Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta tanzt, Larissa stolpert - OFE siegt souverän 2:0

Ein lauer, windiger Abend in Heraklion, 35.736 Zuschauer im Stadion, und die Sonne tauchte den Rasen in jenes goldene Licht, in dem auf Kreta selbst Fehlpässe noch schön aussehen. Doch Fehlpässe leistete sich OFE Kreta an diesem 10. Spieltag der griechischen Superliga kaum - zu konzentriert, zu spielfreudig, zu überlegen war die Mannschaft von Trainer Jeff Johnson beim 2:0 gegen AU Larissa.

Schon nach den ersten Minuten wurde klar, wer hier den Ton angibt. Kreta presste hoch, Larissa lief hinterher, und Torwart Grigorios Nikolopoulos hatte früh mehr Ballkontakte als ihm lieb sein konnte. Nach vier Minuten prüfte Guillermo Yanez mit einem satten Linksschuss erstmals die Handschuhe des Keepers. "Ich wollte einfach mal sehen, ob der Ball auch rollt", grinste der 23-jährige Argentinier nach dem Spiel.

Larissa versuchte, aus der eigenen Hälfte herauszukontern, doch was in der Taktiktafel noch nach "offensivem Alignment" aussah, wirkte auf dem Platz eher wie ein vorsichtiger Spaziergang über dünnes Eis. Nur selten gelang es den Gästen, in Tornähe zu kommen - Vrasidas Tsiklitiras feuerte in der ersten Minute und noch zweimal in der zweiten Halbzeit aufs Tor, doch OFE-Keeper Kian Boutin war stets zur Stelle.

Das Publikum wurde ungeduldig, als Chance um Chance ungenutzt blieb: Theodoridis zielte in der 25. Minute vorbei, Anderson probierte es kurz darauf aus der Distanz, und Felipe Jemez köpfte in der 31. Minute knapp drüber. "Ich dachte schon, wir spielen hier Handball", witzelte Trainer Johnson später, "so viel Ballbesitz hatten wir noch nie." Tatsächlich lag das Verhältnis bei 59 zu 41 Prozent zugunsten der Hausherren - und 17:4 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache.

In der 42. Minute platzte dann auch bei Larissa kurz der Kragen: Innenverteidiger Luis de Freitas sah Gelb, nachdem er Karaslawow allzu rustikal stoppte. Zwei Minuten später rächte sich das Spiel selbst: Yanez tanzte auf links, legte quer, Karaslawow kam angerauscht - und mit rechts drosch er den Ball humorlos ins lange Eck. 1:0 Kreta, die Tribünen bebten, und Larissas Trainer Bernard Dietz gestikulierte verzweifelt in Richtung seiner Abwehr.

"Wir haben ihnen zu viel Platz gegeben, das war wie ein Tag der offenen Tür", seufzte Dietz nach der Partie.

Nach der Pause drückte Kreta weiter. Larissa versuchte mit gleich drei Wechseln (Dumont, Anagnostou und Theodoridis kamen) neuen Schwung zu bringen, aber der Plan verpuffte so wirkungsvoll wie ein Regenschirm im Sturm. In der 58. Minute reagierte Johnson clever: Er brachte Manuel Da Cru - und genau dieser leitete acht Minuten später die Entscheidung ein.

In der 66. Minute nahm Da Cru im Mittelfeld elegant den Ball an, drehte sich, spielte präzise in den Lauf von Yanez, der den herausstürzenden Keeper verlud und cool einschob. 2:0! Die Südtribüne tanzte Sirtaki, Larissas Abwehr dagegen wirkte, als hätte sie gerade den falschen Rhythmus erwischt.

"Ich hab’ einfach den Moment gespürt", sagte Yanez hinterher mit einem Lächeln, das eher an einen Stürmer mit 23 als an einen Philosophen erinnerte. Karaslawow, der Vorlagengeber des ersten Treffers, klopfte ihm in der Mixed Zone auf die Schulter: "Heute war er unser kleiner Messi - aber sag ihm das bloß nicht, sonst will er morgen freie Tage."

Larissa mühte sich, blieb aber blass. Ein letzter Schuss von Tsiklitiras in der 65. Minute flog über das Tor, und als Simeon Kamaras in der 71. Minute Gelb sah, war endgültig klar: Das wird nichts mehr. Kreta spielte die Partie souverän runter, gönnte sich in den letzten Minuten noch ein paar Schüsse aus der zweiten Reihe - Theodoridis probierte es in der 90. und 96. Minute, als wollte er den Ball bis nach Santorin schicken.

Am Ende stand ein hochverdientes 2:0, das auch höher hätte ausfallen können. "Ich bin stolz auf die Jungs", sagte Jeff Johnson. "Wir wollten dominant auftreten - und ich glaube, das haben wir hinbekommen. Nur beim Torjubel müssen wir noch üben, das sah ein bisschen nach Touristenfoto aus."

Bernard Dietz nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wenn du 40 Prozent Ballbesitz hast, aber 90 Prozent Schweiß, dann weißt du, wie der Abend lief."

Kreta bleibt damit im oberen Tabellendrittel, während Larissa weiter im Niemandsland verharrt. Der Unterschied an diesem Abend war so groß wie die Ägäis breit - und wenn man den Fans glauben darf, schmeckte der Ouzo danach besonders süß.

Oder, wie es ein älterer Herr auf der Tribüne formulierte: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion." Nun, das wäre dann das angenehmste aller Probleme.

03.05.643987 07:08
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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