Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta sticht zu: OFE schlägt Ilisiakos 2:1 in hitzigem Duell in Athen

Ein lauer Februarabend in Athen, 20.000 Zuschauer im Stadion, Flutlicht, Feta-Geruch in der Luft - und am Ende wieder dieser Fluch des Heimrasens für Ilisiakos. Die Athener unterlagen OFE Kreta mit 1:2 (0:1), obwohl sie über weite Strecken das Spiel bestimmten. Ballbesitz? Über 52 Prozent. Stimmung? Am Siedepunkt. Effektivität? Nun ja - so viel wie ein leerer Ouzo-Krug.

Schon die ersten Minuten hatten es in sich. Kaum war der Anstoß verklungen, da sah Minos Theodoridis von OFE Gelb - in der zweiten Minute! "Ich wollte ihm nur guten Abend sagen", grinste der robuste Linksaußen später in die Kameras. Schiedsrichter Papadopoulos sah das anders und holte prompt den Karton heraus. Kreta spielte trotzdem unbeeindruckt weiter - aggressiv, offensiv, und mit einem Pressing, das mehr mit Jagd als mit Taktik zu tun hatte.

Ilisiakos begann kontrolliert, die Defensive stand zunächst sicher. Lefteris Mitropoulos prüfte in der 5. Minute OFE-Keeper Kian Boutin mit einem Schuss, der allerdings mehr an einen Rückpass erinnerte. Danach rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Evan Stanton, dem Schlussmann der Gastgeber. Duarte Caneira, der rechte Wirbelwind der Kretaner, zog in der 14. Minute erstmals gefährlich ab - noch vorbei. Elf Minuten später musste Stanton wieder ran, und in der 29. Minute war es dann so weit: Caneira traf. Nach einem feinen Zuspiel von Linksverteidiger Joel Anderson ließ er zwei Verteidiger aussteigen und schob trocken ins rechte Eck ein. 1:0 für Kreta, und das völlig verdient.

"Wir hatten einfach mehr Biss", erklärte Kretas Coach Jeff Johnson später. Der US-Amerikaner grinste breit: "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr nicht laufen wollt, lauft wenigstens schneller als der Gegner." Offenbar verstanden.

Zur Pause wechselte Johnson kurios: Er brachte Vyron Stephanopoulos für Torwart Boutin - mutig, oder verwirrend, je nach Sichtweise. "Ich wollte mehr Druck nach vorn", meinte er trocken. Und tatsächlich: Stephanopoulos belebte das rechte Flügelspiel, während Ersatzkeeper Marios Ioannou von der Bank kam - ein Rollentausch, der in der Statistikabteilung für Stirnrunzeln sorgte.

Doch dann kam Ilisiakos zurück. In der 53. Minute endlich der Ausgleich: Der junge Miguel Mocana, erst 21, traf nach mustergültiger Vorarbeit des 18-jährigen Aigefs Antoniadis. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Mocana. "Der Ball war schön, das Tor noch schöner." Die Fans tobten, Athen erwachte.

Doch die Euphorie hielt kaum fünf Minuten. In der 58. Minute zeigte ausgerechnet Rechtsverteidiger Theagenis Lekkas, dass auch Abwehrspieler schießen dürfen. Nach Vorarbeit von Stephanopoulos donnerte er den Ball aus 18 Metern unter die Latte - 1:2. Der Treffer war so wuchtig, dass die Netze kurzzeitig überprüft werden mussten.

Ilisiakos drängte in der Folge, aber vergeblich. Gabriel Marshal versuchte es in der 65. Minute und noch einmal in der 81. - beide Male fehlten Zentimeter. Kreta blieb gefährlich, Stephanopoulos hätte in der Nachspielzeit sogar erhöhen können, doch Stantons Reflex verhinderte Schlimmeres. 23 Torschüsse gaben die Gäste insgesamt ab - eine Zahl, die jedem Statistikfreund Tränen der Freude in die Augen treibt.

Nach dem Abpfiff war die Stimmung gespalten. Ilisiakos’ Kapitän Jacques Prudhomme sprach von "einer bitteren Lektion in Sachen Kaltschnäuzigkeit". Trainer des Heimteams - dessen Name an diesem Abend in der Pressekonferenz auffällig selten fiel - schüttelte nur den Kopf: "Wir hatten das Spiel im Griff, aber wir haben Kreta eingeladen, Tore zu schießen. Und sie sind gern gekommen."

Während sich die Kretaner ausgelassen feierten, blieb Johnson cool: "Wir sind noch lange nicht da, wo ich uns sehen will. Aber wenigstens wissen die Jungs jetzt, wo das Tor steht."

Ilisiakos hingegen tröstete sich mit Ballbesitzstatistiken und der Hoffnung auf bessere Tage. Fans forderten lautstark "mehr Mut im Abschluss", während ein älterer Zuschauer beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn Ballbesitz Punkte gäbe, wären wir Meister."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Ilisiakos zwar mehr vom Spiel, Kreta aber mehr vom Fußball verstand. 1:2 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine Geschichte voller Tempo, Witz und taktischer Verrücktheit erzählt.

Vielleicht war es kein Spiel für Feinschmecker, aber sicher eines für Liebhaber des griechischen Dramas - samt Helden, Fehlentscheidungen und einem Trainer, der seinen Torwart für einen Stürmer opferte. In Griechenland nennt man das wohl einfach: Fußball.

11.09.643990 03:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mein Sohn ist wegen dem Rennen hier, ich nur wegen den Boxenludern.
Mehmet Scholl auf die Frage, warum er beim Großen Preis in Hockenheim sei
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager