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Es gibt Fußballabende, an denen man lieber vergessen möchte, dass man Eintritt bezahlt hat. Der 12. Februar 2026 in Kastoria gehört zweifellos dazu. Vor 12.500 Zuschauern verwandelte OFE Kreta den Rasen des heimischen Stadions in eine Bühne für mediterranen Offensivzauber - und Kastoria FC in die bedauernswerte Statistenrolle. 0:7 hieß es am Ende, und das schmeichelte den Gastgebern fast noch. Schon nach wenigen Minuten war klar, wohin die Reise geht. Kreta, von Trainer Jeff Johnson mit einer klar offensiven Marschrichtung versehen, presste mit einer stoischen Fröhlichkeit, die man sonst nur nach drei Espressi erlebt. Kastoria hielt zwar mit 51 Prozent Ballbesitz dagegen, doch das war ungefähr so nützlich wie ein Regenschirm bei einem Erdrutsch. In der 18. Minute eröffnete José Couto den Torreigen - ein trockener Schuss aus halblinker Position, vorbereitet vom auffälligen Blagoj Karaslawow. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Couto später in die Mikrofone, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Für Kastorias Torwart Elias Kluge war es der Beginn eines langen, kalten Abends. Guillermo Yanez legte in der 35. und 42. Minute eiskalt nach, jeweils nach glänzendem Zusammenspiel - einmal wieder über Karaslawow, einmal mit dem 17-jährigen Leandros Eleftherakis als Vorbereiter. "Der Junge spielt, als wäre er schon zehn Jahre dabei", lobte Trainer Johnson. "Vielleicht muss ich ihm jetzt das Rasieren erlauben." Zur Pause stand es 0:3, und man konnte Greg Vlachopoulos, den Coach von Kastoria, im Spielertunnel sogar lachen sehen - allerdings dieses Lachen, das man hat, wenn man innerlich schreit. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen weiter ruhig aufbauen", erklärte er später. "Leider haben sie das wörtlich genommen - zu ruhig, zu aufbauend." Die zweite Hälfte begann mit einem Dreifachwechsel bei Kreta. Und wenn man dachte, das würde sie bremsen, hatte man Fedon Amanatidis noch nicht auf dem Zettel. Der bullige Mittelstürmer machte zwischen Minute 55 und 74 vier Tore - eine persönliche Gala, die Kastorias Abwehr aussehen ließ, als spiele sie lieber Sudoku. Zwei seiner Treffer legte erneut Couto auf, einmal kam die Vorlage von Maurice Bergeron, und einmal brauchte Fedon einfach nur sich selbst. "Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Tore in einem Spiel machen kann", sagte er mit einem Grinsen, "aber meine Großmutter wird stolz sein - sie hält mich sonst für einen Verteidiger." Kastoria, das immerhin zwei Torschüsse verzeichnete (einer davon in der 12. Minute von Innenverteidiger Michael Freitag - das sagt eigentlich alles), wirkte zunehmend ratlos. Selbst als OFE Kreta nach einer Gelb-Roten Karte für Manuel Da Cru in der 79. Minute in Unterzahl war, blieb der Ball in der Regel weit weg vom Tor der Gäste. Die Statistik erzählt die ganze Geschichte: 20 Torschüsse für Kreta, 2 für Kastoria. Ballbesitz fast ausgeglichen, aber Zweikampfquote klar zugunsten der Gäste (57 zu 43 Prozent). "Das war kein Fußballspiel, das war eine Vorführung", meinte ein Zuschauer, der sich bereits in der 70. Minute auf den Heimweg gemacht hatte. Die Fans der Heimelf blieben trotzdem bis zum Schluss - vielleicht aus Schockstarre, vielleicht aus Lokalpatriotismus. Nach dem Schlusspfiff applaudierten einige sogar zaghaft, als wollte man sagen: Wir haben’s überlebt. Jeff Johnson, der siegreiche Trainer, nahm es gewohnt britisch trocken: "Ich bin zufrieden, aber ich hätte gern noch das achte Tor gesehen. Sie wissen ja, sieben ist eine ungerade Zahl - das stört mich irgendwie." Und Greg Vlachopoulos? Der suchte Trost in Philosophie. "Manchmal verliert man, manchmal lernt man", sagte er und blickte versonnen in die Nacht. "Heute haben wir viel gelernt. Sehr viel." So endet ein Abend, den Kastoria FC wohl in die Kategorie "pädagogisch wertvoll" einsortieren wird. OFE Kreta hingegen reist mit einem Torfestival und breitem Grinsen zurück auf die Insel. Und wer weiß - vielleicht träumen sie dort schon von der Meisterschaft, während Kastoria nur noch vom nächsten freien Wochenende träumt. Fazit: Kreta spielte, Kastoria sah zu - und das Publikum bekam wenigstens etwas fürs Eintrittsgeld: sieben Gründe, den Kopf zu schütteln. 26.07.643990 20:25 |
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