Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta tanzt - Khedira und Karaslawow schießen OFE an die Sonne

Wenn die Sonne über Heraklion untergeht und das Stadion noch glüht, dann weiß man: OFE Kreta hat wieder geliefert. Vor 34.960 lautstarken Zuschauern besiegte das Team von Trainer Jeff Johnson am 14. Spieltag der griechischen Superliga den Chaidari FC mit 2:0 (1:0). Dabei war die Partie weniger ein ausgeglichener Tanz als vielmehr ein Ein-Mann-Orchester mit Begleitband - und der Dirigent hieß Sami Khedira, zarte 17 Jahre jung.

Von Beginn an spielte OFE, als wolle man allen Touristen auf der Insel zeigen, wie sich "Offensive" buchstabiert. Schon nach zehn Minuten zählte das Stadion fünf Torschüsse, drei davon durch den unermüdlichen Blagoj Karaslawow, der offensichtlich beschlossen hatte, dass 25 Schüsse seines Teams an diesem Abend eine runde Sache werden sollten. Chaidari dagegen wirkte, als hätte jemand die "Angriff"-Taste an ihrer Konsole deaktiviert - fünf Schüsse insgesamt, verteilt über 90 Minuten, sind eher ein höflicher Gruß als eine Bedrohung.

In der 31. Minute dann das, was sich schon lange anbahnte: Khedira, der jugendliche Spielmacher mit der Coolness eines Routiniers, kam nach Vorarbeit von Jose Couto im Strafraum frei zum Abschluss und hämmerte das Leder in die Maschen. "Ich wollte eigentlich querlegen, aber dann hab ich mir gedacht: Ach, warum nicht?", grinste der Torschütze hinterher - und man nahm ihm ab, dass es keine große Überlegung brauchte.

Chaidari FC versuchte danach zaghaft, den Ball länger zu halten. Der Ballbesitz pendelte sich bei 46 Prozent ein - was in etwa dem Anteil der Zuschauer entsprach, die in der Halbzeit den Kiosk aufsuchten, um sich einen neuen Kaffee zu holen. OFE blieb gefährlich, die Schüsse flogen weiter im Minutentakt aufs Tor von Liam Masse, dem 34-jährigen Schlussmann der Gäste, der an diesem Abend wohl mehr Bälle fing als ein Basketballspieler in der Aufwärmphase.

Nach der Pause wurde es kurz ruppig. Gelb für Chaidaris Anaximenis Kampantais (49.) und kurz darauf für OFEs Theagenis Lekkas (53.) - ein Zeichen, dass wenigstens die Schiedsrichter auch mal den Stift benutzen wollten. Trainer Johnson blieb gelassen. "Ich hab gesagt: Jungs, bleibt cool. Wir haben das Spiel im Griff. Und wenn nicht, tun wir wenigstens so", lachte der Brite nach dem Spiel.

In der 56. Minute wagte Chaidari einen seltenen Versuch: Savvas Fotopoulos prüfte OFE-Keeper Kian Boutin aus der Distanz. Boutin parierte souverän, wischte sich die Hände ab und rief etwas in Richtung seiner Hintermänner, das schwer nach "Wach bleiben, Leute!" klang. Danach folgte wieder Kreta pur: Angriffswelle auf Angriffswelle, Couto, Yanez, Amanatidis - alle durften mal.

In der 88. Minute fiel schließlich die Entscheidung. Wieder war Khedira der Ausgangspunkt, diesmal als Vorlagengeber. Mit einem butterweichen Pass schickte er Karaslawow auf die Reise, der sich nicht zweimal bitten ließ und trocken ins rechte Eck abschloss. 2:0, Spiel entschieden, Stadion außer Rand und Band. "Ich hab den Pass gespürt, bevor ich ihn gesehen hab", schwärmte der Stürmer später. "Sami hat Augen im Rücken - oder einfach WLAN im Kopf."

Kurz darauf verletzte sich Chaidaris Adrianos Pappas unglücklich und musste durch Vassilios Dranias ersetzt werden. Symbolisch für einen Abend, an dem beim Gast einfach nichts funktionieren wollte. Zwei Gelbe Karten, kaum Torchancen, kein Pressing - die Taktik "Offensiv" blieb auf dem Papier.

Statistisch liest sich das Ganze eindeutig: 53,9 Prozent Ballbesitz, 25:5 Schüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Kreta kontrollierte, dirigierte und dominierte. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Sonne und Strand können", sagte Johnson augenzwinkernd. "Heute waren wir auch Sturm und Donner."

Chaidaris Trainer - der sich nach dem Spiel wortkarg gab - murmelte nur: "Wir hatten einen Plan. Leider hatte Kreta einen besseren."

Als die Flutlichter erloschen und die Fans noch immer sangen, blieb das Gefühl, dass hier ein junges Team gereift ist. Ein 17-jähriger Taktgeber, ein treffsicherer Stürmer, ein Publikum, das jede Minute feierte - OFE Kreta wirkt, als hätte man die Zukunft bereits jetzt auf den Platz gestellt.

Und wer weiß: Wenn sie so weiterspielen, könnte die 1. Liga Griechenlands bald einen neuen Publikumsliebling haben. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions meinte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein größeres Stadion - und einen zweiten Khedira."

18.06.643987 14:12
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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