Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta ringt Athen nieder - ein Drama zwischen Sonne, Schweiß und Stahl

Ein lauer Februarabend, 20:30 Uhr Ortszeit, das Stadion von Heraklion bebt: 38.367 Zuschauer sind gekommen, um OFE Kreta gegen AEL Athen zu sehen - und sie bekamen alles, was die 1. Liga Griechenlands zu bieten hat: Leidenschaft, Tempo, ein bisschen Chaos und am Ende ein 2:1, das nach Ouzo schmeckte.

Schon vor dem Anpfiff hatte Kretas Coach Jeff Johnson ein Grinsen im Gesicht, das irgendwo zwischen Selbstbewusstsein und Sonnenbrand lag. "Heute gehen wir drauf, als gäbe es kein Morgen", versprach er, und man glaubte ihm. Seine Mannschaft begann tatsächlich offensiv, wie es die Taktikdaten später auch kühl bestätigen würden: OFFENSIVE, aggressiv, Schussfreude auf "ANYTIME" gestellt - quasi Dauerfeuer.

Aber zunächst war Athen da. Schon in den ersten zehn Minuten prügelte Aggelos Pagalis gleich dreimal den Ball auf das kretische Tor - jedes Mal entschärfte Keeper Marios Ioannou mit der Ruhe eines Mannes, der auch im Sturm noch an Urlaub denkt. "Ich wollte einfach nur nicht der Typ sein, über den morgen alle lachen", grinste Ioannou später.

Die Partie wogte hin und her, die Torschussstatistik (11:10 für Kreta) lässt ahnen, dass hier niemand auf Sicherheit spielte. In der 22. Minute donnerte Blagoj Karaslawow erstmals gefährlich aufs Tor, verfehlte aber knapp. Acht Minuten später wieder - diesmal etwas näher. Und als alle schon mit einem 0:0 zur Pause rechneten, kam der Moment, in dem Innenverteidiger Bruno Sterling beschloss, kurzzeitig Stürmer zu sein.

41. Minute: Ecke von Karaslawow, Sterling steigt hoch, wuchtet den Ball ins Netz - 1:0! Die Fans tobten, Trainer Johnson rannte an der Seitenlinie entlang wie ein Mann, der gerade den Hauptpreis im Lotto gewonnen hat. "Ich hab ihm vorher gesagt, wenn du da reingehst, dann richtig!", brüllte Johnson später lachend in die Mikrofone.

Kurz darauf wurde Sterling ausgewechselt - angeblich "präventiv", wie der Trainer erklärte. Auf der Bank bekam der Held des Abends dann eine kalte Cola und ein Schulterklopfen.

Nach dem Seitenwechsel kam Athen mit Wut im Bauch zurück. Und so fiel in der 53. Minute der Ausgleich: Pagalis, der schon zuvor alle Warnschüsse abgegeben hatte, traf nach feinem Zuspiel von Basinas. Der Jubel im Gästeblock war kurz, aber intensiv - man roch förmlich das Comeback.

Doch vier Minuten später schwenkte das Pendel wieder auf die Seite der Gastgeber. 57. Minute: Manuel Da Cru steckt durch, Karaslawow zieht von rechts ab - 2:1! Ein Tor, das die Sonne über Kreta noch ein bisschen heller scheinen ließ. Der Torschütze rannte zur Bank, fiel Johnson in die Arme und rief: "Ich hab’s dir gesagt, Coach, der nächste sitzt!"

Danach wurde’s zäh. Athen drückte, Kreta konterte. Die Zweikampfquote: 50,6 zu 49,4 Prozent - also praktisch Gleichstand. Zwei Gelbe Karten für Athen (Darlas, 45. Minute, und Dellas, 89.) rundeten das Bild ab: viel Einsatz, manchmal etwas zu viel. "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein Gelb-Sparbuch", knurrte AEL-Trainer Jorge Gutierrez später sarkastisch.

Die Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Pagalis hatte in der 60. Minute noch einmal die Riesenchance zum Ausgleich, doch sein Schuss sauste knapp vorbei. Auf der Gegenseite scheiterte Kretas Youngster David Block (18) in der 65. Minute nach starkem Solo. "Ich wollte cool bleiben", murmelte er später, "aber als ich frei vorm Tor stand, hab ich wohl zu sehr an meine Matheprüfung morgen gedacht."

Als der Schlusspfiff kam, war das Stadion ein einziger Chor aus Erleichterung und Euphorie. Kreta hatte Athen niedergerungen - nicht schön, aber ehrlich.

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: 50 zu 50 Prozent Ballbesitz, fast identische Schusszahlen, aber einer traf eben einmal mehr. Und wie pflegte Jeff Johnson zum Abschied zu sagen: "Manchmal musst du nicht besser sein - nur ein bisschen frecher."

Ein Satz, der wohl auch den Charakter dieses Spiels perfekt beschreibt: Kreta mutig, Athen bemüht, die Sonne über dem Mittelmeer lachte, und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein alter Fan: "So spielt man Fußball - nicht immer elegant, aber mit Herz."

Oder, wie es Bruno Sterling später in der Kabine formulierte: "Ich wollte nur den Ball treffen - dass er ins Tor ging, war Bonus."

So endete ein Spiel, das man auf Kreta noch lange erzählen wird - am Strand, bei Ouzo und mit einem kleinen, stolzen Lächeln.

02.04.643990 02:53
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Toni Polster
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