Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta tanzt Sirtaki - Thessaloniki stolpert: 4:0!

Ein lauer Frühlingsabend, 37.368 Zuschauer im Stadion von Heraklion, die Sonne über dem Mittelmeer versinkt langsam im Meer - und OFE Kreta spielt, als hätten sie den Ball neu erfunden. Am Ende steht ein 4:0 gegen ein überfordertes Thessaloniki, das schon nach 20 Minuten so wirkte, als hätte es lieber den letzten Flieger zurück nach Norden genommen.

Schon in der 10. Minute eröffnete Guillermo Yanez den Torreigen. Nach einem blitzsauberen Zuspiel des jungen Sami Khedira - ja, der Name ist Programm - schlenzte Yanez den Ball so lässig ins Eck, dass man meinen konnte, er habe vorher noch einen Kaffee bestellt. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich", grinste Yanez später, "und gehofft, dass niemand merkt, dass ich eigentlich flanken wollte."

Sechs Minuten später dann das 2:0 - Felipe Jemez, die griechische Sonne im Nacken, bekam den Ball von Duarte Caneira perfekt serviert und drosch ihn kompromisslos in die Maschen. Trainer Jeff Johnson sprang an der Seitenlinie auf, als hätte er gerade den Lottojackpot geknackt. "Das war der Jemez, den ich im Training sehen will - nur halt ohne das Fluchen danach", witzelte er nach dem Spiel.

Thessaloniki, angeführt vom sichtlich genervten Coach Johnas Heun, wirkte in dieser Phase wie ein Tourist ohne Stadtplan. Zwar brachten sie es am Ende auf 11 Torschüsse, aber keiner davon fand den Weg an Keeper Kian Boutin vorbei. Besonders bitter: Die Abwehr um den jungen Vassilios Boutzikos erwischte einen rabenschwarzen Tag. Erst Gelb in Minute 8, dann Gelb-Rot in der 94. - dazwischen jede Menge ratlose Blicke und ein verzweifelter Versuch, die eigene Frisur zu retten. "Ich wollte eigentlich nur den Ball spielen", murmelte Boutzikos beim Abgang Richtung Kabine.

Das 3:0 in der 21. Minute war dann endgültig der Dolchstoß: Arsenis Nioplias, gerade einmal 17 Jahre alt, schnappte sich eine Hereingabe von Minos Theodoridis und verwandelte mit jugendlicher Frechheit. "Ich hab gar nicht drüber nachgedacht", sagte der Teenager später. "Wenn ich das täte, würde ich nie schießen." Manchmal ist Naivität eben eine Waffe.

Zur Pause stand es 3:0, und einige Fans von Thessaloniki nutzten die Gelegenheit, die lokale Gastronomie zu erkunden - Ouzo statt Aufholjagd. Kreta blieb offensiv, auch wenn sie nach dem Seitenwechsel etwas Tempo herausnahmen. Der eingewechselte Christopher Lineback prüfte den gegnerischen Keeper mehrfach, Bruno Sterling holte sich eine Gelbe Karte, und Linksverteidiger Markos Kirastas musste nach einer Verletzung vom Platz. "Ein Schlag aufs Schienbein - aber ich hab schon schlimmere Souvenirs aus Spielen mitgenommen", meinte Kirastas später mit einem gequälten Grinsen.

In der Nachspielzeit setzte dann ausgerechnet der junge Khedira selbst den Schlusspunkt - Minute 95, nach Vorarbeit von Caneira. Ein präziser Schuss, ein jubelndes Stadion, ein Trainer, der sich kaum noch einkriegte. "Sami hat das Spiel verstanden", lobte Johnson, "er spielt, als hätte er schon 100 Spiele in den Beinen - oder mindestens 100 Espresso."

Statistisch war’s eine klare Sache: 53 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 12:11 Torschüsse, aber in Sachen Effizienz eine ganze Fußballwelt dazwischen. Thessaloniki rannte, biss, kämpfte - und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. "Vier Gegentore, eine Gelb-Rote, und der Busfahrer hat sich auch noch verfahren", seufzte Coach Heun. "Das fasst den Abend eigentlich ganz gut zusammen."

Die Fans auf Kreta dagegen feierten ausgelassen. Ein älterer Herr im Yanez-Trikot tanzte nach Abpfiff auf der Tribüne den Sirtaki, während ein Junge mit Khedira-Schal stolz verkündete: "Der ist erst 19, der wird mal Chef hier!" - eine Prognose, die an diesem Abend kaum jemand bezweifelte.

Und so endete ein Spiel, das weniger von Spannung als von Spielkunst lebte. OFE Kreta zeigte, dass Offensivdrang und jugendliche Unbekümmertheit eine explosive Mischung sein können. Thessaloniki wird wohl noch ein paar Tage an diesem Ergebnis kauen - und vielleicht den Ouzo lieber erst nach dem Schlusspfiff öffnen.

Ein satter 4:0-Sieg, ein Publikum im Freudentaumel, und irgendwo am Spielfeldrand flüsterte jemand: "Wenn Fußball immer so wäre, würde ich nie wieder den Fernseher ausschalten." - Na dann, Jamas!

12.02.643994 02:40
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