Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Kingston Junglists lassen Barbican FC im Sturmregen untergehen

Es gibt Fußballabende, an denen einfach alles zusammenläuft - für die einen wie ein warmer Sommerregen, für die anderen wie ein tropischer Monsun. Beim 25. Spieltag der 1. Liga Jamaica war das Nationalstadion in Kingston bis auf den letzten Platz gefüllt: 42.040 Zuschauer sahen, wie die Kingston Junglists den Barbican FC mit 4:0 vom Platz fegten - und das schon zur Halbzeit. Danach war es nur noch ein gepflegter Tanz auf dem nassen Rasen.

Von Beginn an war klar, dass Trainer Andreas Müller seine Jungs auf Angriff gebürstet hatte. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur tanzen, sondern auch treffen können", grinste Müller nach dem Spiel. Seine Elf spielte tatsächlich wie im Rausch: Bereits in der 10. Minute eröffnete Veniamin Fjodorow das Torfestival, nachdem er einen klugen Diagonalpass von Fernando Custodio mustergültig verwandelte. Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend - und die Barbican-Abwehr schien schon da ein wenig den Glauben zu verlieren.

Nur vier Minuten später - kaum hatte sich Barbican wieder sortiert - stürmte Rechtsverteidiger Ernst Heinrich nach vorn, als sei er gerade einem Comic entsprungen, in dem Außenverteidiger grundsätzlich Superkräfte besitzen. Sein satter Schuss aus 20 Metern schlug unhaltbar im Winkel ein. Vorlage? Natürlich wieder Fjodorow, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, die rechte und linke Seite gleichzeitig zu bespielen. "Ich habe einfach Spaß am Laufen", sagte der 26-Jährige hinterher lachend.

Barbican-Coach Peter Heinze stand da schon mit sorgenvoller Miene an der Seitenlinie. Sein Team hatte bis dahin zwar mehr Ballbesitz (53,6 Prozent), aber nicht einen einzigen Torschuss. "Wir wollten offensiv beginnen", erklärte Heinze später, "aber irgendwie fand der Ball nie den Weg nach vorn." Ein Satz, der auch als Kurzfassung des gesamten Spiels durchgehen könnte.

In der 21. Minute dann das 3:0: Jermolai Fedotow, der junge Linksaußen der Junglists, schob nach feinem Pass von Custodio eiskalt ein. Die Fans sangen, tanzten, trommelten - und die Gäste wirkten, als würden sie lieber gleich die Fähre nach Hause nehmen.

Kurz vor der Pause krönte Roberto Viqueira das Spektakel mit einem wuchtigen Schuss zum 4:0. Nestor Baiao hatte ihm den Ball punktgenau aufgelegt - und Viqueira ließ Barbicans Keeper Christophe Martineau keine Chance. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste der 22-Jährige, "und gehofft, dass der Ball nicht in den Park fliegt."

Die zweite Halbzeit? Nun, sie fand statt. Kingston ließ den Ball laufen, Barbican lief hinterher. Die Statistik belegt den Unterschied gnadenlos: 26 Torschüsse für Kingston, null für Barbican. Der Ballbesitz der Gäste blieb zwar leicht höher, aber das war so nützlich wie ein Regenschirm im Orkan.

Ein paar kleine Dramen gab es trotzdem: Linksverteidiger Sergio Varela holte sich in der 19. Minute Gelb ab - wohl aus purer Langeweile, denn gefährlich wurde Barbican da noch nicht. Später erwischte es auch den eingewechselten Jacob Boyd mit Gelb, und der unermüdliche Custodio musste nach 77 Minuten verletzt vom Platz. "Nur eine Prellung", beruhigte Trainer Müller, "er kann nächste Woche wieder tanzen." Ersatzmann Stille Vrooman fügte sich unauffällig, aber solide ein - wie jemand, der weiß, dass das Stück schon entschieden ist.

Die Fans verabschiedeten ihre Helden mit stehenden Ovationen. 4:0, alle Tore in der ersten Halbzeit, kein Gegentor, kein Zittern. "Das war eine Lehrstunde", meinte ein Zuschauer mit Bier in der Hand. "Aber ehrlich, nach dem dritten Tor haben wir nur noch gewartet, ob’s zweistellig wird."

Und Barbican? Sie schlichen vom Platz, vermutlich mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz allein noch keine Bedrohung ist. Trainer Heinze versprach immerhin Besserung: "Wir werden analysieren, warum wir 90 Minuten lang das Tor nicht gesehen haben." Vielleicht, weil die Junglists einfach zu schnell waren.

Zum Schluss lehnte sich Andreas Müller zufrieden zurück: "Manchmal", sagte er augenzwinkernd, "läuft’s eben. Die Jungs haben gespielt, als gäbe es doppelte Prämien pro Tor. Leider war’s nur normaler Lohn - aber dafür viel Applaus."

Ein Abend, an dem Kingston nicht nur Fußball spielte, sondern eine kleine Show aufführte. Und Barbican? Die dürfen sich trösten: Es gibt schlimmere Orte zum Verlieren als ein Stadion voller tanzender Fans.

04.11.643987 09:00
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager