Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta stürmt sich warm - 2:0 gegen Kalamarias und viel Sonne im Stadion

Es war ein lauer Winterabend auf Kreta, aber auf dem Rasen des Theodoros-Vardinogiannis-Stadions brannte es schon nach wenigen Minuten lichterloh. OFE Kreta, die Mannschaft von Jeff Johnson, zeigte beim 2:0 gegen Kalamarias am 6. Spieltag der griechischen Superliga, dass sie auch ohne Sonnenschutzfaktor in Hochform sind. 32.145 Zuschauer erlebten ein Spiel, das einseitiger war als ein griechischer Kaffee - stark, schwarz und mit ordentlich Satz.

Schon in der dritten Minute prüfte Maurice Bergeron den gegnerischen Torwart Petros Pagalis mit einem wuchtigen Schuss, der allerdings mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Kreta legte los wie die Feuerwehr, als hätte Johnson seine Jungs mit Ouzo statt mit Elektrolytgetränken versorgt. Kalamarias dagegen wirkte, als sei der Flug auf die Insel zu lang gewesen - ein einziger Torschuss im gesamten Spiel spricht Bände.

Das 1:0 fiel folgerichtig in der 26. Minute: Felipe Jemez, der 23-jährige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Stierkämpfers, verwandelte eine butterweiche Hereingabe von Manuel Da Cru. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Jemez nach dem Spiel, "aber wenn ich ehrlich bin: Ich hab’s natürlich genauso geplant." Da Cru stand daneben, schüttelte lachend den Kopf: "Er plant nie was, er trifft einfach."

Nach dem Führungstor schaltete Kreta nicht etwa zurück, sondern legte den Vorwärtsgang noch tiefer ein. Schüsse von Karaslawow, Yanez und Salpingidis flogen in Serie auf das Tor - 17 Torschüsse standen am Ende zu Buche. Kalamarias’ Abwehrspieler Marwin Gärtner, 36 Jahre jung und der einzige, der zwischendurch mal in Richtung Kretas Tor schoss, sagte trocken: "Wir wollten kompakt stehen. Hat geklappt. Nur leider vor dem falschen Tor."

Kurz vor der Pause musste Trainer Johnson dann doch aktiv werden: Rechtsverteidiger Fernando Longas wurde angeschlagen ausgewechselt, für ihn kam Agemar Corcoles. "Fernando hat sich wahrscheinlich beim Einwurf verletzt", witzelte Johnson später, "so oft wie er heute den Ball ins Aus geschossen hat." Der Trainer grinste, aber die Szene zeigte: Kreta war an diesem Abend nicht nur spielerisch überlegen, sondern auch in Stimmung.

Nach der Pause brachte Johnson den 17-jährigen Dimas Oliveira - und der Teenager bedankte sich auf seine ganz eigene Art. In der 80. Minute fasste er sich ein Herz, zog von der rechten Seite nach innen und traf mit links ins lange Eck - ein Traumtor, das die Fans von den Sitzen riss. "Ich hab nicht nachgedacht", stammelte Oliveira später, noch immer halb fassungslos. "Vielleicht ist das das Beste", murmelte sein Trainer mit einem Zwinkern.

Kalamarias versuchte es in der Schlussphase noch einmal mit einer offensiven Ausrichtung, aber sie wirkten eher wie Touristen, die den Bus verpasst haben. Während Kreta weiter nach vorn drückte, kassierte Gäste-Verteidiger Vikentios Donis in der 87. Minute eine Gelbe Karte - sinnbildlich für den Frust und die späten Fouls einer Mannschaft, die sich nie wirklich in dieses Spiel hineingefunden hatte.

Statistisch war das Ganze eine Demonstration: 56 Prozent Ballbesitz für Kreta, 17:1 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Es war, als hätten die Hausherren beschlossen, Fußball als einseitige Unterhaltungssendung zu interpretieren. Selbst das Pressing der Gäste blieb theoretisch - laut Daten "kein Pressing", laut Augenzeugen "kein Interesse".

"Wir haben das gespielt, was wir trainieren: mutig, aggressiv, offensiv", erklärte Johnson nach dem Abpfiff. "Und ich habe meinen Jungs gesagt: Wenn ihr schon 17-mal schießt, dann sollen wenigstens zwei rein." Der Plan ging auf.

Auch Felipe Jemez hatte nach dem Spiel noch etwas zu sagen - halb im Spaß, halb im Ernst: "Wenn wir so weitermachen, müssen sie das Stadion bald vergrößern. Oder wenigstens die Getränkestände."

Zum Schluss blieb das Publikum noch lange im Stadion, sang, tanzte, und auf der Trainerbank von Kreta klatschte man sich ab, als wäre die Saison schon entschieden. Kalamarias-Coach, der es vorzieht, ungenannt zu bleiben, zog sich wortlos in die Kabine zurück - vielleicht um seinen Spielern dort zu erklären, dass ein Torschuss pro Spiel zwar effizient ist, aber leider nicht reicht, um Punkte mit nach Hause zu nehmen.

Ein Abend, der klar machte: Auf Kreta spielt man Fußball, der nach Sonne, Salz und Selbstvertrauen schmeckt. Und wenn das so weitergeht, werden die Gegner bald lieber in den Süden fliegen, um Urlaub zu machen - statt um hier Punkte zu verlieren.

17.03.643987 23:02
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
50 Prozent der Spieler hassen mich.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager