Jamaica News Bulletin
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Kingston Blues tanzen Bull Bay aus - Bettencourt mit Doppelpack

Kingston - 59.000 Zuschauer hatten sich an diesem lauen Januarabend im National Stadium eingefunden, um zu sehen, ob die Kingston Blues ihren Ruf als heimstärkstes Team der 1. Liga Jamaica bestätigen würden. Nach 90 intensiven Minuten, drei Torjubeln und einem verletzten Bull-Bay-Verteidiger stand fest: Die Blues können nicht nur singen, sie können auch siegen - und zwar überzeugend mit 3:1 (1:1).

Bull Bay legte allerdings los wie ein tropischer Sturm. Schon in der 10. Minute zirkelte Marcio Nani den Ball nach Vorlage von Moritz Jahn in die Maschen - ein wunderbar ausgespielter Konter, der die Blues-Abwehr aussehen ließ, als stünde sie noch im Stau vor dem Stadion. "Wir wollten früh Druck machen", erklärte Bull-Bay-Coach Sports Mann später, "aber danach haben meine Jungs wohl gedacht, das Spiel sei schon im Sack."

War es natürlich nicht. Kingston reagierte mit Wut, Stil - und Valentino Belvedere. In der 28. Minute nahm der rechte Flügelstürmer eine butterweiche Vorlage von Paulus Bengtsson direkt und versenkte den Ball im langen Eck. 1:1 - und plötzlich bebte das Stadion. Trainer Kevin Tüllinghoff rief seinem Team etwas zu, das klang wie "Jetzt spielt endlich Fußball!" - und tatsächlich, die Blues taten genau das.

Zur Halbzeit war das Spiel noch offen. Beide Teams hatten Chancen, Bull Bay etwas mehr Zug nach vorn, Kingston dafür mehr Ballbesitz (54,7 %) und die besseren Ideen. "Wir haben sie laufen lassen, bis sie keine Lust mehr hatten", scherzte Innenverteidiger Joel Cochrane in der Mixed Zone.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann einseitiger. Während Bull Bay weiter auf lange Bälle und schwachen Einsatz setzte - laut Statistik ganze WEAK-Einstellung in gleich mehreren Kategorien -, hebelten die Blues mit langen Pässen und kompromisslosem Offensivgeist die Abwehr der Gäste aus. In der 57. Minute war es Dominique Bettencourt, der nach Zuspiel von David Lavoie den Ball humorlos unter die Latte nagelte. 2:1 - der Anfang vom Ende für Bull Bay.

Bettencourt hatte Blut geleckt. Zwölf Minuten später, in der 69. Minute, vollendete er einen weiteren Angriff, diesmal nach Pass von Leon Marot, eiskalt zum 3:1. "Ich hab einfach draufgehalten, der Ball wollte rein - und er ist rein", grinste der zweifache Torschütze nach der Partie, während ihm ein Balljunge das Souvenir des Abends reichte.

Bull Bay versuchte es danach noch einmal, Nani prüfte Keeper Jacques Gramont in der 74. Minute, aber der Blues-Schlussmann war auf dem Posten. Als dann auch noch Verteidiger Karl Andersson verletzt vom Platz musste (66.), war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen. Trainer Sports Mann schaute ratlos auf seine Bank und wechselte Fehmi Karaer ein - ein offensiver Mittelfeldmann für einen Linksverteidiger, eine Art Verzweiflungstat. "Vielleicht wollte er ja zeigen, dass er Mut hat", kommentierte ein Fan trocken von der Tribüne.

Die letzten Minuten gehörten dem Publikum. "We want four!", hallte es durchs Rund, doch die Blues beließen es bei drei Toren und 16 Torschüssen - ein Wert, der deutlich machte, wer hier das Spiel bestimmte. Bull Bay kam auf 12 Abschlüsse, aber nur selten wirklich gefährlich.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Tüllinghoff zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben Charakter gezeigt, und Bettencourt hat heute gespielt, als wolle er einen Vertrag im Himmel unterschreiben." Der Trainer wusste aber auch: Seine Blues hatten das Spiel mit harter Arbeit gewonnen. Das Pressing, zu Beginn noch aggressiv und lautstark, wurde in der zweiten Hälfte clever dosiert - das Ergebnis: Kontrolle, Geduld und Effektivität.

Auf der anderen Seite war Sports Mann sichtlich bedient. "Wenn du mit WEAK-Einsatz nach Kingston fährst, darfst du dich nicht wundern, wenn du mit einer starken Packung heimkommst", sagte er - halb resigniert, halb selbstironisch.

Als das Stadionlicht erlosch und die Fans noch immer sangen, verabschiedeten sich die Blues mit einem Lächeln. Drei Punkte, drei Tore, ein klarer Abend. Und irgendwo in der Kabine summte Bettencourt, während er seine Schuhe auszog: "Zwei Tore, kein Problem - aber das nächste Mal will ich den Ball auch schießen dürfen, wenn’s Elfmeter gibt."

So klingt Selbstvertrauen. Und so klingen die Kingston Blues, wenn sie in Bestform sind.

11.07.643987 15:58
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