Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta stiehlt Kallithea den Abend - ein Tor, ein Seufzer, null Punkte

Das Flutlicht von Athen glühte, als die Spieler von Kallithea FC am 13. Januar in die Arena einliefen, entschlossen, den 13. Spieltag der griechischen Superliga zu ihrem Glückstag zu machen. Am Ende jedoch stand da ein anderes Schicksal: ein schmales 0:1 gegen OFE Kreta, das sich für die Gastgeber anfühlte wie ein Faustschlag in Zeitlupe.

20 000 Zuschauer sahen ein Spiel, das sich zunächst wie ein taktisches Schachduell anfühlte - nur mit mehr Schweiß und weniger Figuren. Kallithea-Coach - unter den Fans liebevoll "der Taktikprofessor" genannt - hatte seine Elf in einem ausgewogenen System aufgestellt, während Jeff Johnson, der amerikanische Trainerfuchs auf Kretas Bank, sofort auf Offensive setzte. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht zum Sightseeing hier sind", grinste Johnson nach der Partie, die ihm schließlich drei wertvolle Punkte bescherte.

Die ersten Minuten gehörten den Hausherren. Schon in der zweiten Minute zischte ein Schuss von Philippos Alexiou knapp am Pfosten vorbei, kurz darauf prüfte Marios Christopoulos den Keeper Boutin - vergeblich. "Ich dachte, der Ball hat sich noch entschieden, den Pfosten zu umarmen", meinte Christopoulos später mit einem gequälten Lächeln.

Kreta brauchte etwas, um in Fahrt zu kommen, doch als Niklas Reiter in der 13. Minute erstmals abzog, war klar: Das würde kein Spaziergang für Kallithea. Die Gäste kombinierten variabel, suchten das Risiko und ließen die Kugel munter zirkulieren. Kurz vor der Pause dann der Schreckmoment: Manuel Da Cru verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung, musste raus. "Ich hab kurz gedacht, der Rasen hätte mich gefoult", witzelte er später humpelnd in der Mixed Zone. Für ihn kam Ktesias Salpingidis - und der sollte später noch eine wichtige Rolle spielen.

Zur Halbzeit stand es 0:0, die Statistiken wogen sich im Gleichgewicht: 50 Prozent Ballbesitz für beide Teams, 8 Torschüsse Kallithea, 12 für Kreta - Zahlen, wie sie Mathematiker lieben und Trainer hassen.

Nach dem Seitenwechsel nahm Kreta das Heft in die Hand. Maurice Bergeron, frisch eingewechselt, brachte über rechts Schwung, Guillermo Yanez wirbelte über links, und vorne lauerte der bullige Felipe Jemez. Immer wieder rauschten die Abschlüsse knapp vorbei, und Kallitheas Torhüter Diamantis Kyrastas war der meistbeschäftigte Mann des Abends.

In der 75. Minute fiel dann das Tor, das alles entschied: Minos Theodoridis setzte sich auf der linken Seite durch, flankte scharf nach innen, und Blagoj Karaslawow hielt den Fuß hin - drin! 1:0 für Kreta. Kein Zufall, kein Glück, einfach ein sauberer Konter, eiskalt abgeschlossen. "Ich hab einfach gehofft, der Ball küsst meinen Fuß zur richtigen Zeit", sagte Karaslawow später in bester Stürmerpoesie.

Kallithea warf danach alles nach vorne, doch mehr als ein Distanzschuss von Stylianos Vyntra in der 82. Minute sprang nicht heraus. Die Verzweiflung war greifbar; selbst die Fans auf der Haupttribüne schienen den Ball mit den Augen ins Tor drücken zu wollen. Stattdessen gab’s in der 78. Minute noch Gelb für Manolis Sifakis - der Frust war ihm anzusehen. "Ich hab nur laut geatmet, ehrlich", verteidigte er sich halb scherzend.

Jeff Johnson wechselte in der Schlussphase clever, ließ seine Mannschaft kompakt stehen und das Ergebnis über die Zeit bringen. Der Schlusspfiff ging in einem kollektiven Aufatmen unter - auf der einen Seite erleichtert, auf der anderen enttäuscht.

"Wir haben eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht", bilanzierte Kallitheas Kapitän Alexiou. "Aber Fußball ist halt kein Schönheitswettbewerb. Wenn du das Tor nicht triffst, gewinnst du auch mit 80 Prozent Ballbesitz nicht."

Die Statistik gab ihm recht - oder widersprach ihm, je nach Lesart: 49,9 Prozent Ballbesitz für Kallithea, 50,0 für Kreta. Fast Gleichstand, aber eben nicht auf der Anzeigetafel.

Kyrastas, der Torhüter, klopfte nach dem Spiel seinen Handschuhen den Staub ab und murmelte: "Ein Tor zu kassieren ist wie ein Mückenstich - nervig, aber du weißt, du hättest ihn verhindern können."

So endete ein langer Abend in Kallithea, an dem die Gastgeber zwar kämpften, aber die Gäste jubelten. Kreta nimmt die drei Punkte mit auf die Fähre, während Kallithea zurückbleibt - mit leerem Konto, aber erhobenem Kopf.

Oder, wie ein alter Fan beim Hinausgehen seufzte: "Schöner Fußball, aber Schönheit bringt dich in der Tabelle nicht nach oben."

Und er hatte recht.

07.06.643987 00:27
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Denen wurde anscheinend kalt da draußen. Da haben sie halt hin und wieder die Fahne gehoben, damit sie nicht einfrieren!
Thomas Häßler über zwei Schiedsrichterassistenten
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager