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Kickers Wiedenbrück stürmen SC Saar in Grund und Boden - 5:2-Auswärtssieg

Ein lauer Januarabend, 46.970 Zuschauer im Saarstadion - und ein Spiel, das in seiner Dramatik wohl noch eine Weile Gesprächsstoff liefern dürfte. Der SC Saar empfing am 7. Spieltag der 1. Liga Deutschland die formstarken Kickers Wiedenbrück - und ging am Ende mit 2:5 baden. Dabei hatte nach einer torlosen ersten Hälfte kaum jemand geahnt, dass die zweite Halbzeit zum offenen Schützenfest werden würde.

"Wir wollten eigentlich ruhig bleiben", sagte Saar-Trainer Peter Wessel später mit einem bitteren Lächeln. "Aber dann haben die Wiedenbrücker offenbar beschlossen, dass es jetzt ernst wird."

Tatsächlich dauerte es keine Minute nach Wiederanpfiff, da zappelte der Ball schon im Netz: Innenverteidiger Luis Moll, sonst eher als Kopfballräumer bekannt, traf nach einer Ecke von Rhys Cumming zum 0:1 (46.). Dasselbe Duo legte nur vier Minuten später noch einmal nach - Moll köpfte, Cumming flankte, und die Saarer Abwehr stand Spalier. Doppelschlag des Verteidigers, 0:2 nach 50 Minuten.

"Ich dachte, ich träume", grinste Moll hinterher. "Zwei Tore in fünf Minuten - das schaffe ich im Training nicht mal, wenn keiner mich deckt."

Der SC Saar schien geschockt, doch dann erwachte das Heimteam plötzlich zum Leben. In der 61. Minute spielte Benjamin Cabell einen feinen Pass in die Tiefe, Enzo Beltrame zog ab - und endlich durften die Saar-Fans jubeln: 1:2. Das Stadion bebte, und man wähnte kurz eine Wende. Nur sechs Minuten später legte Nuno Vidigal nach, nach schöner Vorarbeit von Jannis Hartmann. 2:2 - alles wieder offen.

Doch wer dachte, die Kickers würden nun wackeln, irrte gewaltig. Fast im Gegenzug (68.) brachte der 22-jährige Jacinto Garcez seine Farben erneut in Führung - eiskalt vollstreckt nach Pass des eingewechselten Fynn Schneider. "Ich hab nur den Ball gesehen und gedacht: jetzt oder nie", sagte Garcez mit einem verschmitzten Grinsen.

Ab da war die Messe gelesen. Patrik Lopez, gerade erst für den müde gewordenen Eduardo Gutierre gekommen, erhöhte in der 76. Minute auf 2:4. Und als wäre das nicht genug, setzte Carlos Longas in der 80. Minute den Schlusspunkt - natürlich wieder nach Flanke von Cumming, der an diesem Abend gefühlt auf jeder Seite des Feldes zu finden war.

"Das war schon brutal effizient", staunte selbst ein neutraler Beobachter auf der Pressetribüne. 15 Torschüsse für Wiedenbrück, nur 7 für Saar - und trotz 54 Prozent Ballbesitz der Gastgeber war das Spiel eine Lehrstunde in Effektivität.

Kickers-Coach Dexter Morgan (nein, nicht der Seriencharakter, auch wenn man nach diesem Auftritt kurz zweifelte) lobte seine Truppe mit gewohnt trockener Miene: "Wir wollten offensiv bleiben, auch wenn’s weh tut. Und offenbar tat’s dem Gegner mehr weh als uns."

Bei Saar hingegen herrschte Frust. "Wir hatten das Spiel eigentlich unter Kontrolle", murmelte Torwart Yves Otto und blickte fassungslos auf die Anzeigetafel. "Aber Kontrolle ist halt nichts wert, wenn der Ball trotzdem fünfmal im eigenen Tor landet."

Die Fans quittierten es mit Galgenhumor. "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens spektakulär!", rief einer auf der Haupttribüne, während ein anderer trocken anmerkte: "Immerhin keine 0:0-Schlaftablette."

Statistisch war’s ohnehin ein seltsames Spiel: Saar mit mehr Ballbesitz, aber weniger Durchschlagskraft; Wiedenbrück mit aggressiver, offensiver Ausrichtung, aber erstaunlich diszipliniert - bis auf eine Gelbe gegen den jungen Carsten Eckert in der Nachspielzeit. Auf Saarer Seite sah Iker Santos bereits in der vierten Minute Gelb, was sinnbildlich für den nervösen Start stand.

Kurz vor Schluss wechselte Morgan noch seinen Ersatztorhüter Essi Suhonen ein - ein symbolischer Akt, mehr Show als Notwendigkeit. "Er soll auch mal Erstliga-Luft schnuppern", grinste der Coach.

Als der Schlusspfiff ertönte, sangen die mitgereisten Wiedenbrück-Fans lauthals, während die Saarer Spieler in die Kabine schlichen. 2:5, ein Ergebnis, das weh tut - aber auch eines, das niemand so schnell vergessen wird.

Und irgendwo in der Mixed Zone meinte ein Journalist trocken: "Wenn Innenverteidiger Doppelpacks schnüren, weißt du, dass du einen langen Abend hattest."

Vielleicht trifft das den Abend am besten.

Schlusswort: Der SC Saar hatte Ballbesitz, Wiedenbrück hatte Tore - und am Ende hatte das Publikum wenigstens Unterhaltung. Fußball kann grausam sein, aber selten so unterhaltsam.

08.04.643987 13:30
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