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Kieler Kollektiv in Torlaune - 5:2-Gala gegen SC Hamburg

Wenn 59.537 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Holstein-Stadion pilgern, dann erwarten sie Leidenschaft, Kampf - und ein bisschen norddeutschen Humor. Was sie am 5. Spieltag der 1. Liga Deutschland geboten bekamen, war allerdings ein Feuerwerk, das selbst eingefleischte Küstenbewohner ins Schwärmen brachte: Holstein Kiel zerlegte den SC Hamburg mit 5:2, führte schon zur Pause 4:1 und spielte dabei stellenweise wie entfesselt.

Schon nach acht Minuten war klar, dass das keine dieser zähen Nullnummern werden würde. Innenverteidiger Jürgen Köhler, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, stieg nach einer Ecke von Vitor Gallardo höher als alle anderen und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. "Ich hab’ einfach mal gemacht, was die Stürmer sonst immer behaupten zu können - den Ball rein", grinste Köhler später und wurde prompt von seinen Mitspielern zum "Abwehr-Messi" des Abends ernannt.

Die Hamburger Antwort kam prompt: In der 11. Minute überraschte Rechtsverteidiger Harrison Ramsay die Kieler Hintermannschaft, nachdem Leonidas Mitroglou ihn mustergültig in Szene gesetzt hatte. 1:1, und für einen Moment roch es nach einem offenen Schlagabtausch.

Aber Kiel hatte an diesem Abend offenbar beschlossen, Fußball nicht nur zu spielen, sondern zu zelebrieren. Wieder Köhler - diesmal nach einem Freistoß von Jose Maria Longas - brachte die Störche in der 20. Minute erneut in Front. Dass ein Innenverteidiger nach 20 Minuten schon doppelt getroffen hatte, ließ selbst Trainer Jason Voorhees schmunzeln: "Ich überlege, ihn nächste Woche vorne reinzustellen. Oder zumindest seine Schuhe zu klonen."

Dann ging’s Schlag auf Schlag: Vincent Makukula erhöhte in der 28. Minute nach einem energischen Vorstoß von Rechtsverteidiger Pedro Caballero auf 3:1. Nur drei Minuten später legte Claudios Voores - ebenfalls nach Vorlage Caballeros - das 4:1 nach. Hamburgs Abwehr wirkte in diesen Minuten wie eine schlecht sortierte Einkaufstüte: alles drin, aber nichts an seinem Platz.

Zur Pause herrschte im Stadion eine Mischung aus Euphorie und leichtem Unglauben. "Wir haben uns gegenseitig angeguckt und gefragt, ob das wirklich passiert", erzählte Longas später. "Und Jason meinte nur: ’Ja, aber bleibt bitte wach.’"

Die zweite Halbzeit begann verhaltener, doch Kiel blieb das aktivere Team. 22 Torschüsse insgesamt, fast doppelt so viele wie die Gäste (9), untermauerten die Überlegenheit. Der Ballbesitz? Fast ausgeglichen - 50 zu 50. Aber wer Tore schießt, muss den Ball ja nicht ständig haben.

Hamburg mühte sich redlich, und in der 62. Minute gelang immerhin der Anschlusstreffer: Nestor Caballero verwertete einen Pass von Jack Chevallier zum 4:2. Kurzzeitig keimte Hoffnung auf, doch Kiel blieb cool. "Wir wussten, dass sie jetzt alles nach vorne werfen würden", erklärte Keeper Jermolai Chlystow, der ansonsten einen ruhigen Abend hatte.

In der 73. Minute machte Oscar Rose endgültig den Deckel drauf. Der linke Verteidiger, kurz zuvor noch mit Gelb verwarnt, stürmte nach einem feinen Zuspiel von Longas über den Flügel und drosch den Ball humorlos ins kurze Eck. 5:2 - der Rest war Jubel, Laola und die Erkenntnis, dass Kiel an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß war.

Hamburgs Trainer Tim Engel nahm die Niederlage gefasst: "Wir haben offensiv gespielt, vielleicht zu offensiv. Aber wenn selbst gegnerische Innenverteidiger doppelt treffen, dann weißt du, dass der Fußballgott gerade an der Förde wohnt."

Jason Voorhees, der Kieler Coach mit dem Horrorfilm-Namen, grinste nur: "Ich bin kein Fan von Slasher-Filmen, aber heute haben wir den Gegner sportlich auseinandergenommen. Das reicht mir."

Zwei Gelbe Karten für Kiel (Rose, Anderson) und eine für Hamburgs Alf Ibsen rundeten das Bild ab - ein intensives, aber faires Spiel, das in Erinnerung bleiben wird. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations, und selbst auf der Pressetribüne konnte man ein anerkennendes Nicken beobachten.

"Das war Fußball mit Herz, Humor und Härte", meinte ein älterer Kiel-Fan beim Verlassen des Stadions. "Und das Beste: Wir haben nicht mal mehr Angst, wenn Voorhees lächelt."

Nach diesem Abend darf man das wohl so stehen lassen.

(Artikelumfang: ca. 640 Wörter)

06.03.643987 09:50
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