Anpfiff
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Kein Sieger, kein Tor - aber reichlich Drama in Bremen

Ein 0:0 kann manchmal lauter knallen als ein 4:3. Das bewiesen am Freitagabend der SV Bremen und Preußen Münster beim 7. Spieltag der 3. Liga. 12 500 Zuschauer im schmucken Weserstadion‑Nebenplatz sahen ein Duell zweier Mannschaften, die mit offenem Visier antraten, aber das Tor trotzdem nicht trafen - elf Torschüsse pro Seite, reichlich Hektik, eine gelbe Karte und mehrere kollektive Aufschreie auf den Tribünen inklusive.

Schon in der ersten Minute prüfte Münsters Ingo Derlei Bremens Keeper Lewis Clancy mit einem beherzten Schuss aus halblinker Position. Clancy lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte - und rief seinem Abwehrchef Roberto Martinez zu: "Na, das geht ja gut los!" Es ging tatsächlich so weiter. Nur drei Minuten später feuerte Christopher Steiner erneut auf das Bremer Tor, und Trainer Jack Schlakowski rief von der Seitenlinie: "Wach werden, Jungs, das ist kein Freundschaftsspiel!"

Bremen wachte prompt auf. Daniel Morriss und Leo Caroll prüften Münsters Schlussmann Franco Maida, der an diesem Abend eine erstaunliche Ruhe verströmte - vielleicht, weil sein Team trotz 52 Prozent Ballbesitz nie wirklich die Kontrolle verlor. "Wir wollten das Spiel in die Breite ziehen, aber Bremen hat clever verdichtet", erklärte Maida später mit einem Lächeln, das nach Nullnummer schmeckte, aber wie Stolz roch.

Zur Halbzeit stand es 0:0, aber langweilig war es nicht. Enrique Teixeira, der auffälligste Münsteraner, wirbelte auf der linken Seite, hatte in der 18., 43. und 72. Minute gleich drei gefährliche Abschlüsse. "Wenn der Ball ein bisschen mehr rechts geht, reden wir hier über einen Sieg", meinte er nach dem Abpfiff kopfschüttelnd.

Auf Bremer Seite überzeugte der junge Kay Buchholz mit mutigen Vorstößen, bevor er in der 62. Minute vom erfahrenen Istvan Viola ersetzt wurde. "Ich wollte Kay eine Pause gönnen - der Junge hat Lungen wie ein Marathonläufer, aber irgendwann ist auch mal Schluss", scherzte Trainer Schlakowski.

Nach dem Seitenwechsel drehte Bremen auf. Henrico aus 46 Metern (na gut, es waren wohl eher 16), Hummel per Drehschuss, Caroll gleich doppelt - die Gastgeber zeigten, dass sie das Toreschießen wenigstens noch probieren wollten. Doch Maida stand im Weg, und wenn nicht er, dann ein Abwehrbein oder das Pech.

Preußen Münster setzte dagegen auf Konter. Inigo Velez verpasste in der 66. Minute die größte Chance des Abends, als er völlig frei vor Clancy auftauchte - und den Ball in den Bremer Nachthimmel jagte. Zum Trost gab’s die einzige Gelbe Karte der Partie (64. Minute), wegen eines eher rustikalen Einsteigens gegen Henrico. "Ich hab’ nur den Ball gesehen - dumm, dass da auch ein Fuß war", grinste Velez nach dem Spiel.

Die Schlussphase gehörte dann wieder Bremen, das laut Taktiktafel von "balanced" auf "offensive" umschaltete. Dieter Römer hämmerte in der 79. Minute aus der zweiten Reihe drauf, doch Maida pflückte den Ball wie ein reifer Apfel. "Wenn der reingeht, explodiert das Stadion", meinte ein Zuschauer auf der Westtribüne, der sich schon im 85. Minute ein weiteres Bier holte - sicherheitshalber.

Am Ende blieb es beim torlosen Remis, das keiner so richtig wollte, aber beide akzeptierten. 47,9 Prozent Ballbesitz für Bremen, 52,0 Prozent für Münster - ausgeglichener geht’s kaum. Selbst die Zweikampfquote (49,5 zu 50,4) las sich wie ein diplomatischer Kompromiss. "Das war kein schlechtes Spiel", bilanzierte Bremens Kapitän Martinez, "nur ein Spiel ohne Zielwasser."

Trainer Schlakowski wirkte trotz allem zufrieden: "Wir haben gegen einen starken Gegner die Null gehalten. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie man vorne trifft." Sein Gegenüber, Münsters Coach (dessen Name sich der Stadionsprecher angeblich zweimal verhaspelte), entgegnete trocken: "Wenn man elf Mal aufs Tor schießt und nicht trifft, war der Plan wohl nicht perfekt."

Die Fans verabschiedeten beide Teams mit Applaus - vielleicht auch, weil sie ahnten, dass Fußball manchmal kein Ergebnis braucht, um unterhaltsam zu sein.

Und irgendwo in den Katakomben des Stadions summte ein Ordner leise vor sich hin: "Hauptsache kein Regen, Hauptsache kein Gegentor." Ein Satz, der den Abend treffender zusammenfasst als jede Statistik.

07.08.643990 10:13
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Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet
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