Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta schockt Athen - OFE siegt 2:1 bei Panathinaikos

20.000 Zuschauer im Athener Olympiastadion hatten sich gerade bequem in ihre Sitze gelüftet, da standen sie auch schon wieder: Nach nicht einmal zwei Minuten zappelte der Ball im Netz der Gastgeber. Vyron Stephanopoulos, gerade mal 20 Jahre jung, schoss OFE Kreta mit einem wuchtigen Abschluss früh in Führung - und die Fans der Gäste, eine handvoll sonnengebräunter Enthusiasten auf der Nordtribüne, konnten ihr Glück kaum fassen. "Ich dachte, das sei ein Traum", grinste Stephanopoulos später. "Aber dann sah ich die Anzeigetafel und wusste: Das ist echt."

Panathinaikos, das in dieser Saison ohnehin zwischen Anspruch und Realität pendelt, fand sich in den ersten 20 Minuten in einer Art griechischer Tragödie wieder. Während die Hausherren versuchten, ihr gewohnt kontrolliertes Passspiel aufzuziehen (Ballbesitz am Ende immerhin 51 Prozent), rollte Angriff um Angriff der Kreter über die Flügel. OFE-Coach Jeff Johnson hatte seine Mannschaft klar offensiv eingestellt, und das zeigte Wirkung: 19 Torschüsse, davon fünf in den ersten fünfzehn Minuten, ließen Panathinaikos-Torwart Asimakis Theotokis reichlich Beschäftigung finden. "Ich habe mir zwischendurch gewünscht, jemand würde das Tor kleiner machen", seufzte er nach Abpfiff mit einem gequälten Lächeln.

In der 16. Minute war es dann erneut soweit: Rechtsverteidiger Fernando Longas, normalerweise eher mit Grätschen als mit Treffern beschäftigt, zog nach einem feinen Pass des 17-jährigen Sami Khedira - ja, dieser Name wird in Griechenland bald häufiger fallen - einfach mal ab. Der Ball klatschte an den Innenpfosten und trudelte zum 0:2 über die Linie. Die Kreter feierten, als hätten sie gerade den Titel gewonnen.

Panathinaikos hingegen wirkte konsterniert. Trainer (dessen Name in den Vereinsunterlagen an diesem Abend offenbar unter "nicht auffindbar" abgelegt war) gestikulierte wild an der Seitenlinie, während sein Team hilflos versuchte, den Ball nach vorne zu tragen. Erst in der zweiten Halbzeit wurde es besser - auch, weil OFE Kreta sich nach einer roten Karte gegen Innenverteidiger Odysseas Christou in der 48. Minute selbst schwächte. "Die Karte war berechtigt", gab Johnson später zu. "Odysseas hat da wohl vergessen, dass Wrestling eine andere Sportart ist."

In Überzahl begann Panathinaikos zu drücken. Ihr rechter Flügelspieler Tommaso Cosentino sorgte mit drei wuchtigen Abschlüssen zwischen der 70. und 75. Minute für Aufregung, doch der junge Kreta-Keeper Marios Ioannou blieb standhaft. Es war schließlich der 18-jährige Avraam Mitropoulos, der in der 77. Minute für neue Hoffnung sorgte. Nach schöner Vorarbeit von Anthimos Salpingidis traf er aus kurzer Distanz zum 1:2. Der Jubel war groß, die Hoffnung greifbar - aber Kreta verteidigte mit Herz, Verstand und einer Prise Glück.

"Wir hatten das Momentum, aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein", sagte Panathinaikos-Kapitän Stathis Kirastas, der in der Schlussphase gleich zweimal aus der Distanz scheiterte. "Vielleicht hätten wir früher aufwachen sollen."

Die Schlussviertelstunde glich einem Belagerungszustand: Kreta, mittlerweile mit neun Feldspielern tief gestaffelt, warf sich in jeden Ball. In der 85. Minute sah Panathinaikos-Verteidiger Diogenis Iosifidis noch Gelb - wohl mehr aus Frust als aus taktischem Kalkül. In der Nachspielzeit blieb den Gastgebern nur noch der Trost, dass sie wenigstens die Statistik schön aussehen lassen konnten: 51 Prozent Ballbesitz, 10 Torschüsse, eine gehörige Portion Pech.

OFE Kreta hingegen durfte feiern - den ersten Auswärtssieg seit November. "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können und nicht nur Zaziki essen", witzelte Johnson in der Pressekonferenz. Und sein junger Schützling Khedira ergänzte schüchtern: "Ich habe einfach gemacht, was der Trainer gesagt hat - nur mit etwas mehr Glück."

Als die Flutlichter erloschen, blieb Panathinaikos mit gesenkten Köpfen zurück. Die Fans applaudierten dennoch - nicht für das Ergebnis, sondern für den späten Kampfgeist ihrer Mannschaft. Vielleicht war dieser Abend weniger eine Niederlage als eine Mahnung: Wer zu spät aufwacht, wird in Griechenland eben auch von Kreta überrascht.

Oder, wie es ein älterer Zuschauer auf der Tribüne formulierte: "Früher haben wir die Inseln erobert - heute erobern sie uns."

Ein bitterer, aber ehrlicher Satz, der den Abend treffend zusammenfasst.

20.12.643987 18:20
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Ich denke, dass ich auch jemand bin, den man sehr gut anfassen kann.
Andreas Möller
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