Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Kingston Boys tanzen Duhaney Park schwindlig - 3:0 auf der Karibikbühne

Ein lauer Januarabend, 63.023 Zuschauer im vibrierenden Nationalstadion von Kingston - und ein Heimteam, das offenbar beschlossen hatte, dass 2026 ihr Jahr wird. Die Kingston Boys zerlegten Duhaney Park mit 3:0, spielten dabei so frech und furchtlos, dass Trainer Mahatma Haathi nach Abpfiff grinsend sagte: "Ich habe ihnen nur gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens schön. Aber dann haben sie halt gewonnen."

Schon in der elften Minute ging’s los mit der Blaupause dieses Abends: Thierry Farnsworth, der Denker und Lenker im zentralen Mittelfeld, zog nach einem Doppelpass mit dem 18-jährigen Henri Donahue einfach mal ab - und der Ball zischte an Freund und Feind vorbei ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Farnsworth später, "aber der Ball hat sich wohl selbst entschieden." Duhaney Parks Keeper Bernard Landry sah den Ball erst, als er schon hinter ihm lag - und damit war der Ton gesetzt.

Duhaney Park, von Trainerin Elisa Fernanda mit einer konterorientierten Spielidee losgeschickt, fand nie wirklich in den Rhythmus. Zwar hatten sie mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch was hilft das, wenn man damit so viel anfangen kann wie ein Tourist mit einem kaputten Sonnenhut? Ganze zwei Schüsse aufs Tor in 90 Minuten - einer davon in der vierten Minute, der andere in der 36., beide ohne Wirkung.

Ganz anders die Boys: 13 Schüsse aufs Tor, eine offensive Linie, die ständig Druck machte. Links außen Lewis Baillon, 26, war ein Dauerbrenner. In der 54. Minute krönte er seine Laufarbeit mit dem 2:0, eingeleitet von - na klar - Farnsworth. Baillon zog von links nach innen, täuschte einen Pass an, ließ seinen Gegenspieler ins Leere grätschen und schob eiskalt ein. "Ich hab’ einfach gedacht: Wenn er fällt, dann fällt er. Ich bleib lieber stehen", grinste der Doppeltorschütze beim Interview.

Ab diesem Moment war das Spiel im Grunde entschieden. Duhaney Park versuchte es weiter mit gepflegtem Kurzpassspiel, doch jeder zweite Versuch endete im robusten Bein von Liam Grantham oder Connor Bachellier. Grantham, Innenverteidiger und Teilzeit-Philosoph, meinte später trocken: "Manchmal muss man den Ball einfach dahin treten, wo der Gegner nicht ist - zur Not auf die Tribüne." Gelb sah er dafür in der 78. Minute, vermutlich eher aus Langeweile denn aus Bosheit.

In der 85. Minute machte Baillon endgültig den Deckel drauf. Asier Meireles, der Mittelstürmer mit der Eleganz eines Tanzlehrers und der Kraft eines Bulldozers, legte quer, Baillon zog volley ab - 3:0. Ein Tor so schön, dass selbst einige Fans von Duhaney Park höflich klatschten. "Das war pure Chemie zwischen uns", schwärmte Meireles. "Ich wollte eigentlich selbst schießen, aber Lewis hat ’Lass mich mal’ gerufen, und da hab ich gehorcht."

Coach Haathi wechselte klug: Der junge Efthymios Argyros kam für den müden Laurent Erdmann, Dylan Morin brachte frischen Wind auf rechts, und schließlich durfte Nachwuchsspieler Jake Bureau noch rein - der 18-Jährige bekam stehende Ovationen, schon bevor er den Ball berührte.

Elisa Fernanda, die unterlegene Trainerin, blieb trotz der klaren Niederlage gefasst. "Wir hatten den Plan, Kingston mit Geduld zu zermürben. Leider hat Kingston uns mit Tempo zermürbt", sagte sie mit einem Lächeln, das mehr Mut als Freude zeigte. Ihre Mannschaft wirkte über weite Strecken harmlos, ihr Taktikzettel "Offensiv, aber sicher" verwandelte sich in "Offensiv, aber erfolglos".

Statistisch war’s fast ein Paradoxon: Ballbesitz knapp zugunsten der Gäste, aber Zweikampfquote 57 zu 43 für Kingston, dazu 13:2 Torschüsse. Ein klassischer Fall von "wer will, der kann".

Nach dem Schlusspfiff sangen die Fans, die Sonne war längst untergegangen, und Mahatma Haathi klopfte seinem Matchwinner Baillon auf die Schulter: "Zwei Tore, ein Lächeln, und kein falscher Schritt - das ist fast schon unjamaikanisch diszipliniert."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht, weil es knapp war, sondern weil es zeigte, wie viel Spaß Fußball machen kann, wenn Selbstvertrauen und Spielfreude zusammen tanzen. Die Kingston Boys haben Duhaney Park nicht besiegt - sie haben sie verführt. Und wer so spielt, darf vom Titel träumen.

Oder, wie Farnsworth beim Rausgehen sagte, während er sich mit Donahue lachend ein High-Five gab: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein größeres Stadion."

22.02.643987 17:32
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die biologische Uhr tickt und geht auch an mir nicht vorbei.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager