Athlitiki Icho
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Kreta stürmt Athen - OFE überrollt Atromitos in 27 Minuten

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Defensive von Atromitos vielleicht noch auf der Ringstraße im Stau stand. 27.000 Zuschauer im Athener Stadion sahen am 6. Spieltag der griechischen Superliga ein 1:3 gegen OFE Kreta, das schon nach einer guten halben Stunde entschieden war. Drei Tore in 27 Minuten - und dann? Eine zweite Halbzeit, die eher an ein Trainingsspiel erinnerte, bei dem beide Seiten wussten, dass der Grillabend danach das schönere Erlebnis sein würde.

Die Partie begann mit einem Schock: Schon in der 3. Minute klingelte es. Markos Kirastas, eigentlich linker Verteidiger und daher selten in der Nähe des gegnerischen Strafraums anzutreffen, fasste sich nach einem Pass des 19-jährigen Wunderknaben Sami Khedira ein Herz und drosch den Ball unhaltbar ins lange Eck. OFE-Trainer Jeff Johnson grinste nach dem frühen Treffer: "Wir hatten eigentlich geplant, ruhig anzufangen. Markos hat das wohl anders verstanden."

Atromitos wirkte danach wie ein Boxer, der nach dem ersten Schlag noch nach seiner Zahnschiene sucht. Kreta spielte weiter mutig nach vorne, und in der 22. Minute durfte Innenverteidiger Bruno Sterling nach einer Ecke per Kopf erhöhen - wieder war Khedira beteiligt. Zwei Tore durch Abwehrspieler in 20 Minuten, das hat man selbst in der griechischen Liga nicht alle Tage.

Doch Hoffnung keimte kurz auf: Nur zwei Minuten später gelang Nicola Sala - nach schöner Vorarbeit von Vincent Antonio - der Anschluss. Mit 1:2 war das Publikum wieder da, die Trommeln klangen lauter, und Trainer Michael Graf brüllte von der Seitenlinie: "Jetzt sind sie nervös, Jungs!" Leider irrte er.

Denn in der 27. Minute stellte Khedira, der an diesem Abend alles war - Spielmacher, Staubsauger und gelegentlich Flügelstürmer - den alten Abstand wieder her. Nach einem Doppelpass mit Jose Couto schob der Teenager eiskalt ein. 1:3, und die Atromitos-Fans sahen sich bereits nach Biernachschub um.

Die Statistik sprach danach zwar vom Gleichgewicht: 50,5 Prozent Ballbesitz für Atromitos, 49,5 für Kreta, 11 zu 16 Torschüsse - aber wer das Spiel sah, wusste, dass Zahlen manchmal lügen. Kreta war in den entscheidenden Momenten einfach reifer, wacher, frecher. "Wir hatten das Gefühl, sie schießen aus allen Lagen", seufzte Atromitos-Keeper Jannis Lee nach der Partie. "Ich habe mehr Bälle gesehen als in der ganzen Trainingswoche."

In der zweiten Hälfte tat sich nur noch wenig. Kreta verwaltete, Atromitos versuchte, aber wenn man den Ball nicht ins Tor bekommt, hilft auch ein 4-2-4 nichts. Sala hatte in der 68. und 77. Minute noch zwei Gelegenheiten, scheiterte aber jeweils am glänzend aufgelegten Kian Boutin im OFE-Tor. Johnson reagierte schließlich routiniert, brachte in der 71. Minute den 17-jährigen Arsenis Nioplias, um Sami Khedira nach dessen Gelber Karte zu schonen. "Er hat uns genug Gutes getan", grinste der Coach.

Trainer Graf hingegen stand nach dem Spiel länger auf dem Rasen als seine Spieler. "Wir haben zu brav gespielt", murrte er. "Vielleicht hätten wir auch mal einen Verteidiger vorne gebraucht - bei denen hat’s ja funktioniert."

Kretas Mannschaft zeigte dagegen eine bemerkenswerte Reife. Aggressiv, kompakt, und mit erstaunlich viel Spielwitz für ein Team, das in den letzten Jahren eher durch rustikale Auftritte auffiel. Die Kombination aus starkem Pressing und klarem Passspiel - laut Statistik 16 Abschlüsse, aber gefühlt doppelt so viele - machte den Unterschied.

Sami Khedira wurde folgerichtig zum Spieler des Abends gewählt. Nach seinem Treffer und zwei Assists hatte er gut lachen - trotz der Gelben Karte. "Ich wollte eigentlich gar nicht treffen", witzelte er. "Aber Jose hat so schön gepasst, da konnte ich nicht unhöflich sein."

Am Ende blieb Atromitos nur die Einsicht, dass 27 Minuten reichen können, um ein Spiel zu verlieren. OFE Kreta feierte den Auswärtssieg ausgelassen, die Fans skandierten lautstark, die Spieler tanzten vor dem Gästeblock - und Jeff Johnson kommentierte trocken: "Manchmal wünschte ich, jedes Spiel würde nach einer halben Stunde abgepfiffen."

Ein bitterer Abend für Atromitos, ein goldener für Kreta - und ein Beweis dafür, dass Fußball manchmal die einfachsten Geschichten schreibt: Wer trifft, gewinnt. Und wer dreimal trifft, darf auf der Fähre nach Hause den besseren Ouzo bestellen.

08.01.643994 09:11
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