Athlitiki Icho
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Kreta startet furios - 4:0-Gala gegen blasse Gäste aus Livadia

Wenn Fußball ein Fest ist, dann war das Spiel zwischen OFE Kreta und Livadia FC am Samstagabend ein opulentes griechisches Bankett - mit Oliven, Ouzo und vier Toren für die Gastgeber. 32.186 Zuschauer sahen im sonnendurchfluteten Stadion von Heraklion einen Auftakt nach Maß: Kreta fegte Livadia mit 4:0 (2:0) vom Platz und machte früh klar, wer in dieser Saison in der 1. Liga Griechenland Ambitionen anmeldet.

Schon nach zwölf Minuten ging die Mannschaft von Trainer Jeff Johnson in Führung - und das, wie es sich für einen Auftakt gehört, mit einem echten Paukenschlag. Duarte Caneira, der rechte Mittelfeldmann mit der Dynamik eines Schnellzugs, drosch den Ball nach feiner Vorarbeit von Manuel Da Cru unter die Latte. 1:0, und Livadia schaute sich gegenseitig ratlos an, als hätte jemand die Spielanleitung in Altgriechisch verfasst.

"Wir wollten früh Druck machen, und Duarte hat das perfekt umgesetzt", sagte Johnson später mit einem Grinsen, das verriet, dass er diesen Plan nicht ganz zufällig gewählt hatte.

Kreta blieb dran, spielte sich in einen Rausch aus Bällen, Pässen und einem Ballbesitz von 56 Prozent - und Livadia kam kaum über die Mittellinie. In der 32. Minute legte Ktesias Salpingidis nach. Nach einer butterweichen Flanke von José Couto zog er volley ab - und das Leder zappelte im Netz, noch bevor Livadias Torwart Josef Anderson überhaupt reagieren konnte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gab Anderson später zu, "aber anscheinend war er drinnen. Sehr drinnen."

Mit dem 2:0 zur Pause war die Messe gelesen, aber Johnson wollte mehr. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr schon führt, dann bitte stilvoll", verriet er augenzwinkernd. Und stilvoll wurde es tatsächlich.

Zur zweiten Halbzeit brachte er den 18-jährigen Alexandros Eleftherakis - und der Junge hatte offensichtlich beschlossen, dass Lampenfieber etwas für andere ist. In der 54. Minute stand er nach einem Pass von Couto goldrichtig und schob überlegt zum 3:0 ein. Nur sechs Minuten später - wieder Eleftherakis, diesmal nach Zuspiel von Linksverteidiger Markos Kirastas. 4:0, Doppelpack, und der Teenager wurde zum Helden des Abends.

"Ich wollte einfach Spaß haben", sagte Eleftherakis nach dem Spiel, die Stimme noch etwas ungläubig. "Ich habe gar nicht gemerkt, dass es mein zweites Tor war - ich war zu sehr damit beschäftigt, mich nicht zu freuen wie ein Verrückter."

Livadia dagegen wirkte wie ein Team, das gerade erst vom Bus gestiegen war. Nur zwei Torschüsse fanden den Weg aufs Kreta-Tor - einer davon von Serge Bettencourt in der 67. Minute, der zweite in der Nachspielzeit von Leonardo Guardia. Beide Male war Torhüter Kian Boutin eher Zuschauer als geforderter Held. "Ich hatte fast Mitleid", flachste Boutin später, "aber dann fiel mir ein, dass ich Torwart bin."

Trainer Jorge Jesus von Livadia FC suchte nach Erklärungen - und fand sie nicht recht. "Wir haben gut trainiert, aber offenbar das falsche Spiel gespielt", murmelte er. Dass seine Spieler eher gelb als gefährlich waren, rundeten zwei späte Karten für Rodrigo (77.) und Assis (93.) ab.

Auch die Statistik las sich wie ein Lehrbuch des Einseitigen: 23 Torschüsse für Kreta, nur zwei für Livadia; 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gastgeber. Selbst der Ball schien lieber am Fuß der Kretaner zu kleben.

Als Schiedsrichter Papadopoulos nach 94 Minuten abpfiff, tanzte das Stadion. Die Fans sangen, als ginge es um die Meisterschaft, und der junge Eleftherakis wurde auf den Schultern seiner Mitspieler getragen - mit einem Ausdruck, der sagte: "Das passiert mir hoffentlich öfter."

Trainer Johnson fasste den Abend trocken zusammen: "Wenn du vier Tore schießt und keins kassierst, hast du vermutlich nicht alles falsch gemacht."

Das mag stimmen. Kreta hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte geholt, sondern auch ein Ausrufezeichen gesetzt. Livadia hingegen sollte dringend prüfen, ob das Navi sie nicht versehentlich in die falsche Liga geschickt hat.

Und während die Sonne über dem Mittelmeer unterging, hallte der Jubel noch durchs Stadion. Man konnte fast glauben, Kreta habe den Sommer selbst wieder eingewechselt. Ein perfekter Auftakt - für eine Mannschaft, die an diesem Abend alles hatte: Tempo, Spielfreude und den Mut, einfach draufzuhalten. 600 Wörter, Ouzo inklusive.

11.11.643993 12:21
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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