Jamaica News Bulletin
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Kingston rettet spät: 1:1 gegen Greenstars - Smith trifft und winkt ins Publikum

Ein tropischer Abend, 39.419 Zuschauer im "Junglist Dome" und ein Spiel, das so wechselhaft war wie das Wetter auf Jamaikas Nordküste. Am 12. Spieltag der 1. Liga Jamaica trennten sich die Kingston Junglists und die Greenstars GSC mit 1:1 - ein Ergebnis, das beiden Trainern ein Stirnrunzeln und den Fans immerhin ein paar feuchte Jubelschreie bescherte.

Die Greenstars starteten furios. Schon in der 2. Minute prüfte Liam Burton mit einem satten Schuss die Reflexe von Junglists-Keeper Erik Günther, der den Ball gerade noch über die Latte lenkte. Nur drei Minuten später war es dann soweit: Charlie Cochran, der junge Mittelstürmer der Greenstars, nutzte ein Missverständnis in der Kingston-Abwehr und schob nach Vorlage von Innenverteidiger Thierry Gagnon trocken zum 0:1 ein. "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste Gagnon nach dem Spiel, "aber Charlie roch das Tor wie ein Spürhund am Flughafen."

Die Junglists wirkten geschockt, Andreas Müller an der Seitenlinie winkte wild mit den Armen, als wolle er seine Mannschaft in eine bessere Realität dirigieren. Doch trotz mehr Ballbesitz (knapp 59 Prozent) und insgesamt elf Schüssen aufs Tor blieb das Heimteam vor der Pause harmlos. Daniel Smith versuchte es in der 10. Minute und wieder in der 20. - doch Greenstars-Keeper Vincent Abbadie hatte offenbar magnetische Handschuhe.

In der 31. Minute kam es dann bitter für Kingston: Jacopo Castellani verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung am Oberschenkel. Während er auf der Trage winkte, rief er augenzwinkernd Richtung Trainerbank: "Sag Sergio, er soll’s besser machen!" - und tatsächlich: Sein Ersatz Sergio Makukula brachte sofort neuen Schwung über die linke Seite.

Die Greenstars blieben gefährlich, besonders über Cochran, der in Minute 56 und 64 zwei weitere gute Chancen hatte. Trainer Ostkurve Berlin - ein Name, der so klingt, als wäre er einer Berliner Kneipe entsprungen - brüllte von der Seitenlinie: "Mehr Feuer, Jungs!" Seine Offensive folgte brav, aber Tor Nummer zwei blieb aus.

Nach dem Seitenwechsel sah man ein anderes Kingston. "Ich hab ihnen in der Kabine gesagt, dass wir spielen wie Touristen auf Sightseeing", verriet Trainer Müller hinterher mit einem Grinsen. "Ab dann wollten sie wenigstens Eintritt zahlen für ihre Leistung."

In der 67. Minute fiel dann der verdiente Ausgleich: Daniel Smith, zuvor schon mehrfach gescheitert, zog von rechts in den Strafraum, ließ Burton aussteigen und versenkte die Kugel ins linke Eck. Ein Tor, das den Lärmpegel im Stadion auf Jettriebwerksniveau hob. Smith rannte jubelnd zur Tribüne, formte ein Herz mit den Händen und rief später lachend: "Ich hab meiner Mutter versprochen, sie bekommt das erste Tor des Jahres."

Die Schlussphase hatte alles, was ein jamaikanischer Fußballabend braucht: Gelbe Karten (Burton in der 73., Berg in der 80.), eine hitzige Diskussion an der Trainerbank und einen Torwartwechsel in der Nachspielzeit - Greenstars-Coach Berlin brachte in der 89. Minute den jungen Jay Dunn für Abbadie. "Er soll schon mal Stadionluft schnuppern", erklärte er nach dem Spiel. "Wenn’s schiefgegangen wäre, hätte ich gesagt, es war taktisch."

Kingston drückte, Smith schoss noch zweimal (74. und 89.) - aber der Lucky Punch blieb aus. Günther im Tor der Junglists musste in der Nachspielzeit noch einen langen Ball pflücken, dann war Schluss.

Ein 1:1, das die Greenstars ärgern und die Junglists erleichtern dürfte. "Nach dem frühen Rückstand war das pure Moral", lobte Müller seine Elf. Sein Gegenüber Berlin sah’s anders: "Wir hätten den Sack zumachen müssen. Aber wenigstens hat keiner den Sack verloren."

Statistisch war Kingston das aktivere Team - mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (54 zu 46 Prozent). Doch Fußball bleibt eben das Spiel, in dem Zahlen weniger zählen als Momente. Und der Moment des Abends gehörte Daniel Smith, der trotz aller verpassten Chancen das Tor fand, das seine Mannschaft rettete.

Im Publikum raunte man beim Abpfiff: "Kingston hat sich zurückgetanzt." Vielleicht stimmt das. Vielleicht war’s auch nur das Echo der Trommeln aus der Fankurve, die noch lange nach Spielende weiterschallten.

Und irgendwo draußen, unter den Palmen vor dem Stadion, summte ein Fan leise: "Eins zu eins - besser als keins." Wenn das kein karibischer Optimismus ist, was dann?

26.05.643987 08:47
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