Diarios de Futbol
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Kingston Blues tanzen Tombstone Colts mit 5:2 vom Platz

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob in Kingston das Flutlicht heller brennt oder einfach die Blues besser sehen können als alle anderen. 59.000 Zuschauer sahen in der Copa Libertadores, Gruppenrunde - 5. Spieltag, wie die Kingston Blues die Tombstone Colts mit einem satten 5:2 abfertigten - und das mit einer Mischung aus Spielfreude, Frechheit und einem Hauch von Zynismus.

Schon nach drei Minuten bebte das Stadion. Samuel Grantham, der linke Mittelfeld-Routinier, nahm sich ein Herz (oder vielleicht einfach den Ball) und hämmerte das Leder nach Vorlage von George Gariepy in die Maschen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Gariepy später. "Aber Sam meinte, das Netz habe noch Platz." Das 1:0 war kaum verklungen, da spielten die Blues weiter, als hätten sie den Gegner schon in der Tasche.

Die Colts wirkten überrascht, beinahe beleidigt. Ihr Coach Hendrik Seeger brüllte an der Seitenlinie "Höher raus!", aber seine Abwehr reagierte eher wie auf einer Kaffeepause. Kurz vor der Pause, in Minute 41, erhöhte Linksverteidiger Carl Aguas auf 2:0 - und das nach einem feinen Zuspiel von Paulus Bengtsson. Ein Verteidiger als Torschütze - die Blues hatten einfach Spaß. "Ich war selbst verwirrt, dass ich da vorne stand", gab Aguas schmunzelnd zu.

Die Statistik zur Pause sprach eine deutliche Sprache: 55 Prozent Ballbesitz für Kingston, 8 Torschüsse, und ein Publikum, das jede gelungene Kombination feierte, als ginge es um die Meisterschaft.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Colts endlich zeigen, dass sie auch angereist waren. Doch kaum hatte der Schiedsrichter wieder angepfiffen, stand es schon 3:0 - Dominique Bettencourt, nach einem langen Ball von Quinter Boryn (der sich kurz darauf eine Gelbe Karte abholte), traf in der 50. Minute.

Zwei Minuten später blitzte dann auch mal das Colt-Gewehr: Rhys Badham, bedient von Rui Cunha, verkürzte auf 3:1. Ein Hauch von Hoffnung, ein Hauch von Leben in den Gesichtern der Gäste. "Da dachte ich, jetzt drehen wir’s!", sagte Badham später. "Leider dachten das wohl nur ich und mein Vater vor dem Fernseher."

Denn kaum vier Minuten später stellte erneut Carl Aguas den alten Abstand wieder her - sein zweites Tor des Abends, diesmal nach Vorlage des emsigen Leon Marot. 4:1, 56. Minute, und die Blues spielten plötzlich mit dem Selbstbewusstsein einer Jazzband, die weiß, dass sie das Publikum längst in der Tasche hat.

Die Colts gaben sich trotzdem nicht geschlagen. Charles Hennessy, der bullige Linksaußen, traf in der 67. Minute nach einem präzisen Zuspiel von Marc Fouquet zum 4:2. Ein Treffer, der eher als Achtungserfolg denn als Wendepunkt gelten durfte.

Dann, in der 79. Minute, setzte Bettencourt mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt - wieder nach Vorlage von Leon Marot, der an diesem Abend gefühlt überall war. 5:2, das Publikum tobte, und Trainer Kevin Tüllinghoff ballte an der Seitenlinie nur kurz die Faust. "Wenn du fünf Tore machst, darfst du auch mal zufrieden gucken", meinte er hinterher trocken.

Die letzten Minuten wurden zur Kür. Die Blues kontrollierten Ball und Gegner, während die Colts zunehmend frustriert wirkten. Zwei Gelbe Karten - Fouquet (73.) und Cunha (84.) - zeigten, dass die Nerven blank lagen.

Statistisch war’s eindeutig: 15 Torschüsse für Kingston, 11 für die Colts, 55 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, und ein Tackling-Quote-Vorteil von knapp drei Prozentpunkten. Aber Zahlen erzählen nicht alles: Es war die Art, wie die Blues den Ball laufen ließen - locker, fast tänzelnd - die diesen Abend unvergesslich machte.

"Wir haben heute Fußball gespielt, nicht gearbeitet", sagte Tüllinghoff, als er mit einem breiten Grinsen vom Platz ging. Sein Gegenüber Seeger hingegen murmelte nur: "Manchmal ist Fußball eben grausam ehrlich."

Und so verließen 59.000 Zuschauer ein Stadion voller Musik, Jubel und leichtem Mitleid mit den Colts. Die Blues hingegen spielten den Abpfiff mit einem Lächeln - als wüssten sie, dass der nächste Gegner jetzt schon schlecht schläft.

Oder, wie Bettencourt es später formulierte: "Wenn du einmal im Rhythmus bist, kannst du den Blues nicht mehr stoppen."

Ein Satz, der an diesem Abend klang wie die Wahrheit.

29.06.643987 22:25
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Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.
Rolf Rüssmann
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