Jamaica News Bulletin
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Kingston Boys siegen knapp - Balzac trifft, Greenstars verzweifeln

Ein lauer Abend in Kingston, 61.653 Zuschauer im Stadion, das Meer rauscht in der Ferne - und auf dem Platz rauschten die Kingston Boys über die Greenstars GSC hinweg. Zumindest in der ersten halben Stunde. Am Ende stand ein schmales, aber verdientes 1:0 im Spiel der 1. Liga Jamaica, 2. Spieltag. Ein Tor von Frederic Balzac in der 30. Minute entschied eine Partie, die Trainer Mahatma Haathi später als "Lehrstück in Geduld und verschossenen Chancen" bezeichnete.

Haathi hatte seine Boys offensiv eingestellt, wie man es von ihm kennt: aggressiv, aber mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon weiß, dass der Gegner irgendwann einknickt. Schon in der zweiten Minute prüfte Thomas Guillory den Greenstars-Keeper Vincent Abbadie, der mit einer Glanzparade klarmachte, dass er nicht zum Sightseeing nach Kingston gereist war. Danach folgte eine Dauerbelagerung: Jean-Pierre Gagne feuerte in der 6. und 7. Minute gleich zweimal aus der Distanz - wohl um zu testen, ob Abbadie überhaupt wach war.

"Ich habe ihn gesehen, wie er sich noch die Handschuhe richtete", grinste Gagne später. "Da dachte ich: Jetzt oder nie. Leider war’s dann doch eher: Jetzt, aber daneben."

Doch der Druck zahlte sich aus. Nach einer halben Stunde dann das, was man in Kingston künftig wohl einfach "den Moment" nennen wird: Gagne tankte sich über rechts durch, flankte punktgenau in den Strafraum, und der 21-jährige Frederic Balzac drosch den Ball volley ins Netz. 1:0 - das Stadion kochte. Balzac, sonst eher als stiller Typ bekannt, riss die Arme hoch und brüllte: "Das ist mein Haus!" - was die Tribüne prompt mit einem vielstimmigen "Ja, Mann!" quittierte.

Die Greenstars versuchten daraufhin, Struktur in ihr Spiel zu bringen, doch ihre Offensivbemühungen wirkten wie ein Versuch, mit einem Regenschirm gegen einen Tropensturm anzurennen. Jacob Hubbert (33.) und Michel Trottier (38.) tauchten zwar gefährlich vor dem Tor von Harry Poe auf, aber der Kingston-Keeper blieb souverän. "Ich musste mich einmal richtig strecken", sagte Poe, "aber hauptsächlich hab ich zugeschaut, wie meine Abwehr das erledigt."

Kingston hatte zur Pause 53 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse insgesamt - die Greenstars kamen am Ende auf sechs. Zahlen, die eigentlich ein klareres Ergebnis erwarten ließen. Doch die Boys taten, was sie oft tun: Sie spielten schön, aber vergaßen, das Spiel frühzeitig zuzumachen.

In der zweiten Halbzeit wechselte Haathi munter durch: Balzac durfte nach einer Stunde unter Applaus runter, Asier Meireles kam und verpasste kurz darauf das 2:0 (63.). Trainer Haathi kommentierte das trocken: "Ich dachte, er wollte den Ball wiederhaben, den Balzac eben so schön getroffen hatte."

Die Greenstars-Coach Ostkurve Berlin - ja, er heißt wirklich so - versuchte es derweil mit frischen Kräften: Erst kam der junge Dominique Landry (59.), dann wechselte er in der 88. Minute sogar den Torhüter aus. "Abbadie hat gekrampft", erklärte Berlin hinterher, "und Dunn wollte sowieso mal auf den Platz." Man spürte: Die Greenstars suchten nach einem Wunder, fanden aber nur den Ballbesitz des Gegners.

Kurzzeitig wurde es noch hitzig: Kingston-Verteidiger Seppe Dewilde sah in der 66. Minute Gelb, nachdem er einen Greenstar elegant, aber regelwidrig abgeräumt hatte. "Ich nenne das höfliche Körperbegrüßung", meinte Dewilde später lachend.

Die Schlussphase gehörte wieder den Hausherren: Pienaar (77., 94.) prüfte Ersatzkeeper Dunn gleich zweimal, Farnsworth zog in der 87. Minute noch einmal ab - doch das Netz blieb unberührt. Als der Schlusspfiff ertönte, wirkte Haathi zufrieden, aber nicht euphorisch. "1:0 ist gut für die Tabelle, schlecht für die Nerven. Aber wir leben noch - und Balzac trifft, das ist wichtig."

Greenstars-Trainer Berlin sah das naturgemäß anders: "Wenn man nur sechs Mal aufs Tor schießt, ist das keine Pechsträhne, das ist ein Planungsfehler."

So nehmen die Kingston Boys den zweiten Spieltag der Saison mit drei Punkten und einer soliden Bilanz mit: mehr Einsatz, mehr Schüsse, mehr Ball - und vielleicht auch ein bisschen mehr Stil. Der Gegner? Tapfer, aber harmlos.

Oder, um es Balzac-like zu sagen: "Ein Tor genügt, wenn’s schön ist."

Und schön war’s - zumindest für Kingston.

22.02.643987 11:20
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