Dagbladet Sport
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Kopenhagen siegt knapp - Dierickx trifft früh, dann wird gezittert

Es war ein kalter Februarabend in Kopenhagen, der Wind pfeifte durch das altehrwürdige Parken-Stadion, und doch fanden 16.000 Zuschauer den Weg, um den SC Kopenhagen beim 1:0-Sieg über Hobro IF zu sehen. Es wurde kein Fußballfest, aber eines dieser Spiele, die man später "Arbeitssieg" nennt - mit leichtem Zähneknirschen und einem Schmunzeln über die eigene Chancenverwertung.

Kaum hatte Schiedsrichter Madsen um 20:30 Uhr angepfiffen, da bebte die Tribüne. In der zweiten Minute eroberte Walter Jeppesen rechts den Ball, schickte eine präzise Hereingabe in den Strafraum, und Ward Dierickx drosch das Leder mit links unhaltbar in die Maschen. 1:0! "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Dierickx später mit einem Grinsen. "Aber wenn’s reingeht, sagt man natürlich: Das war so geplant."

Hobro IF war vom frühen Rückstand sichtlich irritiert. Trainer Abe Boy, sonst ein ruhiger Mann, sprang an der Seitenlinie herum wie ein Dirigent, der merkt, dass sein Orchester die falsche Partitur spielt. Doch seine Elf blieb dominant - zumindest in Sachen Ballbesitz: 57,7 Prozent für Kopenhagen, die Gäste liefen viel hinterher.

Trotzdem, es war kein Spaziergang. Hobro IF zeigte sich nach einer Viertelstunde gefangen, und besonders der junge Egil Bang sorgte mit schnellen Läufen über links für Unruhe. Sein Schuss in der 3. Minute war allerdings mehr Grußadresse an den Torhüter als echte Gefahr. "Wir haben uns nicht versteckt", meinte Hobro-Coach Jens Munch später trotzig. "Aber wenn man in der zweiten Minute ein Tor kassiert, läuft man halt 88 Minuten hinterher."

Kopenhagen dagegen suchte die Entscheidung - und fand sie nicht. Esteban Mendes prüfte Hobros Keeper Munch in der 18. und 49. Minute, Ruben Carstensen scheiterte gleich dreimal (62., 67., 93.), und Bjarke Thomsen vergab aus aussichtsreicher Position in der 72. Minute. Der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Dazwischen gab’s eine Schrecksekunde: In der 27. Minute musste Jan Bendtsen nach einem Zweikampf verletzt raus, der eingewechselte Carstensen übernahm seine Rolle im Sturmzentrum. "Jan hat sich wohl am Knöchel verdreht", erklärte Trainer Boy später nüchtern. "Ruben hat das ordentlich gemacht - nur das Tor hat gefehlt. Aber das ist ja in Mode bei uns."

Hobro IF versuchte es mit Gegenangriffen, doch die Präzision blieb auf der Strecke. Joel Auclair und Viktor Norgaard scheiterten mit wuchtigen, aber unplatzierten Schüssen (75., 87.), und der 18-jährige Georg Kirkegaard setzte seinen Versuch in der 40. Minute weit über das Tor - die Kopenhagener Fans kommentierten das mit einem kollektiven "Uuhh!", das gleichermaßen Mitleid wie Spott verriet.

Die Statistik zeigte am Ende ein klares Bild: 13 Torschüsse für Kopenhagen, nur 7 für Hobro. Die Hausherren gewannen auch knapp mehr Zweikämpfe (52,4 Prozent) und kontrollierten das Spiel, ohne zu glänzen. "Das war solide, aber kein Gedicht", sagte Trainer Abe Boy. "Uns fehlt noch ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit. Aber wenn’s reicht, reicht’s."

In der Schlussphase wurde es noch einmal wild. Hobro warf alles nach vorne, Kopenhagen verteidigte mit Mann und Maus. Innenverteidiger Günter Hase brüllte seine Mitspieler zusammen: "Einer muss doch mal den Ball rausschlagen!" - kurz darauf tat er es selbst, und zwar so weit, dass man den Eindruck hatte, der Ball würde erst in Malmö landen.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete das Stadion auf. Kein Spektakel, aber drei Punkte. Die Fans sangen, die Spieler klatschten sich ab, und Ward Dierickx wurde zum Mann des Abends - nicht nur wegen seines Treffers, sondern auch, weil er in der Kabine laut Teamkollegen den besten Spruch des Abends brachte: "Wer früh trifft, darf früh duschen."

So bleibt der SC Kopenhagen oben dran in der 1. Liga Dänemark, während Hobro IF weiter auf der Suche nach Punkten und Präzision ist. "Wir haben gezeigt, dass wir mitspielen können", meinte Hobros Mittelfeldmann Alf Riis, "aber leider zählt am Ende nicht das Mitspielen, sondern das Treffen."

Ein kalter Abend, ein heißer Start, danach viel Arbeit - der SC Kopenhagen hat das Spiel gegen Hobro IF gewonnen, ohne zu verzaubern. Aber das ist Fußball: Manchmal reicht ein einziger Moment, ein einziger Schuss, und der Rest ist Zittern, Schwitzen und, am Ende, Jubel.

Oder, wie Trainer Boy es sagte, während er in den Mannschaftsbus stieg: "Drei Punkte. Kein Gedicht. Aber ein gutes Lied hat auch manchmal nur einen Ton."

26.07.643990 15:10
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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