hatte - segelte weit über die Latte. Danach war Schluss.

"Wir haben heute Moral gezeigt", sagte Theodoridis nach Abpfiff. "Ich wusste, dass der Ball kommt. Markos hat mir zugerufen: ’Spring, Bruder!’ - also bin ich gesprungen." Reichmann hingegen suchte Trost im Sarkasmus: "Wenn wir schon zwei Tore auswärts machen und trotzdem nicht gewinnen, dann müssen wir halt drei schießen. Ganz einfach."

Statistisch gesehen hätte Kreta vielleicht sogar mehr verdient gehabt: 19 Schüsse auf das Tor, fast ausgeglichener Ballbesitz (49 zu 51 Prozent) und ein deutlich engagierteres Zweikampfverhalten. Olympiokos dagegen blieb mit nur fünf Torschüssen erstaunlich effizient - oder, wie ein Fan auf der Tribüne rief: "Die schießen nur, wenn’s sich lohnt!"

Am Ende stand ein 2:2, das beiden Seiten Stoff zum Grübeln gibt. Kreta zeigte Herz und Moral, Olympiokos Klasse und Kaltschnäuzigkeit - und am Ende war es, wie so oft im Fußball, einfach gerecht.

Jeff Johnson fasste es mit britischem Understatement zusammen: "Ein Punkt ist besser als keiner. Und wenn man in der 88. Minute trifft, fühlt es sich fast wie ein Sieg an." Dann grinste er und verschwand in den Kabinengang - während draußen noch die Fans sangen, als hätte Kretas Sonne nie aufgehört zu scheinen.

23.10.643987 21:45
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