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Ein nasskalter Februarabend, Flutlicht über dem Rudolf-Harbig-Stadion, und 17.109 Zuschauer, die sich mit Glühwein und Gänsehaut wärmten: Dynamo Dresden hat den SC Schalke mit 1:0 besiegt - knapp, kämpferisch und ein bisschen glücklich. Ein Tor machte den Unterschied, und natürlich war es der Mann, der in Dresden längst zum Publikumsliebling geworden ist: Herbert Kaufmann. In der 21. Minute hatte er genug von all dem Hin-und-Her im Mittelfeld. Nach feinem Zuspiel von Linksverteidiger Vahit Celikay nahm Kaufmann den Ball mit der Brust an, drehte sich wie ein Tänzer auf engstem Raum und schlenzte das Leder trocken ins rechte Eck. Schalkes Keeper Ernst Döring hechtete, machte sich lang - und sah doch nur den Ball im Netz zappeln. 1:0. Die Dynamo-Fans sangen sich die Kehlen wund, während Coach Dynamo Dresden (ja, so heißt der Mann tatsächlich) an der Seitenlinie die Fäuste ballte. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir hier Chef im Haus sind", grinste der Trainer später. "Und Herbert hat das perfekt umgesetzt. Ich sag’s immer wieder: Der Junge hat ein Näschen - und zwar nicht nur fürs Tor." Tatsächlich war Kaufmann an diesem Abend Dreh- und Angelpunkt der Dresdner Offensive. Sechs seiner insgesamt 13 Torschüsse gingen auf sein Konto - ein Mann mit Dauerabo auf den gegnerischen Strafraum. Schalke dagegen mühte sich, blieb aber harmlos: sieben Schüsse, kein Tor. Die Statistiken sprachen eine klare Sprache: 53 Prozent Ballbesitz für Dynamo, 47 für die Gäste. Kein Erdrutschsieg, aber ausreichend Kontrolle. Schalke-Coach Marco Schwarzkopf, sonst eher für seine ruhige Art bekannt, rang nach der Partie um Fassung. "Wir haben eigentlich gar nicht so schlecht gespielt", meinte er, während er die Mütze tiefer ins Gesicht zog. "Aber wenn du vorne keinen reinmachst und hinten einmal pennt, dann fährst du halt mit leeren Händen heim. Fußball, du grausames Biest." Bis zur Pause blieb Dynamo am Drücker, doch Döring parierte mehrfach glänzend. Besonders in der 39. Minute, als Kaufmann erneut draufhielt und der Ball wie ein Pfeil aufs Tor flog. "Ich dachte schon, ich hab ihn sicher", lachte der Stürmer nach dem Spiel, "aber Döring hat da wohl noch ein Stück Spiderman in sich." Nach dem Seitenwechsel wurde es ruppiger. Schiedsrichterin Weller verteilte drei Gelbe Karten - zwei davon an Dresdner Verteidiger Felix Bruhn (47.) und Vitor Albinana (74.), die beide ihre Gegenspieler mit rustikaler Freundlichkeit begrüßten. Kurz vor Schluss kam dann richtig Farbe ins Spiel: Schalkes Mittelfeldmann Nico Reuter sah in der 89. Minute glatt Rot, nachdem er Kaufmann mit offener Sohle traf. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich Reuter später. Der Ball allerdings lag da schon längst woanders. Dresden brachte den Vorsprung mit einer Mischung aus Routine und Herzblut über die Zeit. Marko Schmitt, gerade erst eingewechselt, musste in der 68. Minute verletzt wieder runter - Ironie des Spiels: Er war für den angeschlagenen Rechtsverteidiger Kai Stein gekommen. "Ich hab’s im Oberschenkel gemerkt, als wär da ein kleiner Teufel mit ’nem Messer drin", sagte Schmitt mit schmerzverzerrtem Lächeln. Taktisch blieb Dynamo durchweg offensiv ausgerichtet, spielte ohne Pressing, aber mit viel Mut nach vorn. Schalke versuchte es über die Flügel, doch die Dresdner Innenverteidigung - Bruhn und Albinana - stand wie ein Eisentor. Selbst als die Gäste am Ende alles nach vorne warfen, blieb Keeper Johannes Blum weitgehend beschäftigungslos. Nach 90 Minuten pfiff Weller ab, die Fans jubelten, und Kaufmann verschwand unter einem Berg aus Mitspielern. "Das war heute ein dreckiger Sieg", resümierte Kapitän Alexander Lopez. "Aber manchmal schmeckt Dreck einfach nach Sieg." Ob es ein großer Schritt Richtung Viertelfinale war, wird sich zeigen. Doch an diesem Abend zählte nur eins: Dynamo Dresden lebt, kämpft - und gewinnt. Und irgendwo in der Kabine summte Herbert Kaufmann leise vor sich hin, während er seine Stutzen auszog: "Ein 1:0 kann so schön sein." Vielleicht kein Poesiealbum-Spruch, aber einer, der in Dresden hängen bleibt. 29.08.643990 13:09 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet