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Kingston Boys feiern Offensiv-Festival gegen Spanish Town

Es war ein lauer Freitagabend in Kingston, 74.587 Zuschauer im Stadion, der Rasen frisch gesprengt - und die Kingston Boys in absoluter Torlaune. Mit einem 5:2 (3:1) schickte die Mannschaft von Trainer Mahatma Haathi die Gäste aus Spanish Town zurück über die Bucht - und das mit einem Lächeln, das man noch von der Tribüne aus sehen konnte.

Vom Anpfiff weg war klar: Die Boys hatten sich etwas vorgenommen. Schon in der 2. Minute prüfte Logan Rushton den Gästetorhüter Christophe Marcel mit einem satten Linksschuss. "Ich wollte ihn einfach mal warm machen", grinste Rushton hinterher. Warm wurde Marcel dann tatsächlich - vielleicht ein bisschen zu sehr.

In der 16. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Miguel Andrade, der Flügelblitz mit dem Hang zum Spektakel, jagte den Ball nach Vorarbeit von Innenverteidiger Luís Prieto in den Winkel. "Ich hab gesehen, dass der Keeper sich bewegt - da dachte ich, ich mach’s einfach hübsch", erklärte Andrade später, als wäre es das Normalste der Welt, aus 20 Metern in den Winkel zu zirkeln.

Doch Spanish Town antwortete prompt: Nur drei Minuten später traf Lewis Deschanel nach feinem Zuspiel von Max Amyot zum 1:1. Für einen kurzen Moment kehrte Stille ein im Stadion, dann griffen die Boys wieder an. Und wie sie griffen an! In der 22. Minute setzte sich Thomas Guillory auf links durch, bekam den Ball von Dylan Morin und schloss eiskalt ab. 2:1. Der Jubel war kaum verklungen, da erhöhte Thierry Farnsworth in der 31. Minute nach Vorarbeit von Asier Meireles auf 3:1. Der Routinier im Mittelfeld, sonst eher fürs Abräumen zuständig, grinste nach dem Spiel: "Ich wollte mal zeigen, dass ich auch noch weiß, wo das Tor steht."

Mit diesem komfortablen Vorsprung ging es in die Pause. Haathi lehnte im Kabinengang entspannt an der Wand, als er sagte: "Ich habe ihnen nur gesagt, sie sollen weiter Spaß haben - das war wohl die richtige Ansprache." Und tatsächlich: Auch nach der Pause blieb Kingston Herr im Haus.

Zwar gelang den Gästen durch Amyot in der 55. Minute noch einmal der Anschluss - ein sehenswerter Volley nach Zuspiel von Göran Ohlson - doch wer glaubte, dass jetzt Spannung aufkommt, wurde eines Besseren belehrt. Nur sechs Minuten später stellte wieder Andrade den alten Abstand her. Der frisch eingewechselte Luka Endres hatte den Ball von links scharf hereingegeben, Andrade vollendete humorlos zum 4:2. "Ich hab mich fast geärgert, dass ich draußen war. Zum Glück durfte ich wieder rein", sagte Endres, der für Rushton gekommen war und prompt eine Vorlage lieferte.

In der 81. Minute krönte schließlich Innenverteidiger Liam Grantham seine starke Leistung mit dem 5:2. Nach einer Ecke von Endres stieg er am höchsten und köpfte den Ball mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er heute Abend kein Bier mehr zahlen muss. "Ich hab schon in der Luft gedacht: Der geht rein", lachte der 34-Jährige im Anschluss.

Trainer Ioannis Exis von Spanish Town wirkte nachdenklich: "Wir wollten offensiv spielen, aber manchmal ist Offensivgeist eben auch Selbstmord auf Raten." Tatsächlich hatte sein Team mit 14 Torschüssen und fast 50 Prozent Ballbesitz keine schlechte Bilanz, doch die Kingston Boys waren einfach zwingender. 21 Abschlüsse, davon fünf Tore - eine Quote, die jedem Statistikfreund Freudentränen in die Augen treibt.

Auch die Aggressivität war beiderseits deutlich spürbar - zwei Gelbe Karten für Spanish Town, reichlich verbissene Zweikämpfe, aber keine Tätlichkeiten. "Das war Fußball, kein Ballett", brummte Haathi und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Wasserflasche, während Andrade im Hintergrund eine improvisierte Samba tanzte.

Die letzten Minuten verliefen fast gemütlich: Die Boys spielten den Ball, Spanish Town lief hinterher, und die Fans sangen, als hätte es nie ein Gegentor gegeben. Der junge Henri Donahue durfte noch ein paar Minuten Erfahrung sammeln, Farnsworth bekam den verdienten Applaus, als er in der 70. Minute ausgewechselt wurde.

Als der Schlusspfiff ertönte, stand ein 5:2, das deutlicher klang, als es phasenweise war - aber eben auch einer Mannschaft entsprach, die an diesem Abend einfach mehr wollte. "Manchmal läuft’s einfach", sagte Andrade mit einem Schulterzucken. "Heute war so ein Tag."

Und während die Sonne über Kingston unterging, gingen die Zuschauer beschwingt nach Hause. Vielleicht, weil sie wussten: Wenn die Boys so weitermachen, wird’s in dieser Saison noch richtig spaßig. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Für so was zahl’ ich gern mein Ticket - das war Fußball mit Tanzbein."

18.07.643993 17:55
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